Themenwelt

Wissenswertes zu Tieren, Pflanzen und Pilzen entdecken

Von den etwa 72.000 in Deutschland einheimischen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sind in den Roten Listen rund 37.000 auf ihre Gefährdung hin untersucht. Ergänzend zu diesen wissenschaftlichen Fachgutachten geben die Artenportraits des Rote-Liste-Zentrums einen Einblick in die Lebensweise von Tieren und Pflanzen. Themenspecials mit Berichten und Interviews zeigen darüber hinaus, wie Rote-Liste-Arbeit in der Praxis aussieht und stellen Expertinnen und Experten vor. Eigene Themenwelt-Seiten informieren über gesetzliche Schutzmaßnahmen.

  • Im Winter tragen Luchse ein Fell mit dichter Unterwolle, das auch vor strenger Kälte schützt. Nur die Spitzen von Schwanz und Ohren sind schwarz. Foto: janistra/AdobeStock

    Sprichwörtlich gute Augen

    Der Luchs – Ein Artenportrait

    Unter den einheimischen Säugetieren ist der Luchs nicht zu verwechseln. Mit einem Meter Körperlänge ist er etwa doppelt so groß wie eine Wildkatze. Ein gutes Unterscheidungsmerkmal gegenüber Wild- und Hauskatzen sowie hundeartigen Säugetieren ist der nur 20 cm messende Schwanz mit schwarzem Ende. Nur aus der Nähe fallen die pinselartigen Ohrspitzen und die runden Pupillen auf. Die Pfoten des Luchses sind sehr breit und sie besitzen zusätzliche Haarpolster an den Rändern. Im Schnee sinkt er damit wenig ein.

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  • Cetraria islandica wird bis zu 12 cm hoch. Oft sind deren etwas eingerollte Ränder regelmäßig wimperig gezähnt. Foto: Dr. Volker John

    Wachstum auch im Winter

    Das Isländische Moos – Ein Artenportrait

    Man muss nicht nach Island reisen, um das Isländische Moos zu finden. Der Name ist ohnehin irreführend: Zum einen ist die Art nicht auf Island beschränkt, sie kommt vielmehr rund um die Nordhalbkugel vor, zum anderen gehört sie nicht zu den Moosen, sondern zu den Flechten. Die stehen als niedrigwüchsige und teilweise schwer zu bestimmende Organismen selten im Rampenlicht. Das Isländische Moos jedoch hat es als Heilmittel zu einer gewissen Bekanntheit gebracht.

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  • Die Glatze und die Federmähne sind Kennzeichen erwachsener Waldrappe. Bei einem diesjährigen Vogel wäre der Kopf noch befiedert. Foto: Fernando/AdobeStock

    Comeback für einen Freak

    Der Waldrapp – Ein Artenportrait

    Der Waldrapp besitzt zwar ein metallisch glänzendes Gefieder und ist ein eleganter Flieger, aber bei einem Schönheitswettbewerb dürfte er ziemlich chancenlos sein. Der zur Ibis-Verwandtschaft gehörende Vogel mit der fleckigen Glatze und einem Büschel Federn am Hinterkopf wirkt eher wie ein eigenwillig gestylter Freak. Vielleicht gerade deshalb und weil fast 200 Jahre lang kaum ein Europäer ihn zu Gesicht bekam, ist er ein Faszinosum. In Deutschland gilt er noch als ausgestorben, doch ein internationales Artenschutz-Team bereitet ein Comeback vor.

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  • Den Tag verbringt die Schmuckeule in Bodennähe oder an Schlehenstämmchen ruhend. Foto: Axel Steiner

    Eulen, die an Kätzchen rüsseln

    Die Olivgrüne Schmuckeule – Ein Artenportrait

    Klingt merkwürdig, stimmt aber, wenn man Eulenfalter meint, die mit ihrem Saugrüssel den Nektar aus den Blüten der Weidenkätzchen saugen. Tagsüber wird man die Olivgrüne Schmuckeule kaum entdecken, denn wie die meisten Eulenfalter ist sie nachtaktiv. Obendrein sorgt die moosgrüne und braune Färbung für eine gute Tarnung, wenn der Falter im Geäst ruht.  

