Wissenswertes zu Tieren, Pflanzen und Pilzen entdecken
Von den etwa 72.000 in Deutschland einheimischen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sind in den Roten Listen rund 37.000 auf ihre Gefährdung hin untersucht. Ergänzend zu diesen wissenschaftlichen Fachgutachten geben die Artenportraits des Rote-Liste-Zentrums einen Einblick in die Lebensweise von Tieren und Pflanzen. Themenspecials mit Berichten und Interviews zeigen darüber hinaus, wie Rote-Liste-Arbeit in der Praxis aussieht und stellen Expertinnen und Experten vor. Eigene Themenwelt-Seiten informieren über gesetzliche Schutzmaßnahmen.
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Schwer zu entdecken: Libellen im Wald
Die Gestreifte Quelljungfer ist nicht ganz so selten, wie lange vermutet – schwer zu entdecken ist sie dennoch. In ihren oft abgelegenen Habitaten, an winzigen Bächen, im Halbschatten der Wälder, werden keine Libellen vermutet. Aufmerksame Beobachter können jedoch schon im späten Frühjahr frisch geschlüpfte „Waldlibellen“ finden, im Flug sind sie meist ab Juni zu beobachten. Aufgrund ihrer jahrelangen Entwicklungszeit ist die Quelljungfer ein Langzeitindikator für den Zustand von Quellgewässern. Sie ist unsere Art des Monats Mai.
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Ein verborgener Holzbewohner unserer Wälder
Mit einer Körperlänge von nur 13 bis 28 Millimetern gehört der Gemeine Gepunktete Schnurfüßer nicht gerade zu den auffälligen Bewohnern des Waldes. Schlank, zylindrisch und mit einem seidenmatten Glanz, bewegt sich dieser Doppelfüßer eher gemächlich durch ein verborgenes Reich. Wer ihn entdecken will, muss nicht auf Wiesen oder unter Laub suchen, sondern im morschen Holz. Unter der lockeren Rinde alter Stubben oder im feuchten Mulm abgestorbener Äste und Baumstämme ist er besonders gut zu finden. Die Art zeigt damit eine für Doppelfüßer ungewöhnlich starke Bindung an verrottendes Holzmaterial.
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Ameisennester mit bulligen Türsteherinnen
Um den Monatswechsel März/April kommt bei den Völkern vieler einheimischer Ameisenarten wieder Leben in die Bude. Die Winterruhe geht zu Ende, es wird aufgeräumt, eine neue Generation Arbeiterinnen schlüpft und die Tiere gehen regelmäßig auf Nahrungssuche. Die Stöpselkopfameise bildet da keine Ausnahme. Da die Art bei uns selten ist, ihre Völker meist unter 500 Einzeltiere umfassen und diese außerhalb des Nestes fast immer allein unterwegs sind, lebt die Art vielerorts „unter dem Radar“. Die Stöpselkopfameise ist unsere Art des Monats April.
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Winterbote und Wühlmausjäger
Von Monarchen wurde sein Pelz als Zeichen der Würde und Macht getragen. Obwohl das Hermelin weit verbreitet ist, wird es nur selten beobachtet. Seine heimliche Lebensweise macht es sehr schwer, seinen Bestand in Deutschland zu schätzen oder gar die Tiere zu zähle: Im Winter schneeweiß und immer in Bewegung.
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Eifriger Baumeister und Landschaftsgestalter
Baumstämme sind keilförmig angenagt, Holzspäne verteilen sich drumherum: Die Fraßspuren des Bibers an Uferbäumen sind wohlbekannt, aber gesehen haben den scheuen und nachtaktiven Nager die Wenigsten. Dabei fühlt er sich wieder an vielen Gewässern in Deutschland zuhause. Dank Auswilderungsprogrammen und des Schutzes, den Biber bei uns genießen, hat sich die Population in den letzten 50 Jahren gut erholt. Dafür bedankt sich der Biber auf eigene Weise: Mit seinen legendären Baufähigkeiten hilft er dem Ökosystem. Er wandelt Auenlandschaften so um, dass sie dem Klimawandel und Artenschwund trotzen.
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Falter Jekyll und Raupe Hyde
Eine Schmetterlingsraupe, die Ameisenlarven frisst?! Das ist ungewöhnlich. Mit großem Appetit verspeist die Raupe des Thymian-Ameisenbläulings die Ameisenbrut, nachdem die Ameise das Bläulingsräupchen in ihren Bau aufgenommen, beschützt und umsorgt hat. Im Haus der Pflegeeltern wandelt sich der „süße Wurm“ vom Vegetarier zum Räuber.
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Warum der Loreley-Dickkopffalter jetzt in Deutschland als ausgestorben gilt und was der schwindende Weinbau damit zu tun hat
Die Suche nach dem Loreley-Dickkopffalter im Mittelrheintal blieb ohne positives Ergebnis, so dass die Experten und Expertinnen davon ausgehen, dass diese Schmetterlingsart in Deutschland ausgestorben ist. Auch die Bestimmung der aufgefundenen Raupe erwies sich nach eingehender Untersuchung als Fehlschlag – sie gehört nicht zu der gesuchten Schmetterlingsart.
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Die Greise Rabaukenfliege ist nicht auffindbar, dafür ging ihre gefährdete Schwesternart ins Netz
Für einige extrem selten gefundene Arten wie z. B. für die Greise Rabaukenfliege war unklar, ob die in der Vergangenheit in Deutschland beobachteten Tiere unbeständige Gäste oder Vertreter einheimischer Populationen waren. Gezielte Nachsuchen an früheren Beobachtungsorten haben dazu beigetragen, diese Frage zu beantworten.
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Bestimmungskurs Schlauchalgen: Erst mal gut füttern
Anders als bei vielen anderen Kursen müssen die gesammelten Proben vor der Bestimmung gut „gefüttert“, sprich auf einem Nährmedium angezüchtet werden. Erst dann lassen sich Schlauchalgen bis zur Art bestimmen. Ein Schlauchalgen-Experte bot dafür im August und September 2025 im Auftrag des Rote-Liste-Zentrums einen viertägigen Kurs an. Schlauchalgen sind eine wenig bekannte und unscheinbare Pflanzengruppe, für die es in Deutschland nur noch sehr wenig Expertise gibt.
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Viel entdeckt und noch mehr gelernt
Früh aufstehen und lange wach bleiben, hieß es beim Bestimmungskurs Netzflügler am Wochenende (12.-14. Juli 2024) in Bad Bevensen. Die Teilnehmenden konnten ihr „Lehrmaterial“ selbst fangen und direkt vor Ort bestimmen. Neuropteren-Spezialisten hatten im Auftrag des Rote-Liste-Zentrums einen dreitägigen Kurs angeboten, um Kenntnisse über Netzflügler, ihren Fang und die Bestimmung zu vermitteln. Dabei stand die praktische Arbeit im Umgang mit dieser wenig bekannten Artengruppe im Mittelpunkt.
