Themenwelt

Wissenswertes zu Tieren, Pflanzen und Pilzen entdecken

Von den etwa 72.000 in Deutschland einheimischen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sind in den Roten Listen rund 37.000 auf ihre Gefährdung hin untersucht. Ergänzend zu diesen wissenschaftlichen Fachgutachten geben die Artenportraits des Rote-Liste-Zentrums einen Einblick in die Lebensweise von Tieren und Pflanzen. Themenspecials mit Berichten und Interviews zeigen darüber hinaus, wie Rote-Liste-Arbeit in der Praxis aussieht und stellen Expertinnen und Experten vor. Eigene Themenwelt-Seiten informieren über gesetzliche Schutzmaßnahmen.

  • Stöpselkopfameisen sind scheue Baumbewohner. Foto: Ádám Bakos

    Ameisennester mit bulligen Türsteherinnen

    Die Stöpselkopfameise – Ein Artenportrait

    Um den Monatswechsel März/April kommt bei den Völkern vieler einheimischer Ameisenarten wieder Leben in die Bude. Die Winterruhe geht zu Ende, es wird aufgeräumt, eine neue Generation Arbeiterinnen schlüpft und die Tiere gehen regelmäßig auf Nahrungssuche. Die Stöpselkopfameise bildet da keine Ausnahme. Da die Art bei uns selten ist, ihre Völker meist unter 500 Einzeltiere umfassen und diese außerhalb des Nestes fast immer allein unterwegs sind, lebt die Art vielerorts „unter dem Radar“. Die Stöpselkopfameise ist unsere Art des Monats April.

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  • Mit seiner, schlanken, zylindrischen Gestalt und dem charakteristischen seidenmatten Glanz ist der Gemeine Gepunktete Schnurfüßer ein auffälliger Bewohner in einem verborgenen Lebensraum. Foto: Axel Steiner.

    Ein verborgener Holzbewohner unserer Wälder

    Der Gemeine Gepunktete Schnurfüßer – Ein Artenportrait

    Mit einer Körperlänge von nur 13 bis 28 Millimetern gehört der Gemeine Gepunktete Schnurfüßer nicht gerade zu den auffälligen Bewohnern des Waldes. Schlank, zylindrisch und mit einem seidenmatten Glanz, bewegt sich dieser Doppelfüßer eher gemächlich durch ein verborgenes Reich. Wer ihn entdecken will, muss nicht auf Wiesen oder unter Laub suchen, sondern im morschen Holz. Unter der lockeren Rinde alter Stubben oder im feuchten Mulm abgestorbener Äste und Baumstämme ist er besonders gut zu finden. Die Art zeigt damit eine für Doppelfüßer ungewöhnlich starke Bindung an verrottendes Holzmaterial.

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  • Das Hermelin erscheint im Schnee perfekt getarnt: Ob das der Zweck des Fellwechsels ist, konnte noch nicht nachgewiesen werden. Foto: Rolf Müller/AdobeStock

    Winterbote und Wühlmausjäger

    Das Hermelin – Ein Artenportrait

    Von Monarchen wurde sein Pelz als Zeichen der Würde und Macht getragen. Obwohl das Hermelin weit verbreitet ist, wird es nur selten beobachtet. Seine heimliche Lebensweise macht es sehr schwer, seinen Bestand in Deutschland zu schätzen oder gar die Tiere zu zähle: Im Winter schneeweiß und immer in Bewegung. 

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  • Der Europäische Biber ist Pflanzenfresser und nachtaktiv.  © Foto. Markus Brindl

    Eifriger Baumeister und Landschaftsgestalter

    Der Europäische Biber – Ein Artenportrait

    Baumstämme sind keilförmig angenagt, Holzspäne verteilen sich drumherum: Die Fraßspuren des Bibers an Uferbäumen sind wohlbekannt, aber gesehen haben den scheuen und nachtaktiven Nager die Wenigsten. Dabei fühlt er sich wieder an vielen Gewässern in Deutschland zuhause. Dank Auswilderungsprogrammen und des Schutzes, den Biber bei uns genießen, hat sich die Population in den letzten 50 Jahren gut erholt. Dafür bedankt sich der Biber auf eigene Weise: Mit seinen legendären Baufähigkeiten hilft er dem Ökosystem. Er wandelt Auenlandschaften so um, dass sie dem Klimawandel und Artenschwund trotzen.

