Wissenswertes zu Tieren, Pflanzen und Pilzen entdecken
Von den etwa 72.000 in Deutschland einheimischen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sind in den Roten Listen rund 37.000 auf ihre Gefährdung hin untersucht. Ergänzend zu diesen wissenschaftlichen Fachgutachten geben die Artenportraits des Rote-Liste-Zentrums einen Einblick in die Lebensweise von Tieren und Pflanzen. Themenspecials mit Berichten und Interviews zeigen darüber hinaus, wie Rote-Liste-Arbeit in der Praxis aussieht und stellen Expertinnen und Experten vor. Eigene Themenwelt-Seiten informieren über gesetzliche Schutzmaßnahmen.
-

Der Wurm, der einen Edelstein im Namen trägt
Dieser Alpenbewohner ist ein echtes Original: Unter seinen erdfarbenen Verwandten gilt der Smaragdwurm geradezu als bunter Hund. Wie andere Regenwürmer, produziert auch er wertvollen Humus – er lebt aber nicht im Mineralboden, sondern in der Streuschicht aus Laub und moderndem Totholz. In Deutschland kommt der Smaragdwurm nur in den bayerischen Alpen vor, er ist in die Rote-Liste-Kategorie „Extrem selten“ eingestuft.
-

Ein Ex-Helgoländer auf Stippvisite
Ein großer bunter Schnabel, ein melancholisch wirkender Blick, leuchtend rote Füße und ein watschelnder, leicht unbeholfener Gang machen den Papageitaucher zu einem echten Sympathieträger. Oft wird er liebevoll als „Clown unter den Seevögeln“ bezeichnet. In der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands ist die Art zwar als „ausgestorben“ verzeichnet, dennoch werden alljährlich einzelne Vögel in den deutschen Küstengewässern gesichtet.
-

Sternbilder auf dem Waldboden
Wer Sterne sehen will, richtet normalerweise den Blick zum Himmel. Pilzkundige wissen, dass es Sterne auch am Boden von Wäldern und Magerrasen gibt.
-

Ein grauer Dorfbewohner mit langen Ohren
Anders als sein vierbeiniger Namensvetter ist diese Fledermaus „Vom Aussterben bedroht“.
-

Zähneknirschen statt Gesang
Wer sie finden will, muss genau hinschauen und meist hoch hinaus: obwohl quietschend grün mit gelben Beinen, ist sie trotzdem gut getarnt.
-

Verantwortung für den heimlichen Wappenvogel
„Wenn der Milan sein Nest baut, pass auf die Wäsche auf!“, schrieb schon William Shakespeare in „The Winter’s Tale“. Rotmilane lebten früher mitten in London und wurden als Abfallverwerter geschätzt. Die Kehrseite: Sie ließen für den Nestbau schon mal ein Unterhemd mitgehen.
-

Wölfe unter den Wirbellosen
Wer im Wald leise Trommelwirbel hört, vermutet nicht, dass ein winziger „Wolf“ dahinter steckt: Der nur 5-6 mm große Trommelwolf, eine Spinnenart, wirbt damit zur Balzzeit um Partner. Die mit dem Hinterleib auf trockenem Laub erzeugten Geräusche sind auch für das menschliche Ohr deutlich zu hören. In der Roten Liste der Spinnen Deutschlands ist die Wolfsspinne, die Moor-, Sumpf- und Auenwälder liebt, als gefährdet eingestuft. Ein europäisches Expertengremium hat den Trommelwolf zur „Spinne des Jahres 2022“ gewählt.
-

Weinbegleiter mit subtropischer Verwandtschaft
Viele frühere Vorkommen der Osterluzei sind in den vergangenen Jahrzehnten erloschen, weil Weinlagen flurbereinigt und Unkraut „erfolgreich“ bekämpft wurde.
-

Nektar-Tankstelle für Furchen- und Mauerbienen
Mit Kühen hat die Pflanze nichts zu tun und mit der Küche schon gar nicht. Die Gewöhnliche Küchenschelle gehört zu den Hahnenfußgewächsen und ist ein bekannter und beliebter Frühjahrsblüher.
-

Trojaner im Anmarsch: Was Filzbiene und Kuckuck gemeinsam haben
Mit nur 7 Millimetern Körperlänge kann diese Wildbiene leicht übersehen werden. Am ehesten findet man sie zwischen Juni und September in Gebieten mit Sand- und Lössböden, wo sie Korbblüter wie Rainfarn, Schafgarbe oder Jakobskreuzkraut besucht.
