Berichte und Interviews

Rote-Liste-Arbeit in der Praxis

Das Europäische Ziesel ist in der Roten Liste Deutschlands als "Ausgestorben/verschollen" gelistet. Ein Wiederansiedlungsprojekt ab 2007 im Osterzgebirge war nicht erfolgreich.

Das Europäische Ziesel ist in der Roten Liste Deutschlands als "Ausgestorben/verschollen" verzeichnet. Ein Wiederansiedlungsprojekt ab 2007 im Osterzgebirge war nicht erfolgreich.

 Foto: Oliver Deck

Eine wesentliche Aufgabe zur Vorbereitung einer Roten Liste ist das Sammeln aller verfügbaren Bestandsinformationen. Relevante Daten kommen z.B. von den Naturschutzbehörden der Länder, den zoologischen, botanischen und mykologischen Fachgesellschaften, den Leitern regionaler Kartierungsprojekte, Naturkundemuseen, Planungsbüros, forschenden Einzelpersonen oder Forschergruppen von Universitäten. Weitere Erkenntnisse ergeben sich durch die Auswertung von Fachveröffentlichungen.

Auch gezielte Nachsuchen können zur Vorbereitung von Roten Listen gehören. Dies ist sinnvoll, wenn es zu ausgewählten Arten seit Jahrzehnten keinerlei aktuelle Daten gibt, wenn unklar ist, ob diese Arten ausgestorben, vom Aussterben bedroht, extrem selten oder stark gefährdet sind.

Mit seinen Themenspecials gibt das Rote-Liste-Zentrum Einblick wie Rote Listen entstehen und stellt Expertinnen und Experten vor.

Verschollener Meeres-Hundertfüßer an der Nordseeküste entdeckt

Auf der Suche nach dem Meeres-Hunderfüßer – Ein Themenspecial

Dem Bodentier-Experten Dr. Hans Reip gelangen jetzt an mehreren Orten in Schleswig-Holstein Nachweise des Meeres-Hundertfüßers Strigamia maritima, der in Deutschland lange als verschollen galt. Bei seiner Suche erhielt er unerwartet Hilfe von „Nachwuchswissenschaftlern“ – der erste Fund gelang einem kleinen Jungen!

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Warum Amphibien und Reptilien oft in einem Atemzug genannt werden und was das mit den Roten Listen zu tun hat

Ein Interview mit Dr. Ulrich Schulte, Koordinator der neuen Roten Liste der Amphibien und Reptilien Deutschlands

Dr. Ulrich Schulte verrät im Interview, wie die Roten Listen entstanden und auf welche Arten wir in Deutschlands besonders achtgeben müssen. Der Koordinator der Roten Listen berichtet über sein Engagement im Naturschutz, zeigt dem Nachwuchs interessante Forschungsgebiete auf und rät Gartenbesitzern: Mehr Mut zur Unordnung!

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Auf der Suche nach dem Loreley-Dickkopffalter

Blog: 1. Exkursionstag, Freitag 2. Juli 2021

Im Blog berichtet Exkursionsteilnehmer Jeremy Strätling ab heute jeden Tag von der Suche nach einem verschollenen Schmetterling, dem Loreley-Dickkopffalter. Der Falter, benannt nach dem Wahrzeichen des Mittelrheins, ist laut Rote Liste vom Aussterben bedroht.

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Ist er es oder ist er es nicht? Auf der Suche nach dem Loreley-Dickkopffalter, Tag 2

Blog: 2. Exkursionstag, Samstag 3. Juli 2021

Es herrscht Aufregung unter den Exkursionsteilnehmern: Der Fund einer mysteriösen Raupe gibt Rätsel auf. Gehört sie vielleicht zu dem gesuchten Loreley-Dickkopffalter? Die Köpfe der vier Teams rauchen...

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Das Schicksal der Raupe: Auf der Suche nach dem Loreley-Dickkopffalter, Tag 3

Blog: 3. Exkursionstag, Sonntag 4. Juli 2021

Unterwegs an Steilhängen, zwingen Unwetter und Starkregen die Gruppe am letzten Exkursionstag zum Abbruch der Suche. Bis dahin: mehrere Rote-Liste Arten gefunden und Pläne für weitere Untersuchungen der rätselhaften Raupe.

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Warum der Loreley-Dickkopffalter jetzt in Deutschland als ausgestorben gilt und was der schwindende Weinbau damit zu tun hat

Wrap-Up: Auf der Suche nach dem Loreley-Dickkopffalter

Die Suche nach dem Loreley-Dickkopffalter im Mittelrheintal blieb ohne positives Ergebnis, so dass die Experten und Expertinnen davon ausgehen, dass diese Schmetterlingsart in Deutschland ausgestorben ist. Auch die Bestimmung der aufgefundenen Raupe erwies sich nach eingehender Untersuchung als Fehlschlag – sie gehört nicht zu der gesuchten Schmetterlingsart.

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Alpen-Wollafter: Erster Fund von ausgewachsenen Faltern in Deutschland

Auf der Suche nach dem Alpen-Wollafter – Ein Themenspecial

Von der verlorenen geglaubten Art wurden im Allgäu bisher vereinzelt Raupen gefunden, einen geschlüpften Falter hatte hier noch niemand gesehen. Der Schmetterling ist in der Roten Liste Deutschlands als „ausgestorben oder verschollen“ verzeichnet.

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1.062 Tiere untersucht: Myriapoden-Fachleute finden sehr seltenen Hundertfüßer

Sammelexkursion und Nachwuchsförderung – Ein Themenspecial

Im UNESCO-Biossphärenreservat Schorfheide-Chorin wurden 18 dort bisher nicht bekannte Arten von Doppel- und Hundertfüßern gefunden, darunter der laut Rote Liste in Deutschland sehr seltene Hundertfüßer Geophilus carpophagus. In Brandenburg war bisher nur ein Vorkommen dieses Bodenbewohners bekannt. Mit der Sammelexkursion wurden Wissenslücken geschlossen und der wissenschaftliche Nachwuchs an die Erforschung der Bodentiere herangeführt.

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Vom Mäusefänger zum Säugetierspezialisten

Ein Interview mit Holger Meinig, Erstautor der neuen Roten Liste der Säugetiere Deutschlands

„Maus ist nicht gleich Maus“, ist Holger Meinig schon als Junge aufgefallen, als er auf Futtersuche für verletzte Eulen ging. Heute ist der Zoologe einer der führenden Säugetier-Experten Deutschlands und Erstautor der neuen Roten Liste der Säugetiere Deutschlands. Im Interview berichtet er über seinen persönlichen Werdegang, clevere Mäuse und wie man auch mit kleinen Aktionen viel für den Naturschutz erreichen kann.

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Von der Ansitzwarte in den Kescher

Auf der Suche nach Raubfliegen: Ein Themenspecial

Für einige extrem seltene Arten ist unklar, ob die in der Vergangenheit in Deutschland beobachteten Tiere unbeständige Gäste oder Vertreter einheimischer Populationen waren. Gezielte Nachsuchen an früheren Beobachtungsorten sollen dazu beitragen, diese Frage zu beantworten.

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Verschollene Art wiederentdeckt

Auf der Suche nach der Wald-Schnirkelschnecke: Ein Themenspecial

Gute Nachrichten: Es gibt sie in Deutschland noch, die Wald-Schnirkelschnecke. Seit 1954 konnte sie nicht mehr nachgewiesen werden, aber 2020 gelang einer Mollusken-Spezialistin ein Lebendnachweis am Hochrhein.

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