Wissenswertes zu Tieren, Pflanzen und Pilzen entdecken
Von den etwa 72.000 in Deutschland einheimischen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sind in den Roten Listen rund 37.000 auf ihre Gefährdung hin untersucht. Ergänzend zu diesen wissenschaftlichen Fachgutachten geben die Artenportraits des Rote-Liste-Zentrums einen Einblick in die Lebensweise von Tieren und Pflanzen. Themenspecials mit Berichten und Interviews zeigen darüber hinaus, wie Rote-Liste-Arbeit in der Praxis aussieht und stellen Expertinnen und Experten vor. Eigene Themenwelt-Seiten informieren über gesetzliche Schutzmaßnahmen.
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Bergzikaden verbreiten Urlaubsfeeling
Bergzikaden bringen auch bei uns mediterranes Flair auf manchen Südhang. Diese Singzikaden sind zwar leiser als ihre subtropischen Verwandten, ihre Gesänge lohnen aber ein genaues Hinhören: Die Arten lassen sich nämlich am ehesten anhand ihrer charakteristischen Strophen unterscheiden. Für die drei bisher in Deutschland nachgewiesenen Bergzikaden verzeichnet die Rote Liste eine „Gefährdung unbekannten Ausmaßes“.
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Ziemlich beste Freundinnen: Mütter und Töchter der Vierbindigen Furchenbiene
Die Weibchen der Vierbindigen Furchenbiene werden bis zu 16 Millimeter lang. Damit sind sie sogar größer als die Arbeiterinnen der Honigbiene. Während die Weibchen der meisten einheimischen Wildbienen sterben, bevor ihre Nachkommen erwachsen sind, sind Furchenbienen recht langlebig und man kann sie während des gesamten Sommerhalbjahres beobachten. Da die jungen Töchter zudem noch über Wochen immer wieder ins mütterliche Nest zurückkehren können, gibt es bei dieser Art nicht selten regelrechte „Mutter-Töchter-WGs“. Die Vierbindige Furchenbiene gilt laut Rote Liste als gefährdet.
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Lebende Fossilien: Im Frühjahr erwachen die Urzeitkrebse
Sie leben seit hunderten Millionen Jahren auf der Erde und haben sich seither kaum verändert: Die Urzeitkrebse gehören zu den ältesten Tierarten der Welt. Mit dem Frühjahrshochwasser an naturbelassenen Flüssen erwachen sie in manchen Tümpeln zu neuem Leben – für durchziehende Vögel ein willkommener Snack. Der zu den Urzeitkrebsen gehörende Frühjahrs-Feenkrebs ist im Norden Deutschlands noch häufig zu finden, im Süden jedoch eine ausgesprochene Rarität. Die Rote Liste der Blattfußkrebse Deutschlands verzeichnet ihn als „stark gefährdet“.
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Wussten Sie, dass es in Deutschland wilde Narzissen gibt?
Die in vielen Vorgärten und Grünanlagen blühenden Osterglocken lassen nicht vermuten, dass ihre wilde Verwandten gefährdet sind: Der zierlichen Gelben Narzisse, Mutter vieler Osterglocken, ging es in der freien Natur seit den 1970er Jahren immer schlechter. Mit Hilfe von Stiftungen und Naturschutzorganisationen gelang jedoch eine Wende zum Besseren: Wer zur Osterzeit in der West-Eifel spazieren geht, kann heute wieder ausgedehnte Narzissenwiesen bewundern. Wegen ihrer eng begrenzten Bestände in Deutschland und früherer Rückgänge ist die wildwachsende Gelbe Narzisse in der Roten Liste jedoch weiterhin als „gefährdet“ eingestuft.
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Der Wurm, der einen Edelstein im Namen trägt
Dieser Alpenbewohner ist ein echtes Original: Unter seinen erdfarbenen Verwandten gilt der Smaragdwurm geradezu als bunter Hund. Wie andere Regenwürmer, produziert auch er wertvollen Humus – er lebt aber nicht im Mineralboden, sondern in der Streuschicht aus Laub und moderndem Totholz. In Deutschland kommt der Smaragdwurm nur in den bayerischen Alpen vor, er ist in die Rote-Liste-Kategorie „Extrem selten“ eingestuft.
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Ein Ex-Helgoländer auf Stippvisite
Ein großer bunter Schnabel, ein melancholisch wirkender Blick, leuchtend rote Füße und ein watschelnder, leicht unbeholfener Gang machen den Papageitaucher zu einem echten Sympathieträger. Oft wird er liebevoll als „Clown unter den Seevögeln“ bezeichnet. In der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands ist die Art zwar als „ausgestorben“ verzeichnet, dennoch werden alljährlich einzelne Vögel in den deutschen Küstengewässern gesichtet.
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Sternbilder auf dem Waldboden
Wer Sterne sehen will, richtet normalerweise den Blick zum Himmel. Pilzkundige wissen, dass es Sterne auch am Boden von Wäldern und Magerrasen gibt.
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Ein grauer Dorfbewohner mit langen Ohren
Anders als sein vierbeiniger Namensvetter ist diese Fledermaus „Vom Aussterben bedroht“.
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Zähneknirschen statt Gesang
Wer sie finden will, muss genau hinschauen und meist hoch hinaus: obwohl quietschend grün mit gelben Beinen, ist sie trotzdem gut getarnt.
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Verantwortung für den heimlichen Wappenvogel
„Wenn der Milan sein Nest baut, pass auf die Wäsche auf!“, schrieb schon William Shakespeare in „The Winter’s Tale“. Rotmilane lebten früher mitten in London und wurden als Abfallverwerter geschätzt. Die Kehrseite: Sie ließen für den Nestbau schon mal ein Unterhemd mitgehen.
