Wissenswertes zu Tieren, Pflanzen und Pilzen entdecken
Von den etwa 72.000 in Deutschland einheimischen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sind in den Roten Listen rund 37.000 auf ihre Gefährdung hin untersucht. Ergänzend zu diesen wissenschaftlichen Fachgutachten geben die Artenportraits des Rote-Liste-Zentrums einen Einblick in die Lebensweise von Tieren und Pflanzen. Themenspecials mit Berichten und Interviews zeigen darüber hinaus, wie Rote-Liste-Arbeit in der Praxis aussieht und stellen Expertinnen und Experten vor. Eigene Themenwelt-Seiten informieren über gesetzliche Schutzmaßnahmen.
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Vom Mäusefänger zum Säugetierspezialisten
„Maus ist nicht gleich Maus“, ist schon dem jungen Holger Meinig aufgefallen, als er auf Futtersuche für verletzte Eulen ging. Heute ist der Zoologe einer der führenden Säugetier-Experten Deutschlands, Herausgeber von rund 140 Fachpublikationen und Erstautor der neuen Roten Liste der Säugetiere Deutschlands. Im Interview berichtet er über seinen persönlichen Werdegang, clevere Mäuse und wie man auch mit kleinen Aktionen viel für den Naturschutz erreichen kann.
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Knallrote Blätter im Meer
Auch wenn es sein Name nahelegt: Mit den bekannten Ampferarten, die auf Wiesen und an Ufern fast überall in Deutschland wachsen, ist der Blutrote Meerampfer nicht näher verwandt. Er ist vielmehr eine ausschließlich im Meer vorkommende Rotalge. Seine knallig roten „Blätter“ fallen am ehesten auf, wenn sie an den Strand gespült werden, verbleichen aber schnell. Der Blutrote Meerampfer wächst zwar nicht überall im deutschen Meeresgebiet, seine Bestände sind aber stabil und er gilt als ungefährdet. Die charismatische Rotalge hat sogar eine kleine Karriere in der Kunst hinter sich. Der Blutrote Meerampfer ist unsere Art des Monats Oktober.
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Der seltene Sand-Ohrwurm ist kein böser „Ohrenkneifer“
Fast jeder hat sie schon mal gesehen: Ohrwürmer. Sie kommen nahezu überall vor und sind durch ihre markanten Zangen am Hinterleib kaum zu verwechseln. Viele Gerüchte ranken sich um diese kleinen Insekten. Und auch die Bezeichnung „Ohrwurm“ für eine einprägsame Melodie soll von diesen Tieren abgeleitet sein. Im Gegensatz zu dem sehr häufig vorkommenden Gemeinen Ohrwurm, den man oft im Park, auf Obstbäumen aber auch unter Blumentöpfen findet, ist der Sand-Ohrwurm nicht weit verbreitet.
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Schutzlos trotz Panzer
Bis vor ca. 140 Jahren lebten in unseren Bächen, Flüssen und stehenden Gewässern stabile, teilweise sehr große Bestände der drei in Deutschland einheimischen Flusskrebse, nämlich vom Edelkrebs, vom Steinkrebs und vom Dohlenkrebs. Heute haben es diese drei trotz ihrer starken Panzerung zunehmend schwer. Gründe dafür sind der Gewässerverbau und die Gewässerverschmutzungen, vor allem aber die Krebspest, eine für mitteleuropäische Flusskrebse tödlich verlaufende Krankheit. Auch die zunehmende Ausbreitung mehrerer gebietsfremder Flusskrebsarten – die meisten davon sind zugleich Überträger der Krebspest – setzt den einheimischen Zehnfußkrebsen stark zu. Deren bekanntester Vertreter ist der Edelkrebs.
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Comeback in der Nordsee? Das Kurzschnäuzige Seepferdchen
Auch wenn es das Frühschwimmerabzeichen ziert und jedes Kind es erkennt: Das Seepferdchen würden die Wenigsten in den deutschen Meeresgewässern vermuten. Seit einigen Jahrzehnten ist es aber auch aus der Nordsee und insbesondere aus dem Nationalpark Nