Themenwelt

Wissenswertes zu Tieren, Pflanzen und Pilzen entdecken

Von den etwa 72.000 in Deutschland einheimischen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sind in den Roten Listen rund 37.000 auf ihre Gefährdung hin untersucht. Ergänzend zu diesen wissenschaftlichen Fachgutachten geben die Artenportraits des Rote-Liste-Zentrums einen Einblick in die Lebensweise von Tieren und Pflanzen. Themenspecials mit Berichten und Interviews zeigen darüber hinaus, wie Rote-Liste-Arbeit in der Praxis aussieht und stellen Expertinnen und Experten vor. Eigene Themenwelt-Seiten informieren über gesetzliche Schutzmaßnahmen.

  • In der Roten Liste der Wanzen Deutschlands ist die Ameisen-Sichelwanze (Himacerus mirmicoides) – hier eine Larve – als ungefährdet verzeichnet. Foto: Dr. Günter Matzke-Hajek.

    Mit Ameisen-Taille in die falsche Schublade

    Die Ameisen-Sichelwanze – Ein Artenportrait

    Als der Zoologe Oronzo Gabriele Costa die Ameisen-Sichelwanze 1834 aus den Hügeln seiner Heimat Neapel für die Wissenschaft beschrieb, erklärte er den Namen „mirmicoides“ (ameisenähnlich) mit dem Aussehen der Larven. In Deutschland ist die Art besonders in den wärmeren Regionen verbreitet und insgesamt ungefährdet. Außer ihr gibt es bei uns weitere Wanzenarten mit Ameisen-Mimikry. Obwohl sie nicht näher miteinander verwandt sind, können sie sich so stark ähneln, dass sie bei Bestimmungsversuchen leicht einmal in die „falsche Schublade“ geraten können.

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  • Die Fruchtkörper von Melanohalea exasperata erscheinen wie kleine Schüsseln. Foto: Dr. Volker John

    Dramatischer Rückgang und wundersame Erholung – menschengemacht

    Die Raue Braunschüsselflechte – Ein Artenportrait

    Den Flechtenkundler beschrieb Gustav Wilhelm Körber im Jahr 1855 als einen, der „unbeklatscht unter seinen Pflanzen sitzt und mit eiserner Geduld im Schneckengange … den Lebensgesetzen so überaus polymorpher und dabei doch gleichsam scheintodter Gewächse nachgrübelt“. Dass eine von Körber dokumentierte Flechte in Deutschland nicht mehr vom Aussterben bedroht ist, sondern „nur noch“ stark gefährdet, stellten seine modernen Kollegen fest – und auch woran dies liegt.

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  • Die Gesichtsmaske des Weibchens ist auf zwei schmale weiße Flecken auf den Wangen beschränkt. Foto: Dr. Günter Matzke-Hajek

    Total en vogue: Die Biene mit der Gesichtsmaske

    Die Rainfarn-Maskenbiene ist die Biene des Jahres 2022 – Ein Themenspecial

    Maske zu tragen ist während der Corona-Pandemie zur Routine geworden. Ob die Wahl für die Biene des Jahres 2022 von diesem Umstand abhing? Das Kuratorium „Wildbiene des Jahres“ hat jedenfalls eine Kandidatin gekürt, die ebenfalls einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen scheint. Die Rainfarn-Maskenbiene macht uns zudem vor, dass ein weiß maskiertes Gesicht durchaus ein Blickfang sein kann.

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  • Die Gemeine Florfliege gehört zur Insektengruppe der Netzflügler, die in Deutschland mit rund 100 Arten vorkommt. Foto: Dr. Axel Gruppe

    Warum man sich im Garten über Florfliegen freuen sollte

    Die Gemeine Florfliege – Ein Artenportrait

    Blattlauslöwen, die Larven der Gemeinen Florfliege, sind vor allem eines: immer hungrig. Und zwar auf Blattläuse, Spinnmilben und Thripse. Sie sind hervorragende Helfer in großen Gemüsebetrieben und werden deshalb auch gewerblich gezüchtet. Die Bekanntheit der Florfliegen täuscht jedoch darüber hinweg, dass sie wenig erforscht sind: Erst vor 20 Jahren wurde klar, dass sich dahinter mehrere Kleinarten verbergen. Die Bestandssituation dieser Kleinarten auf Bundesebene ist erst in Ansätzen bekannt.

