Themenwelt

Wissenswertes zu Tieren, Pflanzen und Pilzen entdecken

Von den etwa 72.000 in Deutschland einheimischen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sind in den Roten Listen rund 37.000 auf ihre Gefährdung hin untersucht. Ergänzend zu diesen wissenschaftlichen Fachgutachten geben die Artenportraits des Rote-Liste-Zentrums einen Einblick in die Lebensweise von Tieren und Pflanzen. Themenspecials mit Berichten und Interviews zeigen darüber hinaus, wie Rote-Liste-Arbeit in der Praxis aussieht und stellen Expertinnen und Experten vor. Eigene Themenwelt-Seiten informieren über gesetzliche Schutzmaßnahmen.

  • Auf der Blattunterseite seiner Wirtspflanze, der Emberger-Felsenbirne, bildet der Rostpilz Gymnosporangium amelanchieris kleine Erhebungen mit dünnen Pseudoperidien. Foto: Julia Kruse

    „Bäumchen wechsel dich“ als Lebensmotto

    Gymnosporangium amelanchieris – Ein Artenportrait

    Phytoparasitische Kleinpilze gehören nicht gerade zu den auffälligen Pilzen, selbst Personen mit sonst guten Artenkenntnissen nehmen normalerweise kaum Notiz von ihnen. Eine gut kenntliche, wenn auch wegen ihrer beschränkten Verbreitung seltene Art ist Gymnosporangium amelanchieris, ein Rostpilz, der in Deutschland nur im Allgäu und in Thüringen gefunden wurde und bis vor kurzem als „verschollen“ galt.

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  • Die Schlingnatter benötigt strukturreiche Flächen mit ausreichenden Verstecken und Plätzen zum Sonnenbaden. Foto: Dr. Ulrich Schulte

    Eine heimlich lebende Sonnenanbeterin

    Die Schlingnatter – Ein Artenportrait

    Schlingnattern sind lebendgebärend und bilden damit eine Ausnahme unter den europäischen Nattern. Die harmlose Schlange gibt es fast nur dort, wo auch Eidechsen leben, denn sie ist auf den Fang dieser flinken Tiere spezialisiert. Außerdem benötigt sie strukturreiche Flächen mit ausreichenden Verstecken und Plätzen zum Sonnenbaden. Durch den Verlust geeigneter Lebensräume nehmen die Bestände der Art allerdings stetig ab – sie gilt in Deutschland deshalb als gefährdet.

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  • Sandwatt mit Rippelmarken sowie mit Fraßtrichtern und Kothaufen des Pierwurms, Arenicola marina. Foto: BioConsult

    Spuren im Sand: Ein Ökosystemingenieur am Werk

    Der Pierwurm – Ein Artenportrait

    Wer schon einmal im Watt zu Fuß unterwegs war, kennt die weiten Rippelfelder des Sandwatts, übersät mit unzähligen kleinen Hügeln aus Sandschnüren und trichterförmigen Löchern. Hier lebt und gräbt der Pierwurm, auch Köderwurm genannt. Sein Name ist Programm: Der Wurm wird gerne zum Angeln verwendet. Zusammen mit der Gemeinen Wattschnecke, der Herzmuschel, der Gemeinen Strandkrabbe und der Nordseegarnele gehört der Pierwurm zu den „Small five“, den fünf wichtigsten kleinen wirbellosen Arten des Wattenmeeres.

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  • Das Rötliche Torfmoos ist noch in südlichen Regionen Bayerns im (Vor-)Alpenland sowie in Teilen des Norddeutschen Tieflandes zu finden.  Foto: Marie Hild

    Torfmoose sind Baumeister der Moore

    Das Rötliche Torfmoos – Ein Artenportrait

    Das Rötliche Torfmoos ist nicht nur ein Bewohner der europäischen Hochmoore, es ist auch maßgeblich an deren Entstehung beteiligt: Aus abgestorbenen Teilen der Pflanze entsteht unter moortypischen Bedingungen Torf. Dieser wurde früher in großem Stil als Brennmaterial abgebaut und wird heute noch für Gartenbau-Substrate verwendet. 95 % der deutschen Moore gelten als geschädigt und das Rötliche Torfmoos wird in der Roten Liste der Moose als „gefährdet“ aufgeführt.

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  • Charakteristisch für Rebhühner ist der hufeisenförmige Fleck am Bauch. Foto: Yakubovich Dmitry/Adobe Stock

    Rebhuhn und Feldhase – ein Traumpaar?

