Wissenswertes zu Tieren, Pflanzen und Pilzen entdecken
Von den etwa 72.000 in Deutschland einheimischen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sind in den Roten Listen rund 37.000 auf ihre Gefährdung hin untersucht. Ergänzend zu diesen wissenschaftlichen Fachgutachten geben die Artenportraits des Rote-Liste-Zentrums einen Einblick in die Lebensweise von Tieren und Pflanzen. Themenspecials mit Berichten und Interviews zeigen darüber hinaus, wie Rote-Liste-Arbeit in der Praxis aussieht und stellen Expertinnen und Experten vor. Eigene Themenwelt-Seiten informieren über gesetzliche Schutzmaßnahmen.
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Eine wirklich bemerkenswerte Entdeckungsgeschichte
„Fast wäre nichts daraus geworden. Schwere Wackersteine im Rucksack durch den Wald tragen, nur wegen einer kleinen unscheinbaren Flechte? Nein danke, dazu hatte ich keine Lust. Die lässt sich sowieso nicht bestimmen, dachte ich. Hätte sich nicht mein Mann angeboten, die Steine zu tragen und mich überredet, die Flechte im Labor der Universität in Koblenz zu untersuchen, wäre diese kleine Sensation wohl nie passiert…“ schildert Dr. Dorothee Killmann die Entdeckung einer neuen Art. Die Hunsrück-Warzenflechte ist unsere Art des Monats November.
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Knallrote Blätter im Meer
Auch wenn es sein Name nahelegt: Mit den bekannten Ampferarten, die auf Wiesen und an Ufern fast überall in Deutschland wachsen, ist der Blutrote Meerampfer nicht näher verwandt. Er ist vielmehr eine ausschließlich im Meer vorkommende Rotalge. Seine knallig roten „Blätter“ fallen am ehesten auf, wenn sie an den Strand gespült werden, verbleichen aber schnell. Der Blutrote Meerampfer wächst zwar nicht überall im deutschen Meeresgebiet, seine Bestände sind aber stabil und er gilt als ungefährdet. Die charismatische Rotalge hat sogar eine kleine Karriere in der Kunst hinter sich. Der Blutrote Meerampfer ist unsere Art des Monats Oktober.
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Der seltene Sand-Ohrwurm ist kein böser „Ohrenkneifer“
Fast jeder hat sie schon mal gesehen: Ohrwürmer. Sie kommen nahezu überall vor und sind durch ihre markanten Zangen am Hinterleib kaum zu verwechseln. Viele Gerüchte ranken sich um diese kleinen Insekten. Und auch die Bezeichnung „Ohrwurm“ für eine einprägsame Melodie soll von diesen Tieren abgeleitet sein. Im Gegensatz zu dem sehr häufig vorkommenden Gemeinen Ohrwurm, den man oft im Park, auf Obstbäumen aber auch unter Blumentöpfen findet, ist der Sand-Ohrwurm nicht weit verbreitet.
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Schutzlos trotz Panzer
Bis vor ca. 140 Jahren lebten in unseren Bächen, Flüssen und stehenden Gewässern stabile, teilweise sehr große Bestände der drei in Deutschland einheimischen Flusskrebse, nämlich vom Edelkrebs, vom Steinkrebs und vom Dohlenkrebs. Heute haben es diese drei trotz ihrer starken Panzerung zunehmend schwer. Gründe dafür sind der Gewässerverbau und die Gewässerverschmutzungen, vor allem aber die Krebspest, eine für mitteleuropäische Flusskrebse tödlich verlaufende Krankheit. Auch die zunehmende Ausbreitung mehrerer gebietsfremder Flusskrebsarten – die meisten davon sind zugleich Überträger der Krebspest – setzt den einheimischen Zehnfußkrebsen stark zu. Deren bekanntester Vertreter ist der Edelkrebs.