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  • Mit ihrem hellen Fell sind Jungtiere auf dem Sand gut getarnt. Foto: Martin Blum

    Knopfäugige Räuber der Nord- und Ostsee

    Der Seehund – Ein Artenportrait

    Entlang der deutschen Nord- und Ostseeküste sind Seehunde die häufigsten räuberischen Säugetiere. Ihre einzigen natürlichen Feinde sind die größeren Kegelrobben, die neben Fischen und Krebsen gelegentlich auch andere Meeressäuger, besonders deren Jungtiere, jagen. Einen weitaus größeren Einfluss auf die Seehundpopulationen hat jedoch der Mensch. Glücklicherweise gehört die früher intensive Jagd auf Seehunde der Vergangenheit an. In der aktuellen Roten Liste der Säugetiere Deutschlands wurde der Seehund in die Kategorie „Gefährdung unbekannten Ausmaßes“ eingestuft.

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  • Ohne Schutz- und Hilfsmaßnahmen steht zu befürchten, dass der Feldhamster in absehbarer Zeit in Deutschland aussterben wird. Foto: David/Stock.adobe.com

    Den Winterschlaf angetreten

    Der Feldhamster – Ein Artenportrait

    „Die Erde ist aller Wesen Erhalterin, sowohl des Menschen, der sie bebaut, als des Hamsters, der sie durchwühlt“, sagte schon der Naturforscher Friedrich Gabriel Sulzer (1749–1830). Zu seiner Zeit  – und auch später – wurde der Feldhamster als „Kornratte“ verfolgt, denn er braucht rund zwei Kilo Vorräte, um über den Winter zu kommen. Heutzutage ist der Feldhamster laut Roter Liste „Vom Aussterben bedroht“ und damit eines der am stärksten gefährdeten Säugetiere Deutschlands.

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  • Die Geburtshelferkröte ist nach Bundesnaturschutzgesetz „streng geschützt“ und steht auch europaweit unter Schutz (FFH-Richtlinie, Anhang IV).  Foto: Dr. Ulrich Schulte

    Kleine Kröte mit Riesenbabys

    Die Geburtshelferkröte – Ein Artenportrait

    Fast doppelt so groß wie ihre Eltern sind die Kaulquappen der Geburtshelferkröte. Sie betreibt eine ungewöhnliche Brutpflege: Das nur 5 cm große Männchen trägt ein großes „Ei-Paket“ mit sich herum, bis die Larven bereit zum Schlüpfen sind. Die seltene, versteckt lebende Kröte verrät sich durch ihren glockenhellen Ruf, der ihr in manchen Gegenden den Namen „Glockenfrosch“ verleiht. Die Rote Liste der Amphibien Deutschlands verzeichnet sie als „Stark gefährdet“.

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  • Junges Männchen der Westlichen Smaragdeidechse. Foto: Dr. Ulrich Schulte

    Ein seltenes Juwel im Weinberg

    Die Westliche Smaragdeidechse – Ein Artenportrait

    Bei einem Spaziergang in rheinland-pfälzischen Flusstälern oder am Kaiserstuhl kann man mit etwas Glück der Westlichen Smaragdeidechse begegnen. Auch wenn sie zu den seltensten Reptilien Deutschlands zählt, ist sie wegen ihrer Größe und Färbung gut kenntlich.

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  • Für Insekten bieten die Blüten des Teufelsabbiss eine wichtige Nahrungsquelle.

    Alte Heilpflanze mit teuflischer Vergangenheit

    Der Gewöhnliche Teufelsabbiss – Ein Artenportrait

    Mysteriöse Zeichen? Unerklärliche Dinge? Im Mittelalter hatte da oft der Teufel seine Hand im Spiel. Glaube und Aberglaube waren im Alltag so gegenwärtig und deutungsmächtig wie heutzutage Nachrichten und Social Media. In damaliger Zeit erhielt der „Teufelsabbiss“ seinen Namen. Früher wurde er als heilkräftige Pflanze hoch geschätzt, heutzutage gehen seine Bestände zurück. Als Bioindikator weist er auf naturnahe Standorte hin. Der Teufelsabbiss steht auf der Vorwarnliste.

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  • Ufernahe Wasserpflanzen, beispielsweise Laichkraut-Arten (Potamogeton), gehören zu den wichtigsten Lebensraumstrukturen für Hechte. Foto: Stephanie Friedrich

    Ein Räuber im Badesee

    Der Hecht – Ein Artenportrait

    Es gehört in der Tat etwas Mut dazu, in einem See zu schwimmen. Die Angst vor der dunklen Unterwasserwelt sitzt bei einigen Menschen tief. Selbst der leichteste Kontakt mit Wasserpflanzen kann Panik auslösen und ihnen die Freude an einem weiteren Bad im kühlen Nass verderben. Betroffene Personen fürchten, dass sie aus der Tiefe des Gewässers von einem Fisch attackiert werden könnten. Als Albtraum der Schwimmenden gilt neben dem Wels, der eine Länge von über 2 Metern erreichen kann, vor allem der Hecht. Bisse von Hechten kommen vor, sie sind jedoch extrem seltene Ereignisse.

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