    Das Rebhuhn – Ein Artenportrait

    Das wäre doch ein märchenhafter Deal: Die Rebhenne legt fleißig Eier, und der Hase versteckt sie pünktlich zum Osterfest für die Menschenkinder. Tatsächlich legen weibliche Rebhühner im Frühjahr regelmäßig 10 bis 20 Eier. Die Sache hat aber doch einen Haken: Nicht nur Feldhasen sind gefährdet, auch Rebhühner werden immer seltener. Noch vor 40 Jahren war ihr schnarrendes, zweisilbiges „Kirrreck“ im Frühjahr ein vertrautes Geräusch in der Feldflur. Heute sind sie bei uns die Vogelart mit den größten Bestandsverlusten. Seit 1980 ist die Zahl der Brutpaare in Deutschland auf etwa 5 % der damaligen Zahl zurückgegangen.

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  • Weibchen der Frühlings-Seidenbiene (Colletes cunicularius) im Blütenstand einer Weide. Foto: Ulrich Maier

    Einzelzimmer mit Seide

    Die Frühlings-Seidenbiene – Ein Artenportrait

    Anders als die Honigbiene baut die Frühlings-Seidenbiene ihre Nester nicht mit Wachs, sondern kleidet die Kinderstube mit einer durchsichtigen „Seidentapete“ aus. Die Frühlings-Seidenbiene wurde kürzlich von einem Kuratorium zur Wildbiene des Jahres 2023 gewählt.

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  • Sumpf-Haubenpilze im Torfmoos mit glasig-weißen Stielen und zitronengelben Köpfchen. Foto: Dr. Matthias Theiß

    Sumpf-Haubenpilz: Der erste Eindruck täuscht

    Der Sumpf-Haubenpilz – Ein Artenportrait

    In englischsprachigen Ländern wird der Sumpf-Haubenpilz wegen seines Aussehens „Bog Beacon“ benannt, also Sumpf-Leuchtfeuer. Darin steckt ein Hinweis auf den Standort und die Ähnlichkeit mit einer winzigen Wachskerze. Wegen seiner Kleinheit, seiner wenig einladenden Wuchsorte und da er nicht als Speisepilz taugt, führt er aber eher ein Schattendasein. In der Roten Liste der Pilze Deutschlands gehört er zu den Arten der „Vorwarnliste“. Mit seiner Wahl zum Pilz des Jahres 2023 macht die Deutsche Gesellschaft für Mykologie auf die Gefährdung von Lebensräumen spezialisierter Arten aufmerksam.

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  • Für den Kleinen Wasserfrosch (Pelophylax lessonae) verzeichnet die Rote Liste der Amphibien Deutschlands eine „Gefährdung unbekannten Ausmaßes“. Foto: Burkhard Thiesmeier

    Der Kleine Wasserfrosch ist Lurch des Jahres 2023

    Der Kleine Wasserfrosch – Ein Artenportrait

    Er ist selten und wenig erforscht: Der Kleine Wasserfrosch. Um auf die gefährdete Art und die Forschungsdefizite aufmerksam zu machen, hat die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT e. V.) ihn zum Lurch des Jahres 2023 gewählt. Die Rote Liste verzeichnet für den Kleinen Wasserfrosch eine „Gefährdung unbekannten Ausmaßes“.

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  • Mehr als 10 % der Vorkommensgebiete des Gartenschläfers liegen in Deutschland, weshalb Deutschland weltweit eine besondere Verantwortung dafür hat, diese Art zu erhalten. Foto: Sven Büchner

    Ohne Blinddarm ist das Leben länger

    Der Gartenschläfer ist das Tier des Jahres 2023

    Wenn die kleine Schlafmaus mit der auffälligen schwarzen Kopfmaske erst im späten Frühjahr wieder erwacht, hat das etwas mit ihrem Speiseplan zu tun – und dass ihr ein Stück Darm fehlt. Er wurde von der Deutschen Wildtierstiftung zum Tier des Jahres 2023 gewählt.

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  • Äschen sind auf kühles, sauerstoffreiches und schnell fließendes Wasser angewiesen. Solche Gewässerabschnitte werden nach ihrem „Leitfisch“ als Äschenregion bezeichnet.  Foto: Rotislav/Adobe Stock

    Ein schwindendes Juwel unserer Flüsse?

    Die Äsche – Ein Artenportrait

    Die Äsche ist sicherlich einer der auffälligeren Fische unserer heimischen Wasserwelt. Man erkennt sie an der mit zunehmendem Alter immer größer werdenden, bunten Rückenflosse. Nicht ohne Grund wird diese oft auch als „Fahne“ bezeichnet. Die Rote Liste der Süßwasserfische führt die Äsche als „Stark gefährdet“ auf. 

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