Wissenswertes zu Tieren, Pflanzen und Pilzen entdecken
Von den etwa 72.000 in Deutschland einheimischen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sind in den Roten Listen rund 37.000 auf ihre Gefährdung hin untersucht. Ergänzend zu diesen wissenschaftlichen Fachgutachten geben die Artenportraits des Rote-Liste-Zentrums einen Einblick in die Lebensweise von Tieren und Pflanzen. Themenspecials mit Berichten und Interviews zeigen darüber hinaus, wie Rote-Liste-Arbeit in der Praxis aussieht und stellen Expertinnen und Experten vor. Eigene Themenwelt-Seiten informieren über gesetzliche Schutzmaßnahmen.
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Wählerische Pollensammlerin
Die Weibchen dieser schwarz-glänzenden Wildbiene sammeln Pollen von wenigen Glockenblumen-Arten. Kopfüber in ihrer Lieblingsblüte sind sie einfach zu beobachten. Die Glockenblumen-Schmalbiene ist die Wildbiene des Jahres 2026.
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Tierische Taucher und U-Boote: Suche nach seltenen Wasserkäfern
Als Vorbereitung der aktuellen Roten Liste der Wasserkäfer Deutschlands hat das Rote-Liste-Zentrum eine Reihe von gezielten Nachsuchen beauftragt. Mit Erfolg: Eine Art wurde zum ersten Mal in Deutschland nachgewiesen, weitere sehr seltene Arten wurden wiedergefunden.
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Das Phantom der Wälder: Eine Lebensaufgabe für botanische Geisterjäger
Manche Arten fallen durch ihre Größe, ihre Farben oder ihre Häufigkeit auf. Der Blattlose Widerbart repräsentiert das Gegenteil von alldem. Wenn seine blassen Sprosse im Sommer plötzlich aus dem Waldboden sprießen, ist dies oft nur ein kurzer Besuch. Nach dem Blühen und Fruchten verschwinden die Pflanzen wieder im Dunkeln – manchmal für Jahre, nicht selten für Jahrzehnte. Diese Unberechenbarkeit und ihre filigrane Erscheinung verliehen der Art den englischen Namen „Ghost Orchid“. Der Blattlose Widerbart ist unsere Art des Monats Juli.
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Das schwarze Schaf unter den Borkenkäfern
Es gibt sie in den besten Familien: Die Verwandten, die direkt auf sich aufmerksam machen müssen, die bei jedem Buffet gleich drei Mal Nachschlag holen und hinterher eine Verwüstung hinterlassen. Da ist schnell der Ruf der ganzen Sippschaft ruiniert. So oder so ähnlich geht es den Borkenkäfern. Zwar brüten die meisten der 110 heimischen Arten der Käfer-Unterfamilie Scolytinae in Holz oder Rinde von Bäumen, aber das Image als Waldvernichter verdanken die Borkenkäfer in erster Linie dem Buchdrucker. Dabei ist er nur Profiteur des Klimawandels und der einseitigen Waldwirtschaft: Der Buchdrucker ist unsere Art des Monats Juni.
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Schwer zu entdecken: Libellen im Wald
Die Gestreifte Quelljungfer ist nicht ganz so selten, wie lange vermutet – schwer zu entdecken ist sie dennoch. In ihren oft abgelegenen Habitaten, an winzigen Bächen, im Halbschatten der Wälder, werden keine Libellen vermutet. Aufmerksame Beobachter können jedoch schon im späten Frühjahr frisch geschlüpfte „Waldlibellen“ finden, im Flug sind sie meist ab Juni zu beobachten. Aufgrund ihrer jahrelangen Entwicklungszeit ist die Quelljungfer ein Langzeitindikator für den Zustand von Quellgewässern. Sie ist unsere Art des Monats Mai.
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Ein verborgener Holzbewohner unserer Wälder
Mit einer Körperlänge von nur 13 bis 28 Millimetern gehört der Gemeine Gepunktete Schnurfüßer nicht gerade zu den auffälligen Bewohnern des Waldes. Schlank, zylindrisch und mit einem seidenmatten Glanz, bewegt sich dieser Doppelfüßer eher gemächlich durch ein verborgenes Reich. Wer ihn entdecken will, muss nicht auf Wiesen oder unter Laub suchen, sondern im morschen Holz. Unter der lockeren Rinde alter Stubben oder im feuchten Mulm abgestorbener Äste und Baumstämme ist er besonders gut zu finden. Die Art zeigt damit eine für Doppelfüßer ungewöhnlich starke Bindung an verrottendes Holzmaterial.
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Ameisennester mit bulligen Türsteherinnen
Um den Monatswechsel März/April kommt bei den Völkern vieler einheimischer Ameisenarten wieder Leben in die Bude. Die Winterruhe geht zu Ende, es wird aufgeräumt, eine neue Generation Arbeiterinnen schlüpft und die Tiere gehen regelmäßig auf Nahrungssuche. Die Stöpselkopfameise bildet da keine Ausnahme. Da die Art bei uns selten ist, ihre Völker meist unter 500 Einzeltiere umfassen und diese außerhalb des Nestes fast immer allein unterwegs sind, lebt die Art vielerorts „unter dem Radar“. Die Stöpselkopfameise ist unsere Art des Monats April.
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Winterbote und Wühlmausjäger
Von Monarchen wurde sein Pelz als Zeichen der Würde und Macht getragen. Obwohl das Hermelin weit verbreitet ist, wird es nur selten beobachtet. Seine heimliche Lebensweise macht es sehr schwer, seinen Bestand in Deutschland zu schätzen oder gar die Tiere zu zähle: Im Winter schneeweiß und immer in Bewegung.
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Eifriger Baumeister und Landschaftsgestalter
Baumstämme sind keilförmig angenagt, Holzspäne verteilen sich drumherum: Die Fraßspuren des Bibers an Uferbäumen sind wohlbekannt, aber gesehen haben den scheuen und nachtaktiven Nager die Wenigsten. Dabei fühlt er sich wieder an vielen Gewässern in Deutschland zuhause. Dank Auswilderungsprogrammen und des Schutzes, den Biber bei uns genießen, hat sich die Population in den letzten 50 Jahren gut erholt. Dafür bedankt sich der Biber auf eigene Weise: Mit seinen legendären Baufähigkeiten hilft er dem Ökosystem. Er wandelt Auenlandschaften so um, dass sie dem Klimawandel und Artenschwund trotzen.
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Falter Jekyll und Raupe Hyde
Eine Schmetterlingsraupe, die Ameisenlarven frisst?! Das ist ungewöhnlich. Mit großem Appetit verspeist die Raupe des Thymian-Ameisenbläulings die Ameisenbrut, nachdem die Ameise das Bläulingsräupchen in ihren Bau aufgenommen, beschützt und umsorgt hat. Im Haus der Pflegeeltern wandelt sich der „süße Wurm“ vom Vegetarier zum Räuber.
