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Wissenschaftlicher Name
Bolbelasmus unicornis (Schrank, 1789)
Organismengruppe
Blatthornkäfer
Rote-Liste-Kategorie
Ausgestorben oder verschollen
Verantwortlichkeit Deutschlands
Daten ungenügend, evtl. erhöhte Verantwortlichkeit zu vermuten
Aktuelle Bestandssituation
ausgestorben/verschollen
Letzter Nachweis
1967
Vorherige Rote-Liste-Kategorie
Vom Aussterben bedroht
Kategorieänderung gegenüber der vorherigen Roten Liste
Aktuelle Verschlechterung der Einstufung
Kommentar zur Gefährdung
Hohe Ansprüche der xerothermophilen Art an Biotop, Klima und Nahrung. Nach Verlust der notwendigen offenen Habitatstrukturen durch fortschreitende Sukzession, Verbuschung und Bewaldung vielleicht schon ausgestorben, jedenfalls seit mehr als 50 Jahren in Deutschland verschollen.
Weitere Kommentare
Letzter Einzelnachweis aus Württemberg: Trockenaue bei Grißheim nördlich Neuenburg am Rhein 1967 (Brechtel et al. 1995, Frank & Konzelmann 2002); ältere Funde auch aus Bayern: Umgebung Ingolstadt: Neuburg an der Donau 1946 und 1954, von Ingolstadt auch ein alter Beleg von 1892 (Jungwirth 2005, 2012), außerdem eine sehr alte Meldung aus Aschaffenburg vor 1830 „in vielen Exemplaren“ (Oechsner 1854, Fröhlich 1897). Östliche Steppenart der offenen bis halboffenen Landschaft; Trockenheit und Wärme liebend. Durch die Lebensweise mutmaßlich an unterirdisch wachsenden Pilzen nur schwer nachweisbar; sehr kurze abendliche Schwärmzeit von 15 bis 30 Minuten kurz nach Sonnenuntergang, niedrig über dem Boden (Juřena et al. 2008), manchmal Lichtanflug. In Österreich in Anzahl im Hochwassergenist der Donau gefunden (Paill 2007).
Arealrand
Nordwestlich
Einbürgerungsstatus
Indigene oder Archäobiota
Quelle

Schaffrath, U. (2021): Rote Liste und Gesamtartenliste der Blatthornkäfer (Coleoptera: Scarabaeoidea) Deutschlands. – In: Ries, M.; Balzer, S.; Gruttke, H.; Haupt, H.; Hofbauer, N.; Ludwig, G. & Matzke-Hajek , G. (Red.): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands, Band 5: Wirbellose Tiere (Teil 3). – Münster (Landwirtschaftsverlag). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (5): 189-266