Themenwelt

Wissenswertes zu Tieren, Pflanzen und Pilzen entdecken

Von den etwa 72.000 in Deutschland einheimischen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sind in den Roten Listen rund 37.000 auf ihre Gefährdung hin untersucht. Ergänzend zu diesen wissenschaftlichen Fachgutachten geben die Artenportraits des Rote-Liste-Zentrums einen Einblick in die Lebensweise von Tieren und Pflanzen. Themenspecials mit Berichten und Interviews zeigen darüber hinaus, wie Rote-Liste-Arbeit in der Praxis aussieht und stellen Expertinnen und Experten vor. Eigene Themenwelt-Seiten informieren über gesetzliche Schutzmaßnahmen.

  • Das Hermelin erscheint im Schnee perfekt getarnt: Ob das der Zweck des Fellwechsels ist, konnte noch nicht nachgewiesen werden. Foto: Rolf Müller/AdobeStock

    Winterbote und Wühlmausjäger

    Das Hermelin – Ein Artenportrait

    Von Monarchen wurde sein Pelz als Zeichen der Würde und Macht getragen. Obwohl das Hermelin weit verbreitet ist, wird es nur selten beobachtet. Seine heimliche Lebensweise macht es sehr schwer, seinen Bestand in Deutschland zu schätzen oder gar die Tiere zu zähle: Im Winter schneeweiß und immer in Bewegung. 

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  • Der Europäische Biber ist Pflanzenfresser und nachtaktiv.  © Foto. Markus Brindl

    Eifriger Baumeister und Landschaftsgestalter

    Der Europäische Biber – Ein Artenportrait

    Baumstämme sind keilförmig angenagt, Holzspäne verteilen sich drumherum: Die Fraßspuren des Bibers an Uferbäumen sind wohlbekannt, aber gesehen haben den scheuen und nachtaktiven Nager die Wenigsten. Dabei fühlt er sich wieder an vielen Gewässern in Deutschland zuhause. Dank Auswilderungsprogrammen und des Schutzes, den Biber bei uns genießen, hat sich die Population in den letzten 50 Jahren gut erholt. Dafür bedankt sich der Biber auf eigene Weise: Mit seinen legendären Baufähigkeiten hilft er dem Ökosystem. Er wandelt Auenlandschaften so um, dass sie dem Klimawandel und Artenschwund trotzen.

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  • Der Thymian-Ameisenbläuling ernährt sich von Arznei-Thymian oder Gewöhnlichem Dost. © Foto: Dr. Steffen Caspari

    Falter Jekyll und Raupe Hyde

    Der Thymian-Ameisenbläuling – Ein Artenportrait

    Eine Schmetterlingsraupe, die Ameisenlarven frisst?! Das ist ungewöhnlich. Mit großem Appetit verspeist die Raupe des Thymian-Ameisenbläulings die Ameisenbrut, nachdem die Ameise das Bläulingsräupchen in ihren Bau aufgenommen, beschützt und umsorgt hat. Im Haus der Pflegeeltern wandelt sich der „süße Wurm“ vom Vegetarier zum Räuber.

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  • Angekommen an der zweiten Fläche scheint die Sonne und die schöne Aussicht reicht bis zur Loreley. Foto: Jeremy Strätling

    Warum der Loreley-Dickkopffalter jetzt in Deutschland als ausgestorben gilt und was der schwindende Weinbau damit zu tun hat

    Die Suche nach dem Loreley-Dickkopffalter im Mittelrheintal blieb ohne positives Ergebnis, so dass die Experten und Expertinnen davon ausgehen, dass diese Schmetterlingsart in Deutschland ausgestorben ist. Auch die Bestimmung der aufgefundenen Raupe erwies sich nach eingehender Untersuchung als Fehlschlag – sie gehört nicht zu der gesuchten Schmetterlingsart.

