Büschelmücken (Diptera: Chaoboridae)

Der deutsche Name dieser Gruppe geht auf die stark behaarten Antennen der männlichen Tiere zurück. Diese Behaarung ist jedoch kein Alleinstellungsmerkmal der Büschelmücken, da unter anderem auch Zuckmücken über lang behaarte Antennen verfügen. Deutschland beheimatet lediglich sechs Büschelmückenarten aus zwei verschiedenen Gattungen.

Harmlose Mückenvertreter

Die Büschelmücken sind zwar nah mit den Stechmücken verwandt, jedoch sind sie für den Menschen harmlos. Im Gegensatz zu den Weibchen der Stechmücken ernähren sich Büschelmücken nicht von Blut. Über die Ernährung der adulten Tiere ist bislang wenig bekannt. Die fast durchsichtigen Larven der Büschelmücken, auch „Glasstäbchenlarven“ genannt, leben als einzige Insektenlarven im Freiwasser von Stehgewässern wie Teichen und Tümpeln. Als Räuber ernähren sie sich von Plankton-Organismen und stellen selbst eine wichtige Nahrungsquelle für Amphibien, Fische und Libellenlarven dar.

Wie geht es den Büschelmücken?

Die eine Hälfte der Büschelmückenarten gilt als bestandsgefährdet, die andere Hälfte als ungefährdet. Vor allem der Rückgang von Feuchtgebieten, wie beispielsweise den Mooren und die Absenkung des Grundwasserspiegels führen zu einem Verlust von Lebensräumen für Büschelmücken. Für einige hochspezialisierte Arten ist das Vorhandensein von Baumhöhlen als Lebensraum von großer Bedeutung. Diese sind vor allem in Wirtschaftswäldern selten, da dort der Anteil an alten und toten Bäumen meist sehr gering ist.

Aktuelle Rote Liste

Wagner, R. (2016): Rote Liste und Gesamtartenliste der Büschelmücken (Diptera: Chaoboridae) Deutschlands. – In: Gruttke, H., Balzer, S., Binot-Hafke, M., Haupt, H., Hofbauer, N., Ludwig, G., Matzke-Hajek, G. & Ries, M. (Bearb.): Rote Liste der gefährdeten Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands. Band 4: Wirbellose Tiere (Teil 2). – Bonn (Bundesamt für Naturschutz). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (4): 89–95.