Von Studierenden bis zu erfahrenen Entomologen und Entomologinnen

© Foto: Dr. Wolfgang Kathe
Nach einer Einführung in die Sammeltechnik (u.a. Netzfang, Lichtfang, Klopfschirm sowie Tag-u. Nachtfangmethoden) ging es direkt raus ins Gelände um bis in die Nacht hinein das erste Lehrmaterial zu fangen. Am nächsten Tag hieß es „früh aufstehen und lange wach bleiben“, denn die Sammelexkursion begann schon im Morgengrauen und endete mit Lichtfängen in der Nacht. So konnten die Teilnehmenden im Kursraum mit Binokularen größtenteils eigene Fänge bearbeiten. Die Kursleiter hatten dafür eigens einen Bestimmungsschlüssel aufbereitet und Referenzobjekte zur Verfügung gestellt. Eine praktische Einführung in die Präparation mit Tipps zum Anlegen einer Belegsammlung rundeten das Kursanbot ab.

© Foto: Dr. Wolfgang Kathe
Trotz suboptimalen Wetters – kühl und nass mögen Netzflügler nicht – wurden an diesem Wochenende 18 Arten aus unterschiedlichen Familien gefunden. Zugute kam dabei die Diversität des untersuchten Geländes mit unterschiedlichen Habitaten: Wiesen, offene Flächen, Flussufer, Laub- und Nadelwälder. Als Teil der Nachbetreuung des Kurses sollen die Funde in einer Zeitschrift publiziert werden.
Der dreitägige Kurs sollte die Teilnehmenden dazu befähigen, sich mit Netzflüglern zu beschäftigen und sich gegebenenfalls an der Erstellung künftiger Roter Listen dieser Artengruppe zu beteiligen. Unter den Teilnehmenden waren Studierende ebenso wie erfahrene Entomologinnen und Entomologen, die ihre Kenntnisse der Netzflügler erweitern wollten. Das Interesse an dem Kurs war so groß, dass leider nicht alle Bewerbungen berücksichtigt werden konnten.

Neuropteren, auch Netzflügler genannt, sind eine kleine Insektengruppe mit etwas mehr als 120 Arten in Deutschland. Zu ihnen gehören die Grünen Florfliegen und Ameisenlöwen, aber auch weniger bekannte Vertreter wie Braune Florfliegen, Kamelhalsfliegen oder Staubhafte. Trotz der geringen Artenzahl ist die Kenntnis über ihre Verbreitung in Deutschland unzureichend und es werden regelmäßig neue Arten gefunden.
Die Kursleiter Axel Gruppe und Steffen Potel werden die Kursteilnehmenden auch weiterhin bei ihrer Beschäftigung mit Netzflüglern unterstützen. Sie haben langjährige Erfahrung in der Untersuchung von Biologie und Ökologie der Netzflügler und sind Autoren verschiedener Roter Listen. Zur Zeit gibt es nur wenige Fachleute für Neuropteren, so dass weitere Artenkenner und Artenkennerinnen herzlich willkommen sind – eine Chance, nicht nur für den akademischen Nachwuchs!

Weitere Informationen zu Netzflüglern
- Bestandssituation, Rote Liste und Gesamtartenliste der Netzflügler Deutschlands
- Datenportal Neuropteren Deutschlands
- Gemeine Florfliege (Artportrait)
- Panther-Ameisenjungfer (Artportrait)
