Themenwelt

Wissenswertes zu Tieren, Pflanzen und Pilzen entdecken

Von den etwa 72.000 in Deutschland einheimischen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sind in den Roten Listen rund 37.000 auf ihre Gefährdung hin untersucht. Ergänzend zu diesen wissenschaftlichen Fachgutachten geben die Artenportraits des Rote-Liste-Zentrums einen Einblick in die Lebensweise von Tieren und Pflanzen. Themenspecials mit Berichten und Interviews zeigen darüber hinaus, wie Rote-Liste-Arbeit in der Praxis aussieht und stellen Expertinnen und Experten vor. Eigene Themenwelt-Seiten informieren über gesetzliche Schutzmaßnahmen.

  • Sand-Ohrwürmer – hier ein Weibchen – sind in Deutschland bestandsgefährdet. Foto: Thomas Wesener

    Der seltene Sand-Ohrwurm ist kein böser „Ohrenkneifer“

    Der Sand-Ohrwurm – Ein Artenportrait

    Fast jeder hat sie schon mal gesehen: Ohrwürmer. Sie kommen nahezu überall vor und sind durch ihre markanten Zangen am Hinterleib kaum zu verwechseln. Viele Gerüchte ranken sich um diese kleinen Insekten. Und auch die Bezeichnung „Ohrwurm“ für eine einprägsame Melodie soll von diesen Tieren abgeleitet sein. Im Gegensatz zu dem sehr häufig vorkommenden Gemeinen Ohrwurm, den man oft im Park, auf Obstbäumen aber auch unter Blumentöpfen findet, ist der Sand-Ohrwurm nicht weit verbreitet.

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  • In den letzten Jahrzehnten sind die Bestände der drei einheimischen Flusskrebsarten weitgehend zusammengebrochen. Foto: Sascha Schleich

    Schutzlos trotz Panzer

    Der Edelkrebs – Ein Artenportrait

    Bis vor ca. 140 Jahren lebten in unseren Bächen, Flüssen und stehenden Gewässern stabile, teilweise sehr große Bestände der drei in Deutschland einheimischen Flusskrebse, nämlich vom Edelkrebs, vom Steinkrebs und vom Dohlenkrebs. Heute haben es diese drei trotz ihrer starken Panzerung zunehmend schwer. Gründe dafür sind der Gewässerverbau und die Gewässerverschmutzungen, vor allem aber die Krebspest, eine für mitteleuropäische Flusskrebse tödlich verlaufende Krankheit. Auch die zunehmende Ausbreitung mehrerer gebietsfremder Flusskrebsarten – die meisten davon sind zugleich Überträger der Krebspest – setzt den einheimischen Zehnfußkrebsen stark zu. Deren bekanntester Vertreter ist der Edelkrebs. 

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  • Das Kurzschnäuzige Seepferdchen lebt in warm-gemäßigten Gewässern im Mittelmeer und Atlantik, um die Britischen Inseln und seit wenigen Jahrzehnten auch in der deutschen Nordsee. Foto: Solvin Zankl

    Comeback in der Nordsee? Das Kurzschnäuzige Seepferdchen

    Das Kurzschnäuzige Seepferdchen – Ein Artenportrait

    Auch wenn es das Frühschwimmerabzeichen ziert und jedes Kind es erkennt: Das Seepferdchen würden die Wenigsten in den deutschen Meeresgewässern vermuten. Seit einigen Jahrzehnten ist es aber auch aus der Nordsee und insbesondere aus dem Nationalpark Nordfriesisches Wattenmeer bekannt. Mit der im Juni 2025 veröffentlichten Roten Liste der Meeresfische ist es nun offiziell: Vom Kurzschnäuzigen Seepferdchen existiert eine kleine Population vor der schleswig-holsteinischen Nordseeküste, es ist dort aber „sehr selten“. 

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  • Das seltene Sumpf-Läusekraut ist nach Bundesartenschutzverordnung „besonders geschützt“. Foto: Dr. Steffen Caspari

    Läuse adé? Ein Halbschmarotzer mit Biss

    Das Sumpf-Läusekraut – Ein Artenportrait

    Ob das Sumpf-Läusekraut gegen Plagegeister hilft ist unklar. Sicher ist jedoch, dass die stark gefährdete Art auf sumpfige Standorte wie Moore und Feuchtwiesen angewiesen ist. Mit ihren rosafarbenen Blüten erinnert sie uns im Frühsommer daran, solche Feuchtlebensräume und die dort lebende Flora und Fauna zu schützen. 

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  • Das Männchen der Garten-Blattschneiderbiene unterscheidet sich vom Weibchen durch die lange helle Behaarung der Vorderfüße und durch teilweise olivgrüne Augen.

    Harmlose Untermieterin in der Blumenampel

    Viele Wildbienenarten haben es in landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten zunehmend schwer. Die Bestände von Pollen- und Nektarpflanzen gehen zurück, und ungestörte Niststätten in Lehmböden oder Totholz sind rar. Vergleichsweise gut geht es manchen Arten noch in der Nähe menschlicher Siedlungen, zumindest dort, wo Gärten und Brachflächen ein abwechslungsreiches Blütenangebot aufweisen und Holzstapel geeignete Niststätten bieten. Unsere Art des Monats Mai, die Garten-Blattschneiderbiene, nistet manchmal sogar in Blumentöpfen.

