Rote-Liste-Arbeit in der Praxis

Eine wesentliche Aufgabe zur Vorbereitung einer Roten Liste ist das Sammeln aller verfügbaren Bestandsinformationen. Relevante Daten kommen z.B. von den Naturschutzbehörden der Länder, den zoologischen, botanischen und mykologischen Fachgesellschaften, den Leitern regionaler Kartierungsprojekte, Naturkundemuseen, Planungsbüros, forschenden Einzelpersonen oder Forschergruppen von Universitäten. Weitere Erkenntnisse ergeben sich durch die Auswertung von Fachveröffentlichungen.
Auch gezielte Nachsuchen können zur Vorbereitung von Roten Listen gehören. Dies ist sinnvoll, wenn es zu ausgewählten Arten seit Jahrzehnten keinerlei aktuelle Daten gibt, wenn unklar ist, ob diese Arten ausgestorben, vom Aussterben bedroht, extrem selten oder stark gefährdet sind.
Mit seinen Themenspecials gibt das Rote-Liste-Zentrum Einblick wie Rote Listen entstehen und stellt Expertinnen und Experten vor.
Übersicht Themenspecials und Interviews
- Eine der seltensten Pflanzen Deutschlands ist ein Ahorn
- Datenportal „Algen Deutschlands“ startet mit 71.000 Datensätzen zu Süßwasseralgen
- Alpen-Wollafter: Erster Fund von ausgewachsenen Faltern in Deutschland
- Warum Amphibien und Reptilien oft in einem Atemzug genannt werden: Interview mit Ulrich Schulte
- Wie lassen sich neue Arten entdecken?
- Bierschnegel gesucht! Eine Melde-Aktion von Rote-Liste-Zentrum und NABU-naturgucker.de
- Birdrace: Hier rennen nicht die Vögel sondern die Beobachter und Beobachterinnen
- Digitalisierung von 30.000 Karteikarten mit historischen Pilzdaten
- Forscher entdeckt einen in Deutschland bisher unbekannten Doppelfüßer: Haplogona oculodistincta
- Von erstaunlichen Trends bei Fischen und was harmonische Daten mit der neuen Roten Liste zu tun haben
- Datenportal Flechten Deutschlands wächst auf 116.000 Beobachtungen
- Der Fliegenpilz ist Pilz des Jahres 2022
- 1.062 Tiere untersucht: Myriapoden-Fachleute finden sehr seltenen Hundertfüßer Geophilus carpophagus
- Verschollener Hundertfüßer Strigamia maritima an der Nordseeküste entdeckt
- Die Entdeckung einer neuen Art: Die Hunsrück-Warzenflechte
- Auf der Suche nach dem Loreley-Dickkopffalter
- Warum der Loreley-Dickkopffalter jetzt in Deutschland als ausgestorben gilt und was der schwindende Weinbau damit zu tun hat
- Datenportal Mollusken Deutschlands enthält 390.000 Datensätze zu 420 Arten und Unterarten
- Datenportal Moose Deutschlands: 450.000 Beobachtungen und mehr als 1 Million Rasterdaten
- Bestimmungskurs Netzflügler: Viele entdeckt und noch mehr gelernt
- Datenportal Neuropteren Deutschlands erleichtert das Erfassen und Auswerten von Nachweisdaten
- Datenportal Pilze Deutschlands startet mit 4,3 Millionen Datensätzen zu 12.000 Taxa
- Von der Ansitzwarte in den Kescher: Auf der Suche nach Raubfliegen
- Warum Amphibien und Reptilien oft in einem Atemzug genannt werden: Interview mit Ulrich Schulte
- Vom Mäusefänger zum Säugetierspezialisten: Interview mit Holger Meinig
- Bestimmungskurs Schlauchalgen: Erst mal gut füttern
- Erster Nachweis des als verschollen geltenden Steirischen Fanghafts nach 42 Jahren
- Verschollene Art wiederentdeckt: Wald-Schnirkelschnecke
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Warum der Loreley-Dickkopffalter jetzt in Deutschland als ausgestorben gilt und was der schwindende Weinbau damit zu tun hat
Die Suche nach dem Loreley-Dickkopffalter im Mittelrheintal blieb ohne positives Ergebnis, so dass die Experten und Expertinnen davon ausgehen, dass diese Schmetterlingsart in Deutschland ausgestorben ist. Auch die Bestimmung der aufgefundenen Raupe erwies sich nach eingehender Untersuchung als Fehlschlag – sie gehört nicht zu der gesuchten Schmetterlingsart.