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Comeback in der Nordsee? Das Kurzschnäuzige Seepferdchen
Auch wenn es das Frühschwimmerabzeichen ziert und jedes Kind es erkennt: Das Seepferdchen würden die Wenigsten in den deutschen Meeresgewässern vermuten. Seit einigen Jahrzehnten ist es aber auch aus der Nordsee und insbesondere aus dem Nationalpark Nordfriesisches Wattenmeer bekannt. Mit der im Juni 2025 veröffentlichten Roten Liste der Meeresfische ist es nun offiziell: Vom Kurzschnäuzigen Seepferdchen existiert eine kleine Population vor der schleswig-holsteinischen Nordseeküste, es ist dort aber „sehr selten“.
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Läuse adé? Ein Halbschmarotzer mit Biss
Ob das Sumpf-Läusekraut gegen Plagegeister hilft ist unklar. Sicher ist jedoch, dass die stark gefährdete Art auf sumpfige Standorte wie Moore und Feuchtwiesen angewiesen ist. Mit ihren rosafarbenen Blüten erinnert sie uns im Frühsommer daran, solche Feuchtlebensräume und die dort lebende Flora und Fauna zu schützen.
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Harmlose Untermieterin in der Blumenampel
Viele Wildbienenarten haben es in landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten zunehmend schwer. Die Bestände von Pollen- und Nektarpflanzen gehen zurück, und ungestörte Niststätten in Lehmböden oder Totholz sind rar. Vergleichsweise gut geht es manchen Arten noch in der Nähe menschlicher Siedlungen, zumindest dort, wo Gärten und Brachflächen ein abwechslungsreiches Blütenangebot aufweisen und Holzstapel geeignete Niststätten bieten. Unsere Art des Monats Mai, die Garten-Blattschneiderbiene, nistet manchmal sogar in Blumentöpfen.
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Ein Osterspaziergang in die griechische Mythologie
Als wissenschaftlicher Name einer Pflanzengattung ist „Adonis“ erst seit dem 17. Jahrhundert verbürgt. Die Verbindung zu Adonis, dem Geliebten der Aphrodite, geht auf eine Schilderung in Ovids Metamorphosen zurück: Danach soll dort, wo der Jüngling nach dem Kampf mit einem Eber sein Blut vergoss, eine rote Blume gewachsen sein. Die hier vorgestellte Art blüht zwar nicht rot, sondern leuchtend gelb, gehört aber ebenfalls zur Gattung Adonis. Sie ist in Mitteleuropa das einzige Gewächs dieser Gattung, das schon um Ostern seine Blüten öffnet.
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Ein Urwaldrelikt, das Katzenfutter nascht
Der Veilchenblaue Wurzelhalsschnellkäfer ist eine der seltensten der rund 6.800 deutschen Käferarten. Nicht ohne Grund gilt er als Urwaldrelikt und wird in der Roten Liste als „vom Aussterben bedroht“ geführt. Trotz intensiver Forschung hat ihn kaum ein Wissenschaftler je zu Gesicht bekommen, nicht einmal an bekannten Fundorten. Das liegt zum einen an seiner Seltenheit, vor allem aber an der versteckten Lebensweise und an den speziellen ökologischen Ansprüchen. Ein Trick kann aber helfen, den Käfer aufzuspüren: Katzenfutter!
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Knallrote Mini-Schüsseln am Waldboden
Zur klassischen Pilz-Saison gehört der Februar nicht gerade. Dennoch müssen Pilz-Interessierte jetzt keineswegs zu Hause bleiben und auf bessere Zeiten hoffen. Sie könnten ebenso gut auf die Suche nach typischen Winterpilzen wie Judasohr oder Samtfußrübling gehen. Ein besonders auffälliger, wenn auch seltener Vorbote des Frühlings ist der Zinnoberrote Prachtbecherling. Kaum ist der Januarschnee geschmolzen, erscheinen seine kleinen grell-roten Fruchtkörper am Waldboden, genauer gesagt, auf vermodernden Zweigen in der Moos- und Streuschicht.
