Artenportraits

Wissenswertes zu Tieren, Pflanzen, Pilzen

Die Artenportraits des Rote-Liste-Zentrums geben einen Einblick in die Lebensweise von Tieren, Pflanzen und Pilzen. Neben den Rote-Liste-Angaben zeigen sie Wissenswertes und Kurioses auf und auch was zu tun ist, um den Bestand der Art zu erhalten. Mit der „Art des Monats“ macht das Rote-Liste-Zentrum zudem regelmäßig auf besondere Pilz-, Pflanzen- oder Tierarten aufmerksam.

Übersicht Artenportraits
  • Der Thymian-Ameisenbläuling ernährt sich von Arznei-Thymian oder Gewöhnlichem Dost. © Foto: Dr. Steffen Caspari

    Falter Jekyll und Raupe Hyde

    Der Thymian-Ameisenbläuling – Ein Artenportrait

    Eine Schmetterlingsraupe, die Ameisenlarven frisst?! Das ist ungewöhnlich. Mit großem Appetit verspeist die Raupe des Thymian-Ameisenbläulings die Ameisenbrut, nachdem die Ameise das Bläulingsräupchen in ihren Bau aufgenommen, beschützt und umsorgt hat. Im Haus der Pflegeeltern wandelt sich der „süße Wurm“ vom Vegetarier zum Räuber.

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  • Schmetterling mit Keuschheitsgürtel

    Der Rote Apollo – Ein Artenportrait

    Benannt nach Apollon, dem griechischen Gott des Lichtes, ist der Apollofalter nahezu ausschließlich bei Sonnenschein aktiv. Seine Weibchen schützt er durch einen „Keuschheitsgürtel“. Der sehr seltene und stark gefährdete Schmetterling fliegt zwischen Ende Mai und August. Seine Unterart, der Mosel-Apollofalter, ist der Schmetterling des Jahres 2024.

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  • Der sehr seltene Blauschillernde Feuerfalter ist in der Roten Liste der Tagfalter Deutschlands als stark gefährdet eingestuft.

    Metallic-Look ohne Farbe

    Der Blauschillernde Feuerfalter – Ein Artenportrait

    Der Blau- und Violettschiller der Feuerfalter ist einzigartig auf der Welt – keine andere Schmetterlingsgruppe besitzt solche Farben. Dabei ist der metallisch wirkende Schiller gar keine echte Farbe, denn er wird durch Lichtbrechung erzeugt. Dafür verblasst er auch nicht.

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  • Goldfarbene Haarsäume an den Tergiten des Hinterleibs sind typisch für die Fransen-Mordfliege – hier ein junges Männchen. Gut erkennbar ist auch die leicht aufwärts weisende untere Kontur des Stechrüssels.  © Foto: Dr. Günter Matzke-Hajek

    Freispruch bei Mord und Raub

    Die Fransen-Mordfliege – Ein Artenportrait

    Den Namen „Mordfliege“ sollte man nicht zu wörtlich nehmen. Mordfliegen gehören zur Familie der Raubfliegen (Asilidae) und überfallen zwar ahnungslose Beutetiere, töten sie aber nicht zu ihrem Vergnügen, sondern um sich zu ernähren. Während Raubtiere mittlerweile zu „Beutegreifern“ und Raubvögel zu „Greifvögeln“ umgetauft wurden, nahm bisher niemand Anstoß an den „Raubfliegen“. Wir auch nicht. Der Name ist schon 230 Jahre alt und wird aus Traditionsgründen beibehalten.

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  • Dr. Dorothee Killmann und ihr Mann Burkhard Leh mit der neu entdeckten Flechte. Foto: Konrad Funk

    Eine wirklich bemerkenswerte Entdeckungsgeschichte

    Die Hunsrück-Warzenflechte – Ein Artenportrait und Erlebnisbericht

    „Fast wäre nichts daraus geworden. Schwere Wackersteine im Rucksack durch den Wald tragen, nur wegen einer kleinen unscheinbaren Flechte? Nein danke, dazu hatte ich keine Lust. Die lässt sich sowieso nicht bestimmen, dachte ich. Hätte sich nicht mein Mann angeboten, die Steine zu tragen und mich überredet, die Flechte im Labor der Universität in Koblenz zu untersuchen, wäre diese kleine Sensation wohl nie passiert…“ schildert Dr. Dorothee Killmann die Entdeckung einer neuen Art. Die Hunsrück-Warzenflechte ist unsere Art des Monats November.