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  • Bei der Nachsuche konnte die gefährdete Braune Rabaukenfliege nachgewiesen werden. Foto: Tommy Kästner

    Die Greise Rabaukenfliege ist nicht auffindbar, dafür ging ihre gefährdete Schwesternart ins Netz

    Für einige extrem selten gefundene Arten wie z. B. für die Greise Rabaukenfliege war unklar, ob die in der Vergangenheit in Deutschland beobachteten Tiere unbeständige Gäste oder Vertreter einheimischer Populationen waren. Gezielte Nachsuchen an früheren Beobachtungsorten haben dazu beigetragen, diese Frage zu beantworten.

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  • Bestimmungskurs Schlauchalgen: Erst mal gut füttern

    Anders als bei vielen anderen Kursen müssen die gesammelten Proben vor  der Bestimmung gut „gefüttert“, sprich auf einem Nährmedium angezüchtet  werden. Erst dann lassen sich Schlauchalgen bis zur Art bestimmen. Ein Schlauchalgen-Experte bot dafür im August und September 2025 im Auftrag des Rote-Liste-Zentrums einen viertägigen Kurs an. Schlauchalgen sind eine wenig bekannte und unscheinbare Pflanzengruppe, für die es in Deutschland nur noch sehr wenig Expertise gibt.

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  • Der Schwerpunkt des Bestimmungskurses lag auf der Vermittlung von praktischen Kenntnissen im Umgang mit Netzflüglern. Foto: Dr. Wolfgang Kathe

    Viel entdeckt und noch mehr gelernt

    Bestimmungskurs Netzflügler

    Früh aufstehen und lange wach bleiben, hieß es beim Bestimmungskurs Netzflügler am Wochenende (12.-14. Juli 2024) in Bad Bevensen. Die Teilnehmenden konnten ihr „Lehrmaterial“ selbst fangen und direkt vor Ort bestimmen. Neuropteren-Spezialisten hatten im Auftrag des Rote-Liste-Zentrums einen dreitägigen Kurs angeboten, um Kenntnisse über Netzflügler, ihren Fang und die Bestimmung zu vermitteln. Dabei stand die praktische Arbeit im Umgang mit dieser wenig bekannten Artengruppe im Mittelpunkt.

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  • Das flinke Sommergoldhähnchen hält leider selten still, weswegen wir hier auf ein Archivbild zurückgreifen. Foto: Rolf Müller/Adobe Stock

    Birdrace: Hier rennen nicht die Vögel sondern die Beobachter und Beobachterinnen!

    Von der Rauschdroge Vogelbeobachtung, von überraschenden Stadtvogel-Begegnungen und warum man den Tag am besten auf dem Schnepfenstrich ausklingen lässt: Erfahrt hier, was unser Kollege mit dem Team „Doppelkornweihen“ beim letzten Birdrace erlebt hat und warum es sich lohnt, auch dieses Jahr wieder mitzumachen.

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  • Der Wolgazander ist eine invasive Art, die sich immer weiter ausbreitet. Dr. Martin Friedrichs-Manthey – hier im Bild – hat dazu ein Projekt initiiert. Foto: Dr. Martin Friedrichs-Manthey

    Von erstaunlichen Trends bei Fischen und was harmonische Daten mit der neuen Roten Liste zu tun haben

    Der Leiter der Datenauswertung verrät im Interview, warum diese Daten so wertvoll für die Rote Liste sind und wie man es vermeidet, bei der Auswertung von 200.000 Daten in Kasachstan zu landen. Er spricht über ungehobene Datenschätze und erläutert, was den Fischen in Deutschland das Leben schwer macht.

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  • Eine der rd. 30.000 handschriftlichen Karteikarten im Format DIN A7. Bild: Martin Schmidt

    Digitalisierung von 30.000 Karteikarten mit historischen Pilzdaten

    Historische Funddaten von Arten gibt es viele, aber sie befinden sich oft in langen analogen Listen, in handschriftlichen Karteien von Museen und Sammlungen oder in privatem Besitz. Dies macht die Nutzung der Daten für die Forschung und insbesondere die Gefährdungseinschätzung im Rahmen der Rote-Liste-Erstellung mühsam. Das Rote-Liste-Zentrum unterstützte Fachleute deshalb darin, mehr als 30.000 handschriftliche Karteikarten mit Funddaten zu phytoparasitischen Kleinpilzen zu digitalisieren.

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