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Wissenschaftlicher Name
Alocoderus hydrochaeris (Fabricius, 1798)
Synonyme bzw. Name in der vorherigen Roten Liste
Aphodius hydrochaeris (Fabricius, 1798)
Organismengruppe
Blatthornkäfer
Rote-Liste-Kategorie
Ausgestorben oder verschollen
Verantwortlichkeit Deutschlands
In besonderem Maße für hochgradig isolierte Vorposten verantwortlich (diese werden in den Kommentaren benannt, sofern dies nicht auf alle Vorkommen in Deutschland zutrifft)
Aktuelle Bestandssituation
ausgestorben/verschollen
Vorherige Rote-Liste-Kategorie
Vom Aussterben bedroht
Kategorieänderung gegenüber der vorherigen Roten Liste
Aktuelle Verschlechterung der Einstufung
Kommentar zur Verantwortlichkeit
Ein von den nächsten Arealteilen in Süd- und Südosteuropa hochgradig isoliertes Vorkommen in Sachsen-Anhalt im Harzvorland.
Kommentar zur Gefährdung
Im einzigen bekannten Vorkommensraum in Mitteldeutschland verschollen, wahrscheinlich ausgestorben.
Weitere Kommentare
Mediterrane Offenlandart, in Mitteleuropa wärmezeitliches Relikt; ein isoliertes Vorkommen in Sachsen-Anhalt im Harzvorland, in den 1950er Jahren jahrweise nicht selten zwischen Gatersleben und Hakel, nach 1959 nicht mehr beobachtet (Grebenščikov 1982). Der angebliche Wiederfund der Art nach 40 Jahren am historischen Fundort im Selketal 1999 (Jung 2001) beruhte auf einer Fehldetermination (Rößner 2013a). Die nächsten Vorkommen in Niederösterreich: Umgebung Wien (Horion 1958, Mitter 2000, Eckelt mdl. 2019), bis 1964 auch ein Vorkommen am Neusiedler See (Petrovitz 1956, Franz 1964, Tesarik & Waitzbauer 2008); nach Franz & Zelenka (1994) in den 1990er Jahren noch vorhandene Populationen. Offenbar abhängig von Pferdekot (Rößner 2012).
Quelle

Schaffrath, U. (2021): Rote Liste und Gesamtartenliste der Blatthornkäfer (Coleoptera: Scarabaeoidea) Deutschlands. – In: Ries, M.; Balzer, S.; Gruttke, H.; Haupt, H.; Hofbauer, N.; Ludwig, G. & Matzke-Hajek , G. (Red.): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands, Band 5: Wirbellose Tiere (Teil 3). – Münster (Landwirtschaftsverlag). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (5): 189-266