Fransenflügler (Thysanoptera)

Der Name der Fransenflügler verweist auf die fransenartigen Haare, die einige Arten an ihren Flügelrändern tragen. Es gibt jedoch auch Fransenflügler ganz ohne Flügel. Deutschland beheimatet derzeit 230 etablierte Fransenflüglerarten, von denen elf durch den Menschen eingeschleppt wurden.

Gewitterpropheten?

Im Volksmund werden die kleinen, etwa 1 bis 3 Millimeter großen Fluginsekten häufig als „Gewitterfliegen“ oder „Gewittertierchen“ bezeichnet, da sie im Sommer meist bei schwülem Wetter kurz vor einem Gewitter vermehrt zu beobachten sind. Da viele Fransenflügler nicht besonders gut fliegen können, machen sie sich zur Fortbewegung ihr geringes Gewicht zu Nutze und lassen sich als sogenanntes „Luftplankton“ mit dem Wind viele hundert bis tausend Kilometer weit tragen. Zieht ein Gewitter auf, verändert sich das elektrische Feld in der Atmosphäre, was die Fransenflügler dazu bewegt, Richtung Boden abzusinken.

Wie geht es den Fransenflüglern?

Ein Großteil (70 %) der Fransenflüglerarten in Deutschland gilt derzeit als ungefährdet. Lediglich zwei Arten sind als bestandsgefährdet eingestuft. Für alle übrigen Arten (28 %) reicht die Datenlage für eine zuverlässige Gefährdungseinstufung derzeit noch nicht aus – unter anderem, weil es kaum Fachleute gibt, die sich mit dieser Artengruppe beschäftigen.

Hauptgefährdungsursache der Fransenflügler, insbesondere der hoch spezialisierten Arten, ist der Verlust geeigneter Lebensräume. Zu diesen zählen vor allem Magerwiesen, Altholz-Wälder, aufgelassenen Weinberge und Steinbrüche sowie Trocken- und Magerrasen. Auch die zunehmende Fragmentierung der Landschaft durch Eingriffe des Menschen stellt mehr und mehr eine Bedrohung dar, da sie den Gen-Austausch zwischen den Individuen erschwert.

Aktuelle Rote Liste

(Stand 2007; einzelne Nachträge bis Juli 2008)

Zur Strassen, R. (2011): Rote Liste und Gesamtartenliste der Fransenflügler (Thysanoptera) Deutschlands. – In: Binot-Hafke, M.; Balzer, S.; Becker, N.; Gruttke, H.; Haupt, H.; Hofbauer, N.; Ludwig, G.; Matzke-Hajek, G. & Strauch, M. (Red.): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands, Band 3: Wirbellose Tiere (Teil 1). – Münster (Landwirtschaftsverlag). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (3): 559–573.

Alle Rote-Liste-Daten stehen zum Download zur Verfügung.