Wissenswertes zu Tieren, Pflanzen und Pilzen entdecken
Von den etwa 72.000 in Deutschland einheimischen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sind in den Roten Listen rund 37.000 auf ihre Gefährdung hin untersucht. Ergänzend zu diesen wissenschaftlichen Fachgutachten geben die Artenportraits des Rote-Liste-Zentrums einen Einblick in die Lebensweise von Tieren und Pflanzen. Themenspecials mit Berichten und Interviews zeigen darüber hinaus, wie Rote-Liste-Arbeit in der Praxis aussieht und stellen Expertinnen und Experten vor. Eigene Themenwelt-Seiten informieren über gesetzliche Schutzmaßnahmen.
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Comeback in der Nordsee? Das Kurzschnäuzige Seepferdchen
Auch wenn es das Frühschwimmerabzeichen ziert und jedes Kind es erkennt: Das Seepferdchen würden die Wenigsten in den deutschen Meeresgewässern vermuten. Seit einigen Jahrzehnten ist es aber auch aus der Nordsee und insbesondere aus dem Nationalpark Nordfriesisches Wattenmeer bekannt. Mit der im Juni 2025 veröffentlichten Roten Liste der Meeresfische ist es nun offiziell: Vom Kurzschnäuzigen Seepferdchen existiert eine kleine Population vor der schleswig-holsteinischen Nordseeküste, es ist dort aber „sehr selten“.
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Datenportal „Mollusken Deutschlands“ enthält 390.000 Datensätze zu 420 Arten und Unterarten
Mit „Mollusken Deutschlands“ wird es künftig leichter, Beobachtungsdaten von Schnecken und Muscheln zu erfassen und für den Naturschutz und die Roten Listen zu verwenden. Seit Oktober 2022 sind erstmalig bundesweite Nachweiskarten zu rund 420 Arten und Unterarten, die an Land, sowie in Flüssen und Seen leben („Binnenmollusken“), online und frei zugänglich verfügbar. Das Datenportal wird vom Rote-Liste-Zentrum technisch und von der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft fachlich betreut.
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Neues Online-Portal „Moose Deutschlands“ mit 450.000 Beobachtungen und mehr als 1 Million Rasterdaten
Moose sind die Überlebenskünstler der Pflanzen. Sie besiedeln Pflasterritzen, Mauern und Dächer ebenso wie Wälder, Sümpfe, Hochmoore oder Felsen. Dennoch ist ein Viertel der Moos-Arten Deutschlands bestandsgefährdet, für 12 % reicht die Datenlage für eine Gefährdungseinstufung bisher nicht aus. Mit dem Datenportal „Moose Deutschlands“ wird es künftig leichter, Beobachtungsdaten zu erfassen und für den Naturschutz und die Roten Listen zu verwenden.
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Verschollener Meeres-Hundertfüßer an der Nordseeküste entdeckt
Dem Bodentier-Experten Dr. Hans Reip gelangen jetzt an mehreren Orten in Schleswig-Holstein Nachweise des Meeres-Hundertfüßers Strigamia maritima, der in Deutschland lange als verschollen galt. Bei seiner Suche erhielt er unerwartet Hilfe von „Nachwuchswissenschaftlern“ – der erste Fund gelang einem kleinen Jungen!
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1.062 Tiere untersucht: Myriapoden-Fachleute finden seltene Hundertfüßer
Im UNESCO-Biossphärenreservat Schorfheide-Chorin wurden 18 dort bisher nicht bekannte Arten von Doppel- und Hundertfüßern gefunden, darunter der Hundertfüßer Geophilus carpophagus. In Brandenburg war bisher nur ein Vorkommen dieses Bodenbewohners bekannt. Mit der Sammelexkursion wurden Wissenslücken geschlossen und der wissenschaftliche Nachwuchs an die Erforschung der Bodentiere herangeführt.
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Läuse adé? Ein Halbschmarotzer mit Biss
Ob das Sumpf-Läusekraut gegen Plagegeister hilft ist unklar. Sicher ist jedoch, dass die stark gefährdete Art auf sumpfige Standorte wie Moore und Feuchtwiesen angewiesen ist. Mit ihren rosafarbenen Blüten erinnert sie uns im Frühsommer daran, solche Feuchtlebensräume und die dort lebende Flora und Fauna zu schützen.
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Harmlose Untermieterin in der Blumenampel
Viele Wildbienenarten haben es in landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten zunehmend schwer. Die Bestände von Pollen- und Nektarpflanzen gehen zurück, und ungestörte Niststätten in Lehmböden oder Totholz sind rar. Vergleichsweise gut geht es manchen Arten noch in der Nähe menschlicher Siedlungen, zumindest dort, wo Gärten und Brachflächen ein abwechslungsreiches Blütenangebot aufweisen und Holzstapel geeignete Niststätten bieten. Unsere Art des Monats Mai, die Garten-Blattschneiderbiene, nistet manchmal sogar in Blumentöpfen.
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Ein Osterspaziergang in die griechische Mythologie
Als wissenschaftlicher Name einer Pflanzengattung ist „Adonis“ erst seit dem 17. Jahrhundert verbürgt. Die Verbindung zu Adonis, dem Geliebten der Aphrodite, geht auf eine Schilderung in Ovids Metamorphosen zurück: Danach soll dort, wo der Jüngling nach dem Kampf mit einem Eber sein Blut vergoss, eine rote Blume gewachsen sein. Die hier vorgestellte Art blüht zwar nicht rot, sondern leuchtend gelb, gehört aber ebenfalls zur Gattung Adonis. Sie ist in Mitteleuropa das einzige Gewächs dieser Gattung, das schon um Ostern seine Blüten öffnet.
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Ein Urwaldrelikt, das Katzenfutter nascht
Der Veilchenblaue Wurzelhalsschnellkäfer ist eine der seltensten der rund 6.800 deutschen Käferarten. Nicht ohne Grund gilt er als Urwaldrelikt und wird in der Roten Liste als „vom Aussterben bedroht“ geführt. Trotz intensiver Forschung hat ihn kaum ein Wissenschaftler je zu Gesicht bekommen, nicht einmal an bekannten Fundorten. Das liegt zum einen an seiner Seltenheit, vor allem aber an der versteckten Lebensweise und an den speziellen ökologischen Ansprüchen. Ein Trick kann aber helfen, den Käfer aufzuspüren: Katzenfutter!
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Knallrote Mini-Schüsseln am Waldboden
Zur klassischen Pilz-Saison gehört der Februar nicht gerade. Dennoch müssen Pilz-Interessierte jetzt keineswegs zu Hause bleiben und auf bessere Zeiten hoffen. Sie könnten ebenso gut auf die Suche nach typischen Winterpilzen wie Judasohr oder Samtfußrübling gehen. Ein besonders auffälliger, wenn auch seltener Vorbote des Frühlings ist der Zinnoberrote Prachtbecherling. Kaum ist der Januarschnee geschmolzen, erscheinen seine kleinen grell-roten Fruchtkörper am Waldboden, genauer gesagt, auf vermodernden Zweigen in der Moos- und Streuschicht.
