Blattfußkrebse (Branchiopoda: Anostraca, Conchostraca & Notostraca)

Die Arten innerhalb der Klasse der Blattfußkrebse gehören weltweit zu den ältesten heute noch vorkommenden Tierarten. Deshalb werden sie auch oft mit dem Namen „Urzeitkrebse“ charakterisiert. In der Roten Liste der Blattfußkrebse Deutschlands werden 12 Arten aufgeführt.

Dauereier als Überlebensstrategie

Blattfußkrebse kommen in Regenwassertümpeln und Flutmulden von Flussauen vor. Da solche Lebensräume oftmals sehr schnell austrocknen können und dann oft jahrelang kein Wasser führen, bedarf es einer besonderen Strategie, das Überleben der eigenen Art zu sichern. Während ihres kurzen Lebens legen Blattfußkrebse widerstandsfähige Dauereier, die jahrelange Trockenheit und andere extreme Bedingungen wie Frost überstehen können. Kehrt das Wasser zurück und sind die Bedingungen günstig, schlüpfen die Larven innerhalb weniger Tage und entwickeln sich rasch zu fortpflanzungsfähigen Krebsen. Die robusten Dauereier werden von Fressfeinden nicht verdaut, sondern unbeschadet wieder ausgeschieden. Dies trägt zur Ausbreitung von Blattfußkrebsen in neue Gebiete bei.

Wie geht es den Blattfußkrebsen?

Die Gefährdungssituation der Blattfußkrebse ist besonders besorgniserregend: 2 der 12 Blattfußkrebsarten gelten bereits als ausgestorben oder verschollen. Vom Aussterben bedroht sind 5 Arten und die übrigen 5 sind stark gefährdet. Somit sind sämtliche in Deutschland vorkommenden Arten bestandsgefährdet oder bereits ausgestorben. Die Hauptgefährdungsursache für die Blattfußkrebse ist der Lebensraumverlust. Dazu zählen beispielsweise die Trockenlegung von Feuchtgrünland und Kleingewässern, die Regulierung von Flüssen sowie die Rückhaltung von Hochwasser und somit der Verlust von Auenlandschaften als Lebensraum.

Aktuelle Rote Liste

Simon, L. (2016): Rote Liste und Gesamtartenliste der Blattfußkrebse (Branchiopoda: Anostraca, Conchostraca, Notostraca) Deutschlands. – In: Gruttke, H., Balzer, S., Binot-Hafke, M., Haupt, H., Hofbauer, N., Ludwig, G., Matzke-Hajek, G. & Ries, M. (Bearb.): Rote Liste der gefährdeten Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands. Band 4: Wirbellose Tiere (Teil 2). – Bonn (Bundesamt für Naturschutz). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (4): 367–378.