Wissenswertes zu Tieren, Pflanzen, Pilzen
Die Artenportraits des Rote-Liste-Zentrums geben einen Einblick in die Lebensweise von Tieren, Pflanzen und Pilzen. Neben den Rote-Liste-Angaben zeigen sie Wissenswertes und Kurioses auf und auch was zu tun ist, um den Bestand der Art zu erhalten. Mit der „Art des Monats“ macht das Rote-Liste-Zentrum zudem regelmäßig auf besondere Pilz-, Pflanzen- oder Tierarten aufmerksam.
Übersicht Artenportraits
- Alpen-Gebirgsschrecke (Miramella alpina)
- Alpenspitzmaus (Sorex alpinus)
- Ameisenassel (Platyarthrus hoffmannseggii)
- Ameisen-Sichelwanze (Himacerus mirmicoides)
- Apollofalter, Roter Apollo (Parnassius apollo)
- Äsche (Thymallus thymallus)
- Bergzikaden: Echte Bergzikade (Cicadetta montana), Honigader-Bergzikade (Cicadetta cantilatrix) sowie Cicadetta petryi
- Blattloser Widerbart (Epipogium aphyllum)
- Blutroter Meerampfer / Blutroter Seeampfer (Delesseria sanguinea)
- Edelkrebs (Astacus astacus)
- Blauschillernder Feuerfalter (Lycaena helle)
- Feldhamster (Cricetus cricetus)
- Feldhase (Lepus europaeus)
- Feuersalamander (Salamandra salamandra)
- Gemeine Filzbiene (Epeolus variegatus)
- Gemeine Florfliege (Chrysoperla carnea)
- Fransen-Mordfliege (Choerades fimbriata)
- Frühjahrs-Feenkrebs (Eubranchipus grubii)
- Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis)
- Frühlings-Seidenbiene (Colletes cunicularius)
- Garten-Blattschneiderbiene (Megachile willughbiella)
- Gartenschläfer (Eliomys quercinus)
- Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans)
- Gestreifte Quelljungfer (Cordulegaster bidentata)
- Gewimperter Erdstern (Geastrum fimbriatum)
- Grasnelken-Glasflügler (Pyropteron muscaeformis)
- Graues Langohr (Plecotus austriacus)
- Hecht (Esox lucius)
- Hermelin (Mustela erminea)
- Herzseeigel: Gemeiner Herzigel (Echinocardium cordatum), Großer Herzseeigel (Echinocardium pennatifidum), Leier-Herzigel (Brissopsis lyrifera), Nordischer Herzigel (Echinocardium flavescens), Purpurseeigel (Spatangus purpureus)
- Hunsrück-Warzenflechte (Verrucaria hunsrueckensis)
- Iltis (Mustela putorius)
- Isländisches Moos (Cetraria islandica)
- Kaiserling (Amanita caesarea)
- Karpfen (Cyprinus carpio)
- Kieselalgen, am Beispiel Gomphonella tegelensis
- Kleine Goldschrecke (Euthystira brachyptera)
- Kleine Moosjungfer (Leucorrhinia dubia)
- Kleiner Wasserfrosch (Pelophylax lessonae)
- Kuckuck (Cuculus canorus)
- Gewöhnliche Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris)
- Kurzschnäuziges Seepferdchen (Hippocampus hippocampus)
- Leuchtmoos (Schistostega pennata)
- Luchs (Lynx lynx)
- Maiglöckchen (Convallaria majalis)
- Gelbe Narzisse (Narcissus pseudonarcissus)
- Olivgrüne Schmuckeule (Valeria oleagina)
- Gewöhnliche Osterluzei (Aristolochia clematitis)
- Panther-Ameisenjungfer (Dendroleon pantherinus)
- Papageitaucher (Fratercula arctica)
- Phytoparasitische Kleinpilze am Beispiel Gymnosporangium amelanchieris
- Pierwurm, Sandpier, Köderwurm (Arenicola marina)
- Rainfarn-Maskenbiene (Hylaeus nigritus)
- Raue Braunschüsselflechte (Melanohalea exasperata)
- Rebhuhn (Perdix perdix)
- Rötliches Torfmoos (Sphagnum rubellum)
- Rotmilan (Milvus milvus)
- Gewöhnlicher Sanddorn (Hippophaë rhamnoides)
- Sand-Ohrwurm (Labidura riparia)
- Schachblume (Fritillaria meleagris)
- Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis)
- Schlingnatter (Coronella austrica)
- Seehund (Phoca vitulina)
- Smaragdwurm (Aporrectodea smaragdina)
- Strand-Pseudoskorpion (Dactylochelifer latreillii)
- Sumpf-Haubenpilz (Mitrula paludosa)
- Sumpf-Läusekraut (Pedicularis palustris)
- Gewöhnlicher Teufelsabbiss (Succisa pratensis)
- Thymian-Ameisenbläuling (Phengaris arion)
- Trauer-Rosenkäfer (Oxythyrea funesta)
- Trommelwolf (Hygrolycosa rubrofasciata)
- Veilchenblauer Wurzelhalsschnellkäfer (Limoniscus violaceus)
- Vierbindige Furchenbiene (Halictus quadricinctus)
- Waldrapp (Geronticus eremita)
- Warzenbeißer (Decticus verrucivorus)
- Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata)
- Zinnoberroter Prachtbecherling (Sarcoscypha coccinea)
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Spuren im Sand: Ein Ökosystemingenieur am Werk
Wer schon einmal im Watt zu Fuß unterwegs war, kennt die weiten Rippelfelder des Sandwatts, übersät mit unzähligen kleinen Hügeln aus Sandschnüren und trichterförmigen Löchern. Hier lebt und gräbt der Pierwurm, auch Köderwurm genannt. Sein Name ist Programm: Der Wurm wird gerne zum Angeln verwendet. Zusammen mit der Gemeinen Wattschnecke, der Herzmuschel, der Gemeinen Strandkrabbe und der Nordseegarnele gehört der Pierwurm zu den „Small five“, den fünf wichtigsten kleinen wirbellosen Arten des Wattenmeeres.