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Die Greise Rabaukenfliege ist nicht auffindbar, dafür ging ihre gefährdete Schwesternart ins Netz
Für einige extrem selten gefundene Arten wie z. B. für die Greise Rabaukenfliege war unklar, ob die in der Vergangenheit in Deutschland beobachteten Tiere unbeständige Gäste oder Vertreter einheimischer Populationen waren. Gezielte Nachsuchen an früheren Beobachtungsorten haben dazu beigetragen, diese Frage zu beantworten.
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Bestimmungskurs Schlauchalgen: Erst mal gut füttern
Anders als bei vielen anderen Kursen müssen die gesammelten Proben vor der Bestimmung gut „gefüttert“, sprich auf einem Nährmedium angezüchtet werden. Erst dann lassen sich Schlauchalgen bis zur Art bestimmen. Ein Schlauchalgen-Experte bot dafür im August und September 2025 im Auftrag des Rote-Liste-Zentrums einen viertägigen Kurs an. Schlauchalgen sind eine wenig bekannte und unscheinbare Pflanzengruppe, für die es in Deutschland nur noch sehr wenig Expertise gibt.
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Viel entdeckt und noch mehr gelernt
Früh aufstehen und lange wach bleiben, hieß es beim Bestimmungskurs Netzflügler am Wochenende (12.-14. Juli 2024) in Bad Bevensen. Die Teilnehmenden konnten ihr „Lehrmaterial“ selbst fangen und direkt vor Ort bestimmen. Neuropteren-Spezialisten hatten im Auftrag des Rote-Liste-Zentrums einen dreitägigen Kurs angeboten, um Kenntnisse über Netzflügler, ihren Fang und die Bestimmung zu vermitteln. Dabei stand die praktische Arbeit im Umgang mit dieser wenig bekannten Artengruppe im Mittelpunkt.
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Birdrace: Hier rennen nicht die Vögel sondern die Beobachter und Beobachterinnen!
Von der Rauschdroge Vogelbeobachtung, von überraschenden Stadtvogel-Begegnungen und warum man den Tag am besten auf dem Schnepfenstrich ausklingen lässt: Erfahrt hier, was unser Kollege mit dem Team „Doppelkornweihen“ beim letzten Birdrace erlebt hat und warum es sich lohnt, auch dieses Jahr wieder mitzumachen.
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Von erstaunlichen Trends bei Fischen und was harmonische Daten mit der neuen Roten Liste zu tun haben
Der Leiter der Datenauswertung verrät im Interview, warum diese Daten so wertvoll für die Rote Liste sind und wie man es vermeidet, bei der Auswertung von 200.000 Daten in Kasachstan zu landen. Er spricht über ungehobene Datenschätze und erläutert, was den Fischen in Deutschland das Leben schwer macht.
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Digitalisierung von 30.000 Karteikarten mit historischen Pilzdaten
Historische Funddaten von Arten gibt es viele, aber sie befinden sich oft in langen analogen Listen, in handschriftlichen Karteien von Museen und Sammlungen oder in privatem Besitz. Dies macht die Nutzung der Daten für die Forschung und insbesondere die Gefährdungseinschätzung im Rahmen der Rote-Liste-Erstellung mühsam. Das Rote-Liste-Zentrum unterstützte Fachleute deshalb darin, mehr als 30.000 handschriftliche Karteikarten mit Funddaten zu phytoparasitischen Kleinpilzen zu digitalisieren.
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Wie lassen sich neue Arten entdecken?
Die Zahl unentdeckter Arten ist hoch: geschätzte 10-100 Millionen Arten weltweit. Warum ist es trotzdem so schwer, neue Arten zu entdecken? MDR-Reporter Max hatte es sich einfacher vorgestellt. Im Selbstversuch und im Gespräch mit Fachleuten schaut er, wo es neue Arten geben könnte und was man tun muss, um sie zu finden. Mit dabei: unser Rote-Liste-Experte.
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Tag des Baumes: Eine der seltensten Pflanzen Deutschlands ist ein Ahorn
Zum „Tag des Baumes“ am 25. April stellen wir die fünf in Deutschland ursprünglichen Ahorn-Arten vor, darunter eine der seltensten Pflanzenarten Deutschlands. Bereits beim ersten deutschen Tag des Baumes, am 25. April 1952, pflanzte Bundespräsident Theodor Heuss im Bonner Hofgarten einen Ahorn.
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Überraschungsfund: Forscher entdeckt einen in Deutschland bisher unbekannten Doppelfüßer
Dem Bodentier-Experten Dr. Jörg Spelda gelang in Bayern der Nachweis einer aus Deutschland unbekannten Art, die nun in die Rote Liste der Doppelfüßer aufgenommen wird. Es handelt sich um eine echte Überraschung: Gesucht hatte er eigentlich nach etwas anderem.
