Wespen (Hymenoptera, Aculeata: Ampulicidae, Crabronidae, Sphecidae, Pompilidae, Chrysididae, Vespidae, Mutillidae, Scoliidae, Tiphiidae & Sapygidae)

In Deutschland kommen mehr als 600 Wespenarten und -unterarten vor. Die sicherlich bekanntesten Vertreter sind die Gemeine Wespe sowie die Deutsche Wespe. Zu den Wespen gehören aber nicht nur die staatenbildenden, schwarz-gelb gefärbten Faltenwespen, sondern auch mehrere artenreiche Familien mit weniger bekannten Vertretern, darunter Goldwespen, Grabwespen, Wegwespen und andere. Für weitere Gruppen, deren deutscher Name ebenfalls auf „-wespen“ endet, z. B. die Gallwespen und Schlupfwespen, gibt es bisher keine Roten Listen.

Nützliche Plagegeister

So mancher Besuch eines Straßencafés oder eines Biergartens wird durch eine schwarz-gelbe Armada gestört. Als ungebetene Gäste gelten jedoch lediglich die Gemeine oder Gewöhnliche Wespe und die Deutsche Wespe. Auch wenn sie regelrechte Plagegeister sein können, sind beide Arten – wie alle anderen Wespenarten  – unersetzliche Regulatoren in unseren Ökosystemen. Als Räuber oder Brutparasiten übernehmen sie wichtige Aufgaben, da sie ihre eigene Brut oft mit pflanzenfressenden Insekten füttern.

Wespen sind geschützt

Alle bei uns lebenden Wespenarten stehen unter allgemeinem Naturschutz, das heißt, sie dürfen nicht mutwillig beunruhigt oder ohne vernünftigen Grund gefangen, verletzt oder getötet werden. Nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützte Wespenarten sind die Kreiselwespen der Gattung Bembix sowie die Hornisse (Vespa crabro).

Wie geht es den Wespen?

Die Hauptgefährdungsursache für die Wespenarten ist der Verlust von geeigneten Lebensräumen, vor allem durch Bebauung und Nutzungsänderungen in der Land- und Forstwirtschaft. Wärmeliebende Wespenarten sind oft abhängig von Magerrasen, lichten Flussauen, historischen Weinbergen sowie Binnen- und Küstendünen, also Lebensräumen, die in unserer Umwelt immer seltener werden oder negativen Veränderungen unterliegen. Andere Wespenarten werden durch das Fehlen von Feuchtgebieten mit breiten Verlandungsbereichen oder von Laubmischwäldern mit hohem Alt- und Totholzanteil gefährdet.

Aktuelle Rote Liste

Die Rote Liste und Gesamtartenliste der Wespen von 2011 unterliegt derzeit einer Überarbeitung.