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  • Der Thymian-Ameisenbläuling ernährt sich von Arznei-Thymian oder Gewöhnlichem Dost. © Foto: Dr. Steffen Caspari

    Falter Jekyll und Raupe Hyde

    Der Thymian-Ameisenbläuling – Ein Artenportrait

    Eine Schmetterlingsraupe, die Ameisenlarven frisst?! Das ist ungewöhnlich. Mit großem Appetit verspeist die Raupe des Thymian-Ameisenbläulings die Ameisenbrut, nachdem die Ameise das Bläulingsräupchen in ihren Bau aufgenommen, beschützt und umsorgt hat. Im Haus der Pflegeeltern wandelt sich der „süße Wurm“ vom Vegetarier zum Räuber.

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  • Schmetterling mit Keuschheitsgürtel

    Der Rote Apollo – Ein Artenportrait

    Benannt nach Apollon, dem griechischen Gott des Lichtes, ist der Apollofalter nahezu ausschließlich bei Sonnenschein aktiv. Seine Weibchen schützt er durch einen „Keuschheitsgürtel“. Der sehr seltene und stark gefährdete Schmetterling fliegt zwischen Ende Mai und August. Seine Unterart, der Mosel-Apollofalter, ist der Schmetterling des Jahres 2024.

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  • Der sehr seltene Blauschillernde Feuerfalter ist in der Roten Liste der Tagfalter Deutschlands als stark gefährdet eingestuft.

    Metallic-Look ohne Farbe

    Der Blauschillernde Feuerfalter – Ein Artenportrait

    Der Blau- und Violettschiller der Feuerfalter ist einzigartig auf der Welt – keine andere Schmetterlingsgruppe besitzt solche Farben. Dabei ist der metallisch wirkende Schiller gar keine echte Farbe, denn er wird durch Lichtbrechung erzeugt. Dafür verblasst er auch nicht.

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  • Goldfarbene Haarsäume an den Tergiten des Hinterleibs sind typisch für die Fransen-Mordfliege  - hier ein junges Männchen. Gut erkennbar ist auch die leicht aufwärts weisende untere Kontur des Stechrüssels. Foto: Dr. Günter Matzke-Hajek

    Freispruch bei Mord und Raub

    Die Fransen-Mordfliege – Ein Artenportrait

    Den Namen „Mordfliege“ sollte man nicht zu wörtlich nehmen. Mordfliegen gehören zur Familie der Raubfliegen (Asilidae) und überfallen zwar ahnungslose Beutetiere, töten sie aber nicht zu ihrem Vergnügen, sondern um sich zu ernähren. Während Raubtiere mittlerweile zu „Beutegreifern“ und Raubvögel zu „Greifvögeln“ umgetauft wurden, nahm bisher niemand Anstoß an den „Raubfliegen“. Wir auch nicht. Der Name ist schon 230 Jahre alt und wird aus Traditionsgründen beibehalten.

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  • Dr. Dorothee Killmann und ihr Mann Burkhard Leh mit der neu entdeckten Flechte. Foto: Konrad Funk

    Eine wirklich bemerkenswerte Entdeckungsgeschichte

    Die Hunsrück-Warzenflechte – Ein Artenportrait und Erlebnisbericht

    „Fast wäre nichts daraus geworden. Schwere Wackersteine im Rucksack durch den Wald tragen, nur wegen einer kleinen unscheinbaren Flechte? Nein danke, dazu hatte ich keine Lust. Die lässt sich sowieso nicht bestimmen, dachte ich. Hätte sich nicht mein Mann angeboten, die Steine zu tragen und mich überredet, die Flechte im Labor der Universität in Koblenz zu untersuchen, wäre diese kleine Sensation wohl nie passiert…“ schildert Dr. Dorothee Killmann die Entdeckung einer neuen Art. Die Hunsrück-Warzenflechte ist unsere Art des Monats November.

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  • Der Blutrote Meerampfer ist eine Rotalge, die ausschließlich im Meer vorkommt. Foto: Dr. Dirk Schories

    Knallrote Blätter im Meer

    Der Blutrote Meerampfer – Ein Artenportrait

    Auch wenn es sein Name nahelegt: Mit den bekannten Ampferarten, die auf Wiesen und an Ufern fast überall in Deutschland wachsen, ist der Blutrote Meerampfer nicht näher verwandt. Er ist vielmehr eine ausschließlich im Meer vorkommende Rotalge. Seine knallig roten „Blätter“ fallen am ehesten auf, wenn sie an den Strand gespült werden, verbleichen aber schnell. Der Blutrote Meerampfer wächst zwar nicht überall im deutschen Meeresgebiet, seine Bestände sind aber stabil und er gilt als ungefährdet. Die charismatische Rotalge hat sogar eine kleine Karriere in der Kunst hinter sich. Der Blutrote Meerampfer ist unsere Art des Monats Oktober.

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