Berichte und Interviews

Rote-Liste-Arbeit in der Praxis

Eine wesentliche Aufgabe zur Vorbereitung einer Roten Liste ist das Sammeln aller verfügbaren Bestandsinformationen. Relevante Daten kommen z.B. von den Naturschutzbehörden der Länder, den zoologischen, botanischen und mykologischen Fachgesellschaften, den Leitern regionaler Kartierungsprojekte, Naturkundemuseen, Planungsbüros, forschenden Einzelpersonen oder Forschergruppen von Universitäten. Weitere Erkenntnisse ergeben sich durch die Auswertung von Fachveröffentlichungen.

Auch gezielte Nachsuchen können zur Vorbereitung von Roten Listen gehören. Dies ist sinnvoll, wenn es zu ausgewählten Arten seit Jahrzehnten keinerlei aktuelle Daten gibt, wenn unklar ist, ob diese Arten ausgestorben, vom Aussterben bedroht, extrem selten oder stark gefährdet sind.

Mit seinen Themenspecials gibt das Rote-Liste-Zentrum Einblick wie Rote Listen entstehen und stellt Expertinnen und Experten vor.

Übersicht Themenspecials und Interviews
  • Angekommen an der zweiten Fläche scheint die Sonne und die schöne Aussicht reicht bis zur Loreley. Foto: Jeremy Strätling

    Warum der Loreley-Dickkopffalter jetzt in Deutschland als ausgestorben gilt und was der schwindende Weinbau damit zu tun hat

    Auf der Suche nach dem Loreley-Dickkopffalter

    Die Suche nach dem Loreley-Dickkopffalter im Mittelrheintal blieb ohne positives Ergebnis, so dass die Experten und Expertinnen davon ausgehen, dass diese Schmetterlingsart in Deutschland ausgestorben ist. Auch die Bestimmung der aufgefundenen Raupe erwies sich nach eingehender Untersuchung als Fehlschlag – sie gehört nicht zu der gesuchten Schmetterlingsart.

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  • Bei der Nachsuche konnte die gefährdete Braune Rabaukenfliege nachgewiesen werden. Foto: Tommy Kästner

    Die Greise Rabaukenfliege ist nicht auffindbar, dafür ging ihre gefährdete Schwesternart ins Netz

    Auf der Suche nach Raubfliegen: Ein Themenspecial

    Für einige extrem selten gefundene Arten wie z. B. für die Greise Rabaukenfliege war unklar, ob die in der Vergangenheit in Deutschland beobachteten Tiere unbeständige Gäste oder Vertreter einheimischer Populationen waren. Gezielte Nachsuchen an früheren Beobachtungsorten haben dazu beigetragen, diese Frage zu beantworten.

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  • Bestimmungskurs Schlauchalgen: Erst mal gut füttern

    Schlauchalgen – Ein Themenspecial

    Anders als bei vielen anderen Kursen müssen die gesammelten Proben vor  der Bestimmung gut „gefüttert“, sprich auf einem Nährmedium angezüchtet  werden. Erst dann lassen sich Schlauchalgen bis zur Art bestimmen. Ein Schlauchalgen-Experte bot dafür im August und September 2025 im Auftrag des Rote-Liste-Zentrums einen viertägigen Kurs an. Schlauchalgen sind eine wenig bekannte und unscheinbare Pflanzengruppe, für die es in Deutschland nur noch sehr wenig Expertise gibt.

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  • Der Schwerpunkt des Bestimmungskurses lag auf der Vermittlung von praktischen Kenntnissen im Umgang mit Netzflüglern. Foto: Dr. Wolfgang Kathe

    Viel entdeckt und noch mehr gelernt

    Bestimmungskurs Netzflügler

    Früh aufstehen und lange wach bleiben, hieß es beim Bestimmungskurs Netzflügler am Wochenende (12.-14. Juli 2024) in Bad Bevensen. Die Teilnehmenden konnten ihr „Lehrmaterial“ selbst fangen und direkt vor Ort bestimmen. Neuropteren-Spezialisten hatten im Auftrag des Rote-Liste-Zentrums einen dreitägigen Kurs angeboten, um Kenntnisse über Netzflügler, ihren Fang und die Bestimmung zu vermitteln. Dabei stand die praktische Arbeit im Umgang mit dieser wenig bekannten Artengruppe im Mittelpunkt.