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  • Typisch für die Alpenspitzmaus ist ihr einfarbig schieferfarbenes Fell und der unbehaarte Augenring. Die großen Hinterfüße und der lange Schwanz machen das Tier zu einem gewandten Kletterer. Foto: Richard Kraft

    Gipfelstürmer wider Willen

    Die Alpenspitzmaus – Ein Artenportrait

    Die Alpenspitzmaus ist die seltenste der vier in Deutschland vorkommenden Rotzahnspitzmäuse. Anders als ihr Name vermuten lässt ist sie nicht auf alpine Hochlagen beschränkt – und sie ist auch keine Maus. Sie tritt bzw. trat auch in einigen Mittelgebirgen auf, so im Schwarzwald, Bayerischen Wald, Fichtelgebirge, in der Rhön, im Zittauer Gebirge und im Harz. Diese isolierten Vorkommen werden als Glazialrelikte angesehen.  

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  • Der nur wenige Millimeter messende Strand-Pseudoskorpion Dactylochelifer latreillii lebt bevorzugt an verrottenden Pflanzenteilen des Strandhafers. Foto: Dr. Christoph Muster

    Skorpione an deutschen Badestränden? Beinahe…

    Der Strand-Pseudoskorpion – Ein Artenportrait

    In Deutschland kommen keine Skorpione vor, wohl aber die habituell ähnlichen Pseudoskorpione, die jedoch keinen Giftstachel besitzen und allenfalls einige Millimeter groß werden. Wegen ihrer versteckten Lebensweise sind sie selbst naturkundlich versierten Menschen oft unbekannt. Der Strand-Pseudoskorpion beispielsweise kommt oft in großer Anzahl in unmittelbarer Nachbarschaft von Badestränden vor.

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  • Nur selten bleiben Hüllreste auf dem Hut zurück. Foto: Peter Karasch

    Der streng geschützte Kaiser unter den Speisepilzen

    Der Kaiserling – Ein Artenportrait

    Wenn es im Juli Wetterlagen mit ausreichenden Regengüssen gibt, dauert es ca. zwei Wochen, bis die Sommersteinpilze in größeren Mengen erscheinen. Erfahrene Mykologinnen und Mykologen wissen dann, dass sie etwa zehn Tage danach mit dem Kaiserling rechnen können, in Süddeutschland zwischen Ende Juli und September. Dass die Art bei uns „besonders geschützt“ ist, hat nicht nur mit ihrer Seltenheit, sondern auch mit ihrem hohen Wert als Speisepilz zu tun. Der Gesetzgeber wollte den gefährdeten Pilz vor der Übersammlung bewahren.

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  • Ein Weibchen im kniehohen Gras – so ist die schmucke Art typischerweise zu finden. Foto: Sebastian Ćato

    Was glänzt denn da im hohen Gras?

    Die Kleine Goldschrecke – Ein Artenportrait

    Wer an einem sonnigen Tag im Frühsommer durch ungemähte Wiesen Süddeutschlands streift, kann es mitunter metallisch grün-golden schimmern sehen: Die Kleine Goldschrecke ist mit ihrer leuchtenden Körperfarbe nicht nur ein Blickfang – sie läutet als eine der frühesten Vertreterinnen auch die Heuschreckensaison bei uns ein.

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  • Ein Männchen des Grasnelken-Glasflüglers. Foto: Frank Rämisch

    Keine Mücke, sondern… ein Schmetterling!

    Der Grasnelken-Glasflügler – Ein Artenportrait

    Selbst erfahrene Naturinteressierte übersehen sie leicht – die kleinen, flinken Falter aus der Familie der Glasflügler (Sesiidae). Obwohl tagaktiv, bleiben sie wegen ihres schnellen Fluges meist unentdeckt, und wenn sie doch einmal auffallen, werden sie meist nicht als Schmetterlinge erkannt, sondern für Wespen, Bienen oder Fliegen gehalten.

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  • Ameisenasseln sind leicht an Farbe und Körperbau zu erkennen. Foto: Benedikt Kästle

    Ein Mitbewohner, der die Toilette putzt: Die Ameisenassel

    Die Ameisenassel – Ein Artenportrait

    Aus Ameisensicht müsste die Ameisenassel die ideale Mitbewohnerin sein: Sie wohnt in Ameisennestern und beseitigt die Abfälle ihrer Gastgeber. Ziehen die Ameisen aus und verlassen das Nest, spürt die Assel anhand des Ameisensäuredufts eine neue Wohnung auf. Während bekannte Arten wie die Kellerassel und die Gemeine Rollassel häufig in unseren Gärten oder Kellern zu sehen sind, ist die Ameisenassel selten außerhalb ihrer Wohngemeinschaften zu finden.

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