Schmetterlingsmücken (Diptera: Psychodidae)

In der deutschen Gesamtartenliste der Schmetterlingsmücken werden 154 etablierte Arten aufgeführt, von denen 133 im Rahmen einer Gefährdungsanalyse bewertet wurden. Unter den nicht bewerteten Arten befinden sich 20 Arten, von denen als sogenannte Lästlinge verschiedene gesundheitliche Risiken ausgehen können.

Die Ähnlichkeit zu Schmetterlingen

Schmetterlingsmücken ähneln durch ihre Körper- und Flügelform sowie die meist starke Behaarung winzigen nachtaktiven Schmetterlingen. Sie gehören jedoch nicht zur Ordnung der Schmetterlinge, sondern zu den Zweiflüglern.

Wie geht es den Schmetterlingsmücken?

Lediglich 11 % der bewerteten Schmetterlingsmückenarten gelten als bestandsgefährdet. 38 % sind aktuell noch ungefährdet. Für 42 % der Arten ist die Datenlage für eine Gefährdungseinschätzung unzureichend. Der Rest steht entweder auf der Vorwarnliste (8 %) oder wurde als extrem selten (1 %) eingestuft.

Die Hauptgefährdungsursache einiger Schmetterlingsmückenarten ist der Verlust von Fortpflanzungslebensräumen. Der für die Arten besonders wichtige Übergangsbereich zwischen Gewässern und Land verliert durch die Beseitigung von Ufergehölzen, die Gewässerbegradigung, die Absenkung des Grundwasserspiegels und den technischen Uferbau an Qualität. Das Trockenlegen von Feuchtgebieten wie Aulandschaften zur menschlichen Nutzung sowie der Ausbau von Quellfassungen führt zu einem weiteren Lebensraumverlust. Die Bestände einiger  Arten, deren Larven in zerfallendem Holz leben, sind stark von der Waldbewirtschaftungsform, insbesondere vom dortigen Umgang mit stehendem Totholz abhängig.

Aktuelle Rote Liste

(Stand Juli 2012)

Wagner, R. (2016): Rote Liste und Gesamtartenliste der Schmetterlingsmücken (Diptera: Psychodidae) Deutschlands. – In: Gruttke, H.; Balzer, S.; Binot-Hafke, M.; Haupt, H.; Hofbauer, N.; Ludwig, G.; Matzke-Hajek, G. & Ries, M. (Red.): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands, Band 4: Wirbellose Tiere (Teil 2). – Münster (Landwirtschaftsverlag). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (4): 15–30.

Die aktuellen Rote-Liste-Daten sind auch als Download verfügbar.