Wissenswertes zu Tieren, Pflanzen und Pilzen entdecken
Von den etwa 72.000 in Deutschland einheimischen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sind in den Roten Listen rund 37.000 auf ihre Gefährdung hin untersucht. Ergänzend zu diesen wissenschaftlichen Fachgutachten geben die Artenportraits des Rote-Liste-Zentrums einen Einblick in die Lebensweise von Tieren und Pflanzen. Themenspecials mit Berichten und Interviews zeigen darüber hinaus, wie Rote-Liste-Arbeit in der Praxis aussieht und stellen Expertinnen und Experten vor. Eigene Themenwelt-Seiten informieren über gesetzliche Schutzmaßnahmen.
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Knopfäugige Räuber der Nord- und Ostsee
Entlang der deutschen Nord- und Ostseeküste sind Seehunde die häufigsten räuberischen Säugetiere. Ihre einzigen natürlichen Feinde sind die größeren Kegelrobben, die neben Fischen und Krebsen gelegentlich auch andere Meeressäuger, besonders deren Jungtiere, jagen. Einen weitaus größeren Einfluss auf die Seehundpopulationen hat jedoch der Mensch. Glücklicherweise gehört die früher intensive Jagd auf Seehunde der Vergangenheit an. In der aktuellen Roten Liste der Säugetiere Deutschlands wurde der Seehund in die Kategorie „Gefährdung unbekannten Ausmaßes“ eingestuft.
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Den Winterschlaf angetreten
„Die Erde ist aller Wesen Erhalterin, sowohl des Menschen, der sie bebaut, als des Hamsters, der sie durchwühlt“, sagte schon der Naturforscher Friedrich Gabriel Sulzer (1749–1830). Zu seiner Zeit – und auch später – wurde der Feldhamster als „Kornratte“ verfolgt, denn er braucht rund zwei Kilo Vorräte, um über den Winter zu kommen. Heutzutage ist der Feldhamster laut Roter Liste „Vom Aussterben bedroht“ und damit eines der am stärksten gefährdeten Säugetiere Deutschlands.
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Kleine Kröte mit Riesenbabys
Fast doppelt so groß wie ihre Eltern sind die Kaulquappen der Geburtshelferkröte. Sie betreibt eine ungewöhnliche Brutpflege: Das nur 5 cm große Männchen trägt ein großes „Ei-Paket“ mit sich herum, bis die Larven bereit zum Schlüpfen sind. Die seltene, versteckt lebende Kröte verrät sich durch ihren glockenhellen Ruf, der ihr in manchen Gegenden den Namen „Glockenfrosch“ verleiht. Die Rote Liste der Amphibien Deutschlands verzeichnet sie als „Stark gefährdet“.
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Ein seltenes Juwel im Weinberg
Bei einem Spaziergang in rheinland-pfälzischen Flusstälern oder am Kaiserstuhl kann man mit etwas Glück der Westlichen Smaragdeidechse begegnen. Auch wenn sie zu den seltensten Reptilien Deutschlands zählt, ist sie wegen ihrer Größe und Färbung gut kenntlich.
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Alte Heilpflanze mit teuflischer Vergangenheit
Mysteriöse Zeichen? Unerklärliche Dinge? Im Mittelalter hatte da oft der Teufel seine Hand im Spiel. Glaube und Aberglaube waren im Alltag so gegenwärtig und deutungsmächtig wie heutzutage Nachrichten und Social Media. In damaliger Zeit erhielt der „Teufelsabbiss“ seinen Namen. Früher wurde er als heilkräftige Pflanze hoch geschätzt, heutzutage gehen seine Bestände zurück. Als Bioindikator weist er auf naturnahe Standorte hin. Der Teufelsabbiss steht auf der Vorwarnliste.
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Ein Räuber im Badesee
Es gehört in der Tat etwas Mut dazu, in einem See zu schwimmen. Die Angst vor der dunklen Unterwasserwelt sitzt bei einigen Menschen tief. Selbst der leichteste Kontakt mit Wasserpflanzen kann Panik auslösen und ihnen die Freude an einem weiteren Bad im kühlen Nass verderben. Betroffene Personen fürchten, dass sie aus der Tiefe des Gewässers von einem Fisch attackiert werden könnten. Als Albtraum der Schwimmenden gilt neben dem Wels, der eine Länge von über 2 Metern erreichen kann, vor allem der Hecht. Bisse von Hechten kommen vor, sie sind jedoch extrem seltene Ereignisse.
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Bergzikaden verbreiten Urlaubsfeeling
Bergzikaden bringen auch bei uns mediterranes Flair auf manchen Südhang. Diese Singzikaden sind zwar leiser als ihre subtropischen Verwandten, ihre Gesänge lohnen aber ein genaues Hinhören: Die Arten lassen sich nämlich am ehesten anhand ihrer charakteristischen Strophen unterscheiden. Für die drei bisher in Deutschland nachgewiesenen Bergzikaden verzeichnet die Rote Liste eine „Gefährdung unbekannten Ausmaßes“.
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Ziemlich beste Freundinnen: Mütter und Töchter der Vierbindigen Furchenbiene
Die Weibchen der Vierbindigen Furchenbiene werden bis zu 16 Millimeter lang. Damit sind sie sogar größer als die Arbeiterinnen der Honigbiene. Während die Weibchen der meisten einheimischen Wildbienen sterben, bevor ihre Nachkommen erwachsen sind, sind Furchenbienen recht langlebig und man kann sie während des gesamten Sommerhalbjahres beobachten. Da die jungen Töchter zudem noch über Wochen immer wieder ins mütterliche Nest zurückkehren können, gibt es bei dieser Art nicht selten regelrechte „Mutter-Töchter-WGs“. Die Vierbindige Furchenbiene gilt laut Rote Liste als gefährdet.
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Lebende Fossilien: Im Frühjahr erwachen die Urzeitkrebse
Sie leben seit hunderten Millionen Jahren auf der Erde und haben sich seither kaum verändert: Die Urzeitkrebse gehören zu den ältesten Tierarten der Welt. Mit dem Frühjahrshochwasser an naturbelassenen Flüssen erwachen sie in manchen Tümpeln zu neuem Leben – für durchziehende Vögel ein willkommener Snack. Der zu den Urzeitkrebsen gehörende Frühjahrs-Feenkrebs ist im Norden Deutschlands noch häufig zu finden, im Süden jedoch eine ausgesprochene Rarität. Die Rote Liste der Blattfußkrebse Deutschlands verzeichnet ihn als „stark gefährdet“.
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Wussten Sie, dass es in Deutschland wilde Narzissen gibt?
Die in vielen Vorgärten und Grünanlagen blühenden Osterglocken lassen nicht vermuten, dass ihre wilde Verwandten gefährdet sind: Der zierlichen Gelben Narzisse, Mutter vieler Osterglocken, ging es in der freien Natur seit den 1970er Jahren immer schlechter. Mit Hilfe von Stiftungen und Naturschutzorganisationen gelang jedoch eine Wende zum Besseren: Wer zur Osterzeit in der West-Eifel spazieren geht, kann heute wieder ausgedehnte Narzissenwiesen bewundern. Wegen ihrer eng begrenzten Bestände in Deutschland und früherer Rückgänge ist die wildwachsende Gelbe Narzisse in der Roten Liste jedoch weiterhin als „gefährdet“ eingestuft.
