Laufkäfer und Sandlaufkäfer (Coleoptera: Carabidae)

Die Familie der Laufkäfer ist mit 582 in Deutschland etablierten Arten und Unterarten eine sehr große Gruppe innerhalb der Ordnung der Käfer. Bis auf eine durch den Menschen eingeschleppte Art werden derzeit alle anderen Laufkäfer als einheimisch betrachtet.

Wichtige Zeigertiere

In der Ökologie oder bei Lebensraumbewertungen werden Laufkäfer schon seit Jahrzehnten als Indikatoren, also Zeigerarten/Zeigerorganismen für bestimmte Umweltfaktoren, verwendet. Viele Laufkäferarten haben spezifische Ansprüche und sind somit eng an bestimmte Lebensraumbedingungen gebunden. Veränderungen des Laufkäfer-Artenspektrums innerhalb bestimmter Gebiete können deshalb auch als zuverlässige Grundlage für die Beurteilung von Lebensraumveränderungen genutzt werden.

Großes Ausbreitungspotential

Auch wenn Laufkäfer, wie ihr Name schon sagt,  gut zu Fuß sind, können die meisten Arten auch fliegen. Dadurch besitzen sie ein großes Ausbreitungspotenzial und die Fähigkeit, geeignete neue Lebensräume rasch zu besiedeln.

Wie geht es den Laufkäfern?

Insgesamt sind 35 % der bewerteten Laufkäfer-Arten und -Unterarten bestandsgefährdet oder bereits ausgestorben. Nur 43 % gelten derzeit noch als ungefährdet, 11 %  wurden als extrem selten eingestuft, die restlichen stehen entweder auf der Vorwarnliste (10 %) oder konnten aufgrund unzureichender Daten nicht eingestuft werden (1 %).

Die wesentliche Gefährdungsursache für alle Laufkäferarten ist vorrangig der Lebensraumverlust. Dazu zählen insbesondere die direkte Biotopzerstörung beispielsweise durch Baumaßnahmen oder Entwässerung von Lebensräumen, die intensive land- und forstwirtschaftliche Nutzung sowie die starke Freizeitnutzung der Flächen.

Aktuelle Rote Liste

(Stand April 2015)

Schmidt, J.; Trautner, J. & Müller-Motzfeld, G. (2016): Rote Liste und Gesamtartenliste der Laufkäfer (Coleoptera: Carabidae) Deutschlands. – In: Gruttke, H.; Balzer, S.; Binot-Hafke, M.; Haupt, H.; Hofbauer, N.; Ludwig, G.; Matzke-Hajek, G. & Ries, M. (Red.): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands, Band 4: Wirbellose Tiere (Teil 2). – Münster (Landwirtschaftsverlag). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (4): 139–204.

Die aktuellen Rote-Liste-Daten sind auch als Download verfügbar.