Detailseite

Wissenschaftlicher Name
Choerades amurensis (F. Hermann, 1914)
Deutscher Name
Geschwänzte Mordfliege
Organismengruppe
Raubfliegen
Rote-Liste-Kategorie
Extrem selten
Verantwortlichkeit Deutschlands
Nicht bewertet
Aktuelle Bestandssituation
extrem selten
Langfristiger Bestandstrend
Daten ungenügend
Kurzfristiger Bestandstrend
Daten ungenügend
Vorherige Rote-Liste-Kategorie
Kein Nachweis, nicht gelistet ohne es ausdrücklich auszuschließen oder kein etabliertes Vorkommen nachgewiesen (auch nicht unter einem anderen Namen).
Kategorieänderung gegenüber der vorherigen Roten Liste
Die Kategorieänderung ist nicht bewertbar, beispielsweise weil das Taxon in der alten Gesamtliste nicht enthalten oder nicht bewertet war (inkl. ⬧ → ⬧)
Weitere Kommentare
Die kontinental verbreitete Art ist für Deutschland erstmalig durch Wolff (2020) bzw. Wolff et al. (2021) nachgewiesen worden. Die vier bekannten deutschen Fundorte liegen in räumlicher Nähe zueinander im Bereich des Ammergebirges bzw. der Ammerschlucht im Alpenvorland. Durch die schlechte Erreichbarkeit waren die Bayerischen Alpen (und Teile des unmittelbar vorgelagerten Alpenvorlandes) in der Vergangenheit mit Ausnahme von wenigen Erholungsorten asilidologisch unterdurchschnittlich gut erfasst. Die Erfassungsintensität wurde erst in den letzten 25 Jahren durch Exkursionen und vor allem durch Malaisefallen-Untersuchungen des Bayerischen Landesamtes für Umweltschutz und der Zoologischen Staatssammlungen München verbessert. Möglicherweise wurde die Art in der Vergangenheit auch deshalb übersehen, weil die individuenarmen Populationen in den deutlich häufigeren und individuenstärkeren Populationen von C. femorata im Gelände kaum auffallen. Beide Arten kommen sympatrisch vor und sind sich so ähnlich, dass nach eigenen Erfahrungen eine ganze Reihe von Choerades-Exemplaren gefangen werden muss, bevor C. amurensis nachgewiesen wird. Der Zeitraum der Nachweise umfasst zwar bisher nur eine Spanne von elf Jahren, dennoch wird von einer Etablierung ausgegangen. Die Art wurde in der Vergangenheit höchstwahrscheinlich übersehen. Ebenso wird davon ausgegangen, dass die Biologie der Art das Überleben in geeigneten naturnahen, feucht-kühlen Waldbereichen im Grenzbereich der Alpen und des Alpenvorlandes auch zukünftig gewährleistet. Bei Ausweitung der Untersuchungen ist mit weiteren Nachweisen zu rechnen. Es bestehen keine Erklärungsansätze für eine denkbare Einwanderung erst in jüngerer Zeit. Auch in Polen und in Belarus wurde C. amurensis erst kürzlich nachgewiesen, vgl. Diskussion in Wolff et al. (2021).
Arealrand
Westlich
Einbürgerungsstatus
Indigene oder Archäobiota
Quelle

Wolff, D. & Kästner, T. (2025): Rote Liste und Gesamtartenliste der Raubfliegen (Diptera: Asilidae) Deutschlands. – Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (10): 82 S.