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  • Das flinke Sommergoldhähnchen hält leider selten still, weswegen wir hier auf ein Archivbild zurückgreifen. Foto: Rolf Müller/Adobe Stock

    Birdrace: Hier rennen nicht die Vögel sondern die Beobachter und Beobachterinnen!

    Abenteuer Birdrace – Ein Themenspecial

    Von der Rauschdroge Vogelbeobachtung, von überraschenden Stadtvogel-Begegnungen und warum man den Tag am besten auf dem Schnepfenstrich ausklingen lässt: Erfahrt hier, was unser Kollege mit dem Team „Doppelkornweihen“ beim letzten Birdrace erlebt hat und warum es sich lohnt, auch dieses Jahr wieder mitzumachen.

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  • Der Wolgazander ist eine invasive Art, die sich immer weiter ausbreitet. Dr. Martin Friedrichs-Manthey – hier im Bild – hat dazu ein Projekt initiiert. Foto: Dr. Martin Friedrichs-Manthey

    Von erstaunlichen Trends bei Fischen und was harmonische Daten mit der neuen Roten Liste zu tun haben

    Ein Interview mit Dr. Martin Friedrichs-Manthey, Mitautor der neuen Roten Liste der Süßwasserfische und Neunaugen Deutschlands

    Der Leiter der Datenauswertung verrät im Interview, warum diese Daten so wertvoll für die Rote Liste sind und wie man es vermeidet, bei der Auswertung von 200.000 Daten in Kasachstan zu landen. Er spricht über ungehobene Datenschätze und erläutert, was den Fischen in Deutschland das Leben schwer macht.

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  • Eine der rd. 30.000 handschriftlichen Karteikarten im Format DIN A7. Bild: Martin Schmidt

    Digitalisierung von 30.000 Karteikarten mit historischen Pilzdaten

    Altdatendigitalisierung – Ein Themenspecial

    Historische Funddaten von Arten gibt es viele, aber sie befinden sich oft in langen analogen Listen, in handschriftlichen Karteien von Museen und Sammlungen oder in privatem Besitz. Dies macht die Nutzung der Daten für die Forschung und insbesondere die Gefährdungseinschätzung im Rahmen der Rote-Liste-Erstellung mühsam. Das Rote-Liste-Zentrum unterstützte Fachleute deshalb darin, mehr als 30.000 handschriftliche Karteikarten mit Funddaten zu phytoparasitischen Kleinpilzen zu digitalisieren.

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  • Max Heeke begibt sich auf Entdeckungsreise. Grafik: MDR Wissen / Jessica Brautzsch

    Wie lassen sich neue Arten entdecken?

    Meine Challenge: Unser Experte ist dabei – Interview und Podcast

    Die Zahl unentdeckter Arten ist hoch: geschätzte 10-100 Millionen Arten weltweit. Warum ist es trotzdem so schwer, neue Arten zu entdecken? MDR-Reporter Max hatte es sich einfacher vorgestellt. Im Selbstversuch und im Gespräch mit Fachleuten schaut er, wo es neue Arten geben könnte und was man tun muss, um sie zu finden. Mit dabei: unser Rote-Liste-Experte.

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  • Der Französischen Ahorn ist in Deutschland zwar sehr selten, gilt aber als ungefährdet.

    Tag des Baumes: Eine der seltensten Pflanzen Deutschlands ist ein Ahorn

    Tag des Baumes – Ein Themenspecial

    Zum „Tag des Baumes“ am 25. April stellen wir die fünf in Deutschland ursprünglichen Ahorn-Arten vor, darunter eine der seltensten Pflanzenarten Deutschlands. Bereits beim ersten deutschen Tag des Baumes, am 25. April 1952, pflanzte Bundespräsident Theodor Heuss im Bonner Hofgarten einen Ahorn.

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  • Dr. Jörg Spelda fand Haplogona oculodistinta schon zuvor in Österreich, 30 km von der deutschen Grenze entfernt. Foto: Dr. Jörg Spelda

    Überraschungsfund: Forscher entdeckt einen in Deutschland bisher unbekannten Doppelfüßer

    Familienzuwachs und eine unerwartete Wiederentdeckung – Ein Themenspecial

    Dem Bodentier-Experten Dr. Jörg Spelda gelang in Bayern der Nachweis einer aus Deutschland unbekannten Art, die nun in die Rote Liste der Doppelfüßer aufgenommen wird. Es handelt sich um eine echte Überraschung: Gesucht hatte er eigentlich nach etwas anderem.

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