Amphibien (Amphibia)

Die Anzahl der Amphibienarten ist in Deutschland mit 15 Froschlurcharten und 7 Schwanzlurcharten überschaubar. Zu den Froschlurchen zählen die Frösche, Kröten und Unken. Molche und Salamander zählen aufgrund ihres Körperbaus und einer etwas anderen Lebensweise zu den Schwanzlurchen.

Lebensversicherndes Hautsekret

Die Haut der Amphibien ist dünn und feucht. Sie enthält Schleimdrüsen, die ein Sekret absondern und damit die Tiere vor dem Vertrocknen an Land schützen. Obwohl ausgewachsene Amphibien Lungenatmer sind, können sie je nach Art einen Teil des Sauerstoffbedarfs über die Haut aufnehmen. Dies ermöglicht zum Beispiel dem Grasfrosch, die kalten Wintermonate am Boden von Gewässern zu verbringen. In dieser Zeit fährt er seinen Stoffwechsel herunter und stellt auf vollständige Hautatmung um.

Manche Amphibienarten besitzen zudem Giftdrüsen. Sie sondern ein mehr oder weniger giftiges Hautsekret ab, welches die Tiere nicht nur vor Fressfeinden, sondern auch vor Pilzinfektionen und Bakterien schützt.

Lebenslange Abhängigkeit

Im Gegensatz zu den Reptilien müssen fast alle heimischen Amphibienarten ein Gewässer zur Eiablage aufsuchen. Aus dem sogenannten Laich entwickeln sich die Larven, die in ihrer ersten Lebensphase als reine Wasserbewohner über Kiemen atmen. Ausgenommen davon ist der Alpensalamander, der bereits ein bis zwei voll entwickelte und über Lungen atmende Jungtiere zur Welt bringt.

Wie geht es den Amphibien?

Wegen der guten Datenlage wurden 2008 im Rahmen einer Gefährdungsanalyse alle Amphibienarten, bis auf zwei Neozoen (= vom Menschen eingeschleppte Arten), eingestuft. 40 % der Amphibienarten wurden als bestandsgefährdet eingestuft, 50 % gelten noch als ungefährdet. Die restlichen 10 % der Arten befinden sich auf der Vorwarnliste. Ernstzunehmende Gefährdungsursachen sind unter anderem der Verlust von geeigneten Laichgewässern und Landlebensräumen durch Zerstörung oder Verschmutzung sowie die Zerschneidung der Wanderrouten durch Straßen und Siedlungen.

Aktuelle Rote Liste

Kühnel, K.-D.; Geiger, A.; Laufer, H.; Podloucky, R. & Schlüpmann, M. (2009): Rote Liste und Gesamtartenliste der Lurche (Amphibia) Deutschlands. – In: Haupt, H., Ludwig, G., Gruttke, H., Binot-Hafke, M., Otto, C. & Pauly, A. (Bearb.): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands. Band 1: Wirbeltiere. – Bonn (Bundesamt für Naturschutz). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (1): 259–288.

Die aktuellen Rote-Liste-Daten sind auch als Download verfügbar. 

Gesamtartenliste

Wissenschaftlicher Name Deutscher Name Gefährdungskategorie
A
Alytes obstetricans (Laurenti, 1768) Geburtshelferkröte Gefährdet
B
Bombina bombina (Linnaeus, 1761) Rotbauchunke Stark gefährdet
Bombina variegata (Linnaeus, 1758) Gelbbauchunke Stark gefährdet
Bufo bufo (Linnaeus, 1758) Erdkröte Ungefährdet
Bufo calamita Laurenti, 1768 Kreuzkröte Vorwarnliste
Bufo viridis Laurenti, 1768 Wechselkröte Gefährdet
H
Hyla arborea (Linnaeus, 1758) Laubfrosch Gefährdet
P
Pelobates fuscus (Laurenti, 1768) Knoblauchkröte Gefährdet
R
Rana arvalis Nilsson, 1842 Moorfrosch Gefährdet
Rana catesbeiana Shaw, 1802 Nordamerikanischer Ochsenfrosch Nicht bewertet
Rana dalmatina Bonaparte, 1840 Springfrosch Ungefährdet
Rana kl. esculenta Linnaeus, 1758 Teichfrosch Ungefährdet
Rana lessonae Camerano, 1882 Kleiner Wasserfrosch Gefährdung unbekannten Ausmaßes
Rana ridibunda Pallas, 1771 Seefrosch Ungefährdet
Rana temporaria Linnaeus, 1758 Grasfrosch Ungefährdet
S
Salamandra atra Laurenti, 1768 Alpensalamander Ungefährdet
Salamandra salamandra (Linnaeus, 1758) Feuersalamander Ungefährdet
T
Triturus alpestris (Laurenti, 1768) Bergmolch Ungefährdet
Triturus carnifex (Laurenti, 1768) Alpenkammmolch Nicht bewertet
Triturus cristatus (Laurenti, 1768) Kammmolch Vorwarnliste
Triturus helveticus (Razoumowsky, 1789) Fadenmolch Ungefährdet
Triturus vulgaris (Linnaeus, 1758) Teichmolch Ungefährdet