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  • Etwa 20 goldgelbe Kronblätter umgeben die Blüten des Frühlings-Adonisröschens. Ihr Durchmesser beträgt 5-7 cm. Foto: Schmutzler-Schaub/AdobeStock

    Ein Osterspaziergang in die griechische Mythologie

    Das Frühlings-Adonisröschen – Ein Artenportrait

    Als wissenschaftlicher Name einer Pflanzengattung ist „Adonis“ erst seit dem 17. Jahrhundert verbürgt. Die Verbindung zu Adonis, dem Geliebten der Aphrodite, geht auf eine Schilderung in Ovids Metamorphosen zurück: Danach soll dort, wo der Jüngling nach dem Kampf mit einem Eber sein Blut vergoss, eine rote Blume gewachsen sein. Die hier vorgestellte Art blüht zwar nicht rot, sondern leuchtend gelb, gehört aber ebenfalls zur Gattung Adonis. Sie ist in Mitteleuropa das einzige Gewächs dieser Gattung, das schon um Ostern seine Blüten öffnet.

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  • Der etwa 11 mm lange Veilchenblaue Wurzelhalsschnellkäfer ist aufgrund seiner blau-violett schimmernden Flügeldecken mit keiner anderen Schnellkäferart in Deutschland zu verwechseln. Foto: Frank Köhler

    Ein Urwaldrelikt, das Katzenfutter nascht

    Der Veilchenblaue Wurzelhalsschnellkäfer – Ein Artenportrait

    Der Veilchenblaue Wurzelhalsschnellkäfer ist eine der seltensten der rund 6.800 deutschen Käferarten. Nicht ohne Grund gilt er als Urwaldrelikt und wird in der Roten Liste als „vom Aussterben bedroht“ geführt. Trotz intensiver Forschung hat ihn kaum ein Wissenschaftler je zu Gesicht bekommen, nicht einmal an bekannten Fundorten. Das liegt zum einen an seiner Seltenheit, vor allem aber an der versteckten Lebensweise und an den speziellen ökologischen Ansprüchen. Ein Trick kann aber helfen, den Käfer aufzuspüren: Katzenfutter!  

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  • Ein Signal für Tiere oder bloß eine Laune der Natur? Im Spätwinter sind die grellroten Fruchtbecher von Sarcoscypha coccinea die einzigen Farbtupfer am Waldboden. Foto: Ju_see/AdobeStock

    Knallrote Mini-Schüsseln am Waldboden

    Der Zinnoberrote Prachtbecherling – Ein Artenportrait

    Zur klassischen Pilz-Saison gehört der Februar nicht gerade. Dennoch müssen Pilz-Interessierte jetzt keineswegs zu Hause bleiben und auf bessere Zeiten hoffen. Sie könnten ebenso gut auf die Suche nach typischen Winterpilzen wie Judasohr oder Samtfußrübling gehen. Ein besonders auffälliger, wenn auch seltener Vorbote des Frühlings ist der Zinnoberrote Prachtbecherling. Kaum ist der Januarschnee geschmolzen, erscheinen seine kleinen grell-roten Fruchtkörper am Waldboden, genauer gesagt, auf vermodernden Zweigen in der Moos- und Streuschicht.

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  • Im Winter tragen Luchse ein Fell mit dichter Unterwolle, das auch vor strenger Kälte schützt. Nur die Spitzen von Schwanz und Ohren sind schwarz. Foto: janistra/AdobeStock

    Sprichwörtlich gute Augen

    Der Luchs – Ein Artenportrait

    Unter den einheimischen Säugetieren ist der Luchs nicht zu verwechseln. Mit einem Meter Körperlänge ist er etwa doppelt so groß wie eine Wildkatze. Ein gutes Unterscheidungsmerkmal gegenüber Wild- und Hauskatzen sowie hundeartigen Säugetieren ist der nur 20 cm messende Schwanz mit schwarzem Ende. Nur aus der Nähe fallen die pinselartigen Ohrspitzen und die runden Pupillen auf. Die Pfoten des Luchses sind sehr breit und sie besitzen zusätzliche Haarpolster an den Rändern. Im Schnee sinkt er damit wenig ein.

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  • Cetraria islandica wird bis zu 12 cm hoch. Oft sind deren etwas eingerollte Ränder regelmäßig wimperig gezähnt. Foto: Dr. Volker John

    Wachstum auch im Winter

    Das Isländische Moos – Ein Artenportrait

    Man muss nicht nach Island reisen, um das Isländische Moos zu finden. Der Name ist ohnehin irreführend: Zum einen ist die Art nicht auf Island beschränkt, sie kommt vielmehr rund um die Nordhalbkugel vor, zum anderen gehört sie nicht zu den Moosen, sondern zu den Flechten. Die stehen als niedrigwüchsige und teilweise schwer zu bestimmende Organismen selten im Rampenlicht. Das Isländische Moos jedoch hat es als Heilmittel zu einer gewissen Bekanntheit gebracht.

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