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Torfmoose sind Baumeister der Moore
Das Rötliche Torfmoos ist nicht nur ein Bewohner der europäischen Hochmoore, es ist auch maßgeblich an deren Entstehung beteiligt: Aus abgestorbenen Teilen der Pflanze entsteht unter moortypischen Bedingungen Torf. Dieser wurde früher in großem Stil als Brennmaterial abgebaut und wird heute noch für Gartenbau-Substrate verwendet. 95 % der deutschen Moore gelten als geschädigt und das Rötliche Torfmoos wird in der Roten Liste der Moose als „gefährdet“ aufgeführt.
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Rebhuhn und Feldhase – ein Traumpaar?
Das wäre doch ein märchenhafter Deal: Die Rebhenne legt fleißig Eier, und der Hase versteckt sie pünktlich zum Osterfest für die Menschenkinder. Tatsächlich legen weibliche Rebhühner im Frühjahr regelmäßig 10 bis 20 Eier. Die Sache hat aber doch einen Haken: Nicht nur Feldhasen sind gefährdet, auch Rebhühner werden immer seltener. Noch vor 40 Jahren war ihr schnarrendes, zweisilbiges „Kirrreck“ im Frühjahr ein vertrautes Geräusch in der Feldflur. Heute sind sie bei uns die Vogelart mit den größten Bestandsverlusten. Seit 1980 ist die Zahl der Brutpaare in Deutschland auf etwa 5 % der damaligen Zahl zurückgegangen.
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Einzelzimmer mit Seide
Anders als die Honigbiene baut die Frühlings-Seidenbiene ihre Nester nicht mit Wachs, sondern kleidet die Kinderstube mit einer durchsichtigen „Seidentapete“ aus. Die Frühlings-Seidenbiene wurde kürzlich von einem Kuratorium zur Wildbiene des Jahres 2023 gewählt.
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Sumpf-Haubenpilz: Der erste Eindruck täuscht
In englischsprachigen Ländern wird der Sumpf-Haubenpilz wegen seines Aussehens „Bog Beacon“ benannt, also Sumpf-Leuchtfeuer. Darin steckt ein Hinweis auf den Standort und die Ähnlichkeit mit einer winzigen Wachskerze. Wegen seiner Kleinheit, seiner wenig einladenden Wuchsorte und da er nicht als Speisepilz taugt, führt er aber eher ein Schattendasein. In der Roten Liste der Pilze Deutschlands gehört er zu den Arten der „Vorwarnliste“. Mit seiner Wahl zum Pilz des Jahres 2023 macht die Deutsche Gesellschaft für Mykologie auf die Gefährdung von Lebensräumen spezialisierter Arten aufmerksam.
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Der Kleine Wasserfrosch ist Lurch des Jahres 2023
Er ist selten und wenig erforscht: Der Kleine Wasserfrosch. Um auf die gefährdete Art und die Forschungsdefizite aufmerksam zu machen, hat die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT e. V.) ihn zum Lurch des Jahres 2023 gewählt. Die Rote Liste verzeichnet für den Kleinen Wasserfrosch eine „Gefährdung unbekannten Ausmaßes“.
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Ohne Blinddarm ist das Leben länger
Wenn die kleine Schlafmaus mit der auffälligen schwarzen Kopfmaske erst im späten Frühjahr wieder erwacht, hat das etwas mit ihrem Speiseplan zu tun – und dass ihr ein Stück Darm fehlt. Er wurde von der Deutschen Wildtierstiftung zum Tier des Jahres 2023 gewählt.
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Ein schwindendes Juwel unserer Flüsse?
Die Äsche ist sicherlich einer der auffälligeren Fische unserer heimischen Wasserwelt. Man erkennt sie an der mit zunehmendem Alter immer größer werdenden, bunten Rückenflosse. Nicht ohne Grund wird diese oft auch als „Fahne“ bezeichnet. Die Rote Liste der Süßwasserfische führt die Äsche als „Stark gefährdet“ auf.
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Kartoffeln in der Nordsee?
Es handelt sich natürlich nicht wirklich um Kartoffeln, aber die Tiere sehen ihnen auf den ersten Blick durchaus ähnlich: Gemeint sind die in der Nordsee lebenden Herzigel, die zu den Seeigeln gehören. Während einige Herzigel als ungefährdet gelten, sind andere vom Aussterben bedroht.
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Ein verborgener Bewohner unserer Wälder
Mit seinem markanten schwarz-gelben Flecken- und Streifenmuster ist der Feuersalamander eine der bekanntesten Amphibienarten. Doch ist er überwiegend nachtaktiv und nicht leicht zu finden. So kennen ihn die meisten Menschen wohl nur von Abbildungen. Noch ist der Feuersalamander recht häufig in unseren Wäldern, aber das könnte sich bald ändern: Eine tückische Pilzinfektion breitet sich auch in Deutschland aus.