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  • Der Blutrote Meerampfer ist eine Rotalge, die ausschließlich im Meer vorkommt. © Foto: Dr. Dirk Schories

    Knallrote Blätter im Meer

    Der Blutrote Meerampfer – Ein Artenportrait

    Auch wenn es sein Name nahelegt: Mit den bekannten Ampferarten, die auf Wiesen und an Ufern fast überall in Deutschland wachsen, ist der Blutrote Meerampfer nicht näher verwandt. Er ist vielmehr eine ausschließlich im Meer vorkommende Rotalge. Seine knallig roten „Blätter“ fallen am ehesten auf, wenn sie an den Strand gespült werden, verbleichen aber schnell. Der Blutrote Meerampfer wächst zwar nicht überall im deutschen Meeresgebiet, seine Bestände sind aber stabil und er gilt als ungefährdet. Die charismatische Rotalge hat sogar eine kleine Karriere in der Kunst hinter sich. Der Blutrote Meerampfer ist unsere Art des Monats Oktober.

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  • Sand-Ohrwürmer – hier ein Weibchen – sind in Deutschland bestandsgefährdet. Foto: Thomas Wesener

    Der seltene Sand-Ohrwurm ist kein böser „Ohrenkneifer“

    Der Sand-Ohrwurm – Ein Artenportrait

    Fast jeder hat sie schon mal gesehen: Ohrwürmer. Sie kommen nahezu überall vor und sind durch ihre markanten Zangen am Hinterleib kaum zu verwechseln. Viele Gerüchte ranken sich um diese kleinen Insekten. Und auch die Bezeichnung „Ohrwurm“ für eine einprägsame Melodie soll von diesen Tieren abgeleitet sein. Im Gegensatz zu dem sehr häufig vorkommenden Gemeinen Ohrwurm, den man oft im Park, auf Obstbäumen aber auch unter Blumentöpfen findet, ist der Sand-Ohrwurm nicht weit verbreitet.

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  • In den letzten Jahrzehnten sind die Bestände der drei einheimischen Flusskrebsarten weitgehend zusammengebrochen. Foto: Sascha Schleich

    Schutzlos trotz Panzer

    Der Edelkrebs – Ein Artenportrait

    Bis vor ca. 140 Jahren lebten in unseren Bächen, Flüssen und stehenden Gewässern stabile, teilweise sehr große Bestände der drei in Deutschland einheimischen Flusskrebse, nämlich vom Edelkrebs, vom Steinkrebs und vom Dohlenkrebs. Heute haben es diese drei trotz ihrer starken Panzerung zunehmend schwer. Gründe dafür sind der Gewässerverbau und die Gewässerverschmutzungen, vor allem aber die Krebspest, eine für mitteleuropäische Flusskrebse tödlich verlaufende Krankheit. Auch die zunehmende Ausbreitung mehrerer gebietsfremder Flusskrebsarten – die meisten davon sind zugleich Überträger der Krebspest – setzt den einheimischen Zehnfußkrebsen stark zu. Deren bekanntester Vertreter ist der Edelkrebs. 

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  • Das Kurzschnäuzige Seepferdchen lebt in warm-gemäßigten Gewässern im Mittelmeer und Atlantik, um die Britischen Inseln und seit wenigen Jahrzehnten auch in der deutschen Nordsee. Foto: Solvin Zankl

    Comeback in der Nordsee? Das Kurzschnäuzige Seepferdchen

    Das Kurzschnäuzige Seepferdchen – Ein Artenportrait

    Auch wenn es das Frühschwimmerabzeichen ziert und jedes Kind es erkennt: Das Seepferdchen würden die Wenigsten in den deutschen Meeresgewässern vermuten. Seit einigen Jahrzehnten ist es aber auch aus der Nordsee und insbesondere aus dem Nationalpark Nordfriesisches Wattenmeer bekannt. Mit der im Juni 2025 veröffentlichten Roten Liste der Meeresfische ist es nun offiziell: Vom Kurzschnäuzigen Seepferdchen existiert eine kleine Population vor der schleswig-holsteinischen Nordseeküste, es ist dort aber „sehr selten“. 

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  • Das seltene Sumpf-Läusekraut ist nach Bundesartenschutzverordnung „besonders geschützt“. Foto: Dr. Steffen Caspari

    Läuse adé? Ein Halbschmarotzer mit Biss

    Das Sumpf-Läusekraut – Ein Artenportrait

    Ob das Sumpf-Läusekraut gegen Plagegeister hilft ist unklar. Sicher ist jedoch, dass die stark gefährdete Art auf sumpfige Standorte wie Moore und Feuchtwiesen angewiesen ist. Mit ihren rosafarbenen Blüten erinnert sie uns im Frühsommer daran, solche Feuchtlebensräume und die dort lebende Flora und Fauna zu schützen. 

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