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Wissenschaftlicher Name
Platycleis albopunctata (Goeze, 1778)
Deutscher Name
Westliche Beißschrecke
Organismengruppe
Heuschrecken und Fangschrecken
Rote-Liste-Kategorie
Ungefährdet
Verantwortlichkeit Deutschlands
Daten ungenügend, evtl. erhöhte Verantwortlichkeit zu vermuten
Aktuelle Bestandssituation
mäßig häufig
Langfristiger Bestandstrend
deutliche Zunahme
Kurzfristiger Bestandstrend
deutliche Zunahme
Vorherige Rote-Liste-Kategorie
Ungefährdet
Kategorieänderung gegenüber der vorherigen Roten Liste
Kategorie unverändert
Kommentar zur Verantwortlichkeit
Die deutschen Vorkommen machen schätzungsweise knapp 15% des Weltbestandes aus und decken sowohl den Arealrand als auch das Arealzentrum mit ab (vgl. GBIF.org 2021). Es ist nicht sicher, ob der deutsche Anteil des Arealzentrums größer als 10% ist. Diese Informationen führen zu den Kriterienklassen „A1“ und „Lh-z“. In Kombination mit dem Kriterium 3 (G*) (vgl. Hochkirch et al. 2016) ergibt dies die Kategorie „?“. Es ist somit nicht sicher, ob für P. albopunctata derzeit eine erhöhte Verantwortlichkeit Deutschlands besteht. Das Ergebnis weicht von der bisherigen Einstufung ab. Laut Maas et al. (2011) besteht nur eine allgemeine Verantwortlichkeit Deutschlands zur weltweiten Erhaltung der Art (siehe auch Detzel & Maas 2004). Der Kenntnisstand hat sich gegenüber der vorherigen Roten Liste verbessert und es liegen nun präzisere Informationen über das Gesamtareal vor. Durch die zwischenzeitlich erfolgte Spezifizierung der Kriterienklassen konnte auch das Kriterium 2 gegenüber der letzten Roten Liste präziser ermittelt werden.
Kommentar zur Gefährdung
Im Zuge des Klimawandels hat sich Platycleis albopunctata in vielen Regionen Deutschlands ausgebreitet (u.a. Grein 2010, Hamann & Weber 2012, Poniatowski et al. 2018, Hafner & Zimmermann 2019, Poniatowski et al. 2020, Thorn et al. 2022). Dementsprechend wird in mehreren Ländern derzeit von einer deutlichen Zunahme ausgegangen (u.a. Winkler & Haacks 2019, Köhler 2020, Maas & Staudt 2020). Auf Bundesebene wurde für den kurzfristigen Bestandstrend ebenfalls eine deutliche Zunahme ermittelt. Die aktuelle Bestandsentwicklung wirkt sich auch auf den langfristigen Bestandstrend aus: Im Unterschied zu Maas et al. (2011) wird langfristig von einer deutlichen Zunahme ausgegangen. So waren ehemals 414 TK25-Rasterfelder besiedelt, inzwischen sind es 801 Rasterfelder. Ob diese positive Bestandsentwicklung in den nächsten Jahren anhält, bleibt abzuwarten. Dies wird im starken Maße von der Verfügbarkeit besiedelbarer Habitate abhängen. Hierzu zählen beispielsweise Halbtrockenrasen, Sandfluren und Zwergstrauchheiden, aber auch schütter bewachsene Weinberge, Steinbrüche und Industriebrachen (Maas et al. 2002, Fischer et al. 2020).
Einbürgerungsstatus
Indigene oder Archäobiota
Quelle

Poniatowski, D.; Detzel, P.; Drews, A.; Hochkirch, A.; Hundertmark, I.; Husemann, M.; Klatt, R.; Klugkist, H.; Köhler, G.; Kronshage, A.; Maas, S.; Moritz, R.; Pfeifer, M.A.; Stübing, S.; Voith, J.; Winkler, C.; Wranik, W.; Helbing, F. & Fartmann, T. (2024): Rote Liste und Gesamtartenliste der Heuschrecken und Fangschrecken (Orthoptera et Mantodea) Deutschlands. – Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (7): 88 S.