Info zum Weltbienentag: Fast die Hälfte der Bienenarten Deutschlands ist bestandsgefährdet oder bereits ausgestorben

Die Rote Liste der Bienen Deutschlands verzeichnet rund 48 % der bewerteten Bienenarten als bestandsgefährdet oder schon ausgestorben. Nur etwa 37 % gelten als ungefährdet. Der Rest ist entweder extrem selten (5 %), steht auf der Vorwarnliste (8 %) oder kann mangels ausreichender Daten nicht eingestuft werden (3 %).

Alljährlich am 20. Mai weist der Weltbienentag der Vereinten Nationen (UN) auf die Schutzbedürftigkeit von Bienen und ihre Bedeutung als Bestäuber für die weltweite Ernährungsicherheit hin.

Als Blütenbestäuber unverzichtbar

Zu den Bienen (Hymenoptera: Apidae) zählen bei uns neben der bekannten Honigbiene auch fast 40 Hummelarten und mehr als 560 weitere Arten von Wildbienen. Manche Bienenarten besuchen die Blüten von nur einer oder von wenigen Pflanzenspezies, andere sind weniger stark spezialisiert. In jedem Fall spielen sie als Bestäuber von Wild- und Kulturpflanzen eine zentrale Rolle. Die allermeisten von ihnen bilden übrigens keine Völker, sondern leben einzelgängerisch.

Die Männchen der Roten Ehrenpreis-Sandbiene (Andrena labiata) sind beim Blütenbesuch wenig wählerisch - hier trinkt eines Nektar auf einem Gänseblümchen.

Die Männchen der Roten Ehrenpreis-Sandbiene (Andrena labiata) sind beim Blütenbesuch wenig wählerisch - hier trinkt eines Nektar auf einem Gänseblümchen.

Foto. Dr. Günter Matzke-Hajek

Von bienenfleißigen und parasitären Bienen

Ein Teil unserer Wildbienen versorgt die eigenen Larven mit einem Nahrungsvorrat aus Pollen, andere sind „Kuckucksbienen“, die ihre Eier in die Nahrungsvorräte fremder Wirtsarten legen. Gehen die Lebensgrundlagen der Wirtsarten in einem Gebiet verloren, verschwinden auch die von ihr abhängigen parasitären Bienen.

Die Roten Listen

In Deutschland geben die „Roten Listen“ Auskunft über den Bestand von Tieren, Pflanzen und Pilzen und zeigen den vordringlichen Handlungsbedarf im Artenschutz auf. Sie dokumentieren auf wissenschaftlicher Grundlage und in verdichteter Form die Gefährdung der heimischen Arten. Damit sind sie ein stets verfügbares Fachgutachten, ein Frühwarnsystem für die Entwicklung der biologischen Vielfalt, eine Argumentationshilfe für umweltrelevante Planungen und Datenquelle für gesetzgeberische Maßnahmen.

Weitere Informationen:

Die Rote Ehrenpreis-Sandbiene (Andrena labiata) - hier ein Weibchen - ist in Deutschland noch häufig und in der Roten Liste der Bienen als ungefährdet aufgeführt. Damit gehört sie zu einer Minderheit: Nur 37 % der Bienen sind ungefährdet.

Die Rote Ehrenpreis-Sandbiene (Andrena labiata) - hier ein Weibchen - ist in Deutschland noch häufig und in der Roten Liste der Bienen als ungefährdet aufgeführt. Damit gehört sie zu einer Minderheit: Nur 37 % der Bienen sind ungefährdet.

Foto: Dr. Günter Matzke-Hajek.