Themenwelt

Wissenswertes zu Tieren, Pflanzen und Pilzen entdecken

Von den etwa 72.000 in Deutschland einheimischen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sind in den Roten Listen rund 37.000 auf ihre Gefährdung hin untersucht. Ergänzend zu diesen wissenschaftlichen Fachgutachten geben die Artenportraits des Rote-Liste-Zentrums einen Einblick in die Lebensweise von Tieren und Pflanzen. Themenspecials mit Berichten und Interviews zeigen darüber hinaus, wie Rote-Liste-Arbeit in der Praxis aussieht und stellen Expertinnen und Experten vor. Eigene Themenwelt-Seiten informieren über gesetzliche Schutzmaßnahmen.

  • Nur selten bleiben Hüllreste auf dem Hut zurück. Foto: Peter Karasch

    Der streng geschützte Kaiser unter den Speisepilzen

    Der Kaiserling – Ein Artenportrait

    Wenn es im Juli Wetterlagen mit ausreichenden Regengüssen gibt, dauert es ca. zwei Wochen, bis die Sommersteinpilze in größeren Mengen erscheinen. Erfahrene Mykologinnen und Mykologen wissen dann, dass sie etwa zehn Tage danach mit dem Kaiserling rechnen können, in Süddeutschland zwischen Ende Juli und September. Dass die Art bei uns „besonders geschützt“ ist, hat nicht nur mit ihrer Seltenheit, sondern auch mit ihrem hohen Wert als Speisepilz zu tun. Der Gesetzgeber wollte den gefährdeten Pilz vor der Übersammlung bewahren.

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  • Ein Weibchen im kniehohen Gras – so ist die schmucke Art typischerweise zu finden. Foto: Sebastian Ćato

    Was glänzt denn da im hohen Gras?

    Die Kleine Goldschrecke – Ein Artenportrait

    Wer an einem sonnigen Tag im Frühsommer durch ungemähte Wiesen Süddeutschlands streift, kann es mitunter metallisch grün-golden schimmern sehen: Die Kleine Goldschrecke ist mit ihrer leuchtenden Körperfarbe nicht nur ein Blickfang – sie läutet als eine der frühesten Vertreterinnen auch die Heuschreckensaison bei uns ein.

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  • Ein Männchen des Grasnelken-Glasflüglers. Foto: Frank Rämisch

    Keine Mücke, sondern… ein Schmetterling!

    Der Grasnelken-Glasflügler – Ein Artenportrait

    Selbst erfahrene Naturinteressierte übersehen sie leicht – die kleinen, flinken Falter aus der Familie der Glasflügler (Sesiidae). Obwohl tagaktiv, bleiben sie wegen ihres schnellen Fluges meist unentdeckt, und wenn sie doch einmal auffallen, werden sie meist nicht als Schmetterlinge erkannt, sondern für Wespen, Bienen oder Fliegen gehalten.

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  • Ameisenasseln sind leicht an Farbe und Körperbau zu erkennen. Foto: Benedikt Kästle

    Ein Mitbewohner, der die Toilette putzt: Die Ameisenassel

    Die Ameisenassel – Ein Artenportrait

    Aus Ameisensicht müsste die Ameisenassel die ideale Mitbewohnerin sein: Sie wohnt in Ameisennestern und beseitigt die Abfälle ihrer Gastgeber. Ziehen die Ameisen aus und verlassen das Nest, spürt die Assel anhand des Ameisensäuredufts eine neue Wohnung auf. Während bekannte Arten wie die Kellerassel und die Gemeine Rollassel häufig in unseren Gärten oder Kellern zu sehen sind, ist die Ameisenassel selten außerhalb ihrer Wohngemeinschaften zu finden.

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  • Die meisten Schachblumen (Fritillaria meleagris) besitzen Blüten mit rotvioletter Grundfarbe. In vielen Populationen gibt es aber auch einzelne Exemplare mit weißem Perianth. Foto: Rita Primer/AdobeStock

    Das Kiebitzei aus dem Pflanzenreich

    Die Schachblume – Ein Artenportrait

    Wenn Ostern so früh im Kalender liegt wie in diesem Jahr, wird man an den Feiertagen noch keine blühenden Schachblumen finden. Die erscheinen normalerweise erst im April. Trotzdem wollen wir schon jetzt die Aufmerksamkeit für das attraktive Liliengewächs schärfen und erzählen, was die Art mit Brettspielen, dem Kiebitz und dem Perlhuhn zu tun hat. Dass sie in Deutschland „besonders geschützt“ ist, hat nicht nur wissenschaftliche, sondern auch ästhetische Gründe.

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  • Panther-Ameisenjungfern sind selten und schwer zu entdecken. Foto: Dr. Axel Gruppe

    Löwen, die in Baumhöhlen lauern

    Die Panther-Ameisenjungfer – Ein Artenportrait

    Die Panther-Ameisenjungfer ist die seltenste unter den heimischen Ameisenjungfern. Nur alle paar Jahrzehnte wurde sie bisher gesichtet. Vor Kurzem gelangen jedoch innerhalb eines Jahres gleich zwei Funde. Mit ihren fast transparenten, gefleckten Flügeln ist sie im Wald, zum Beispiel auf Baumrinde oder trockenem Laub, gut getarnt. Ihre Larven, die so genannten „Ameisenlöwen“, leben ohnehin völlig verborgen. Nur Fachleute, die genau wissen, wo man sie suchen muss, sind in der Lage, die Tiere aufzuspüren. Die nachtaktive Art gehört zu den Netzflüglern.

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  • In unseren Gewässern lebt überwiegend eine stark domestizierte Form des Karpfens. Foto: Rotislav/Adobe Stock

    Warum der beliebte Speisefisch nicht überall gerne gesehen ist

    Der Karpfen – Ein Artenportrait

    Schon im Mittelalter war er ein begehrter Speisefisch, vor allem bei Nonnen und Mönchen. Heute ist der Karpfen aus unserer Unterwasserwelt nicht mehr wegzudenken, auch wenn die Zuchtform den Ur-Karpfen fast verdrängt hat. Für die Fischerei immer noch einer der wesentlichen „Brotfische“ und für viele Menschen Kulturgut, stehen einige dem Karpfen kritisch gegenüber.

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  • Schlammpeitzger tragen sechs längere Barteln an der Oberlippe und vier kürzere an der Unterlippe. Sie dienen dem Ertasten von Nahrung im weichen Boden. Foto: Rostislav/Adobe Stock

    Stumm wie ein Fisch? Nicht ganz…

    Der Schlammpeitzger – Ein Artenportrait

    Mit seinen Bartfäden sieht er zwar aus, als hätte er sich den Mund fusselig geredet, doch der Schlammpeitzger ist vorne stumm wie andere Fische auch. Geräuschvoll geht es nur zu, wenn die aalartig wirkenden Tiere Luft aus dem Enddarm pressen – nicht ohne Grund wurden sie im Norden „Piepaal“ und im Süden „Furzgrundel“ genannt. Schon im Jahr 1549 schrieb Georg Agricola „Sie geben einen durchdringenden Ton von sich“.

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  • Rasterelektronenmikroskopische Abbildung einer präparierten Kieselschale von Gomphonella tegelensis mit Blick in das Innere einer Schachtelhälfte. Der schwarze Balken entspricht 10 µm (0,01 mm).  Foto: Oliver Skibbe, Juliane Bettig, Forschungsgruppe Diatomeen, Botanischer Garten u. Botanisches Museum Berlin, Freie Universität Berlin

    Puzzle am Tegeler See – eine neu entdeckte Kieselalge im Blick der Biodiversitätsforschung

    Die Kieselalge Gomphonella tegelensis – Ein Artenportrait

    Kieselalgen oder Diatomeen sind nur mikroskopisch sichtbar, meist kleiner als 0,2 mm, betreiben Photosynthese wie Pflanzen und leben innerhalb gläserner, schachtelförmiger Zellwände (Kieselschalen aus Siliziumdioxid), die Jahrtausende in Ablagerungen überdauern können. Diese „Schachtellinge“, wie sie im 19. Jahrhundert auch bezeichnet wurden, sind oft ausgesprochen schön anzusehen, weshalb Kieselalgen auch bevorzugte Objekte von Mikroskopikern wurden. Diatomeen sind darüber hinaus wichtige Bioindikatoren im Gewässermonitoring. Die Kieselalge Gomphonella tegelensis wurde erst vor wenigen Jahren wissenschaftlich beschrieben.

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  • Auf Dünen entlang der deutschen Küsten ist der Gewöhnliche Sanddorn (Hippophaë rhamnoides subsp. rhamnoides) verbreitet. Foto: Dr. Günter Matzke-Hajek

    „Uuuh, sind die sauer!“

    Der Gewöhnliche Sanddorn – Ein Artenportrait

    Sanddornfrüchte gelten zwar als Vitamin-C-Bomben, aber zum Naschen taugen sie nicht. Oft zerdrückt man sie schon beim Pflücken zu Brei und dann schmecken sie so sauer, dass man sie doch lieber den Vögeln überlässt. Im Landschaftsbau schätzt man aber eine andere Fähigkeit: Mit seinen tief reichenden und weit verzweigten Wurzeln kann der Sanddorn Rohböden gegen Erosion schützen. Die Konkurrenzkraft selbst auf sterilen Böden hängt damit zusammen, dass seine unterirdischen Organe eine Symbiose mit Luftstickstoff bindenden Bakterien eingehen, die den Standort auf natürliche Art und Weise düngen.

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