Berichte und Interviews

Rote-Liste-Arbeit in der Praxis

Eine wesentliche Aufgabe zur Vorbereitung einer Roten Liste ist das Sammeln aller verfügbaren Bestandsinformationen. Relevante Daten kommen z.B. von den Naturschutzbehörden der Länder, den zoologischen, botanischen und mykologischen Fachgesellschaften, den Leitern regionaler Kartierungsprojekte, Naturkundemuseen, Planungsbüros, forschenden Einzelpersonen oder Forschergruppen von Universitäten. Weitere Erkenntnisse ergeben sich durch die Auswertung von Fachveröffentlichungen.

Auch gezielte Nachsuchen können zur Vorbereitung von Roten Listen gehören. Dies ist sinnvoll, wenn es zu ausgewählten Arten seit Jahrzehnten keinerlei aktuelle Daten gibt, wenn unklar ist, ob diese Arten ausgestorben, vom Aussterben bedroht, extrem selten oder stark gefährdet sind.

Mit seinen Themenspecials gibt das Rote-Liste-Zentrum Einblick wie Rote Listen entstehen und stellt Expertinnen und Experten vor.

Übersicht Themenspecials und Interviews
  • Das Zwerg-Filzmützenmoos (Pogonatum nanum) gehört zu den Laubmoosen und ist laut Rote Liste stark gefährdet. Es wächst an nährstoffarmen, sauren Rohbodenstandorten und ist empfindlich gegenüber Stickstoffeinträgen. © Foto: Dr. Steffen Caspari

    Neues Online-Portal „Moose Deutschlands“ mit 450.000 Beobachtungen und mehr als 1 Million Rasterdaten

    Moose sind die Überlebenskünstler der Pflanzen. Sie besiedeln Pflasterritzen, Mauern und Dächer ebenso wie Wälder, Sümpfe, Hochmoore oder Felsen. Dennoch ist ein Viertel der Moos-Arten Deutschlands bestandsgefährdet, für 12 % reicht die Datenlage für eine Gefährdungseinstufung bisher nicht aus. Mit dem Datenportal „Moose Deutschlands“ wird es künftig leichter, Beobachtungsdaten zu erfassen und für den Naturschutz und die Roten Listen zu verwenden.

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  • Die Wald-Schnirkelschnecke galt in Deutschland bisher als verschollen. Bei einer gezielten Nachsuche wurden jetzt zum Glück einige Exemplare entdeckt.

    Nach 66 Jahren wiederentdeckt: Die Wald-Schnirkelschnecke galt in Deutschland als „ausgestorben oder verschollen“

    Auf der Suche nach der Wald-Schnirkelschnecke: Ein Themenspecial

    Gute Nachrichten: Es gibt sie in Deutschland noch, die Wald-Schnirkelschnecke. Seit 1954 konnte sie nicht mehr nachgewiesen werden, aber im September 2020 gelang einer Mollusken-Spezialistin ein Lebendnachweis am Hochrhein. Ein ermutigendes Zeichen – die Population kann allerdings langfristig nur dann gesichert werden, wenn der Lebensraum des seltenen Tieres geschützt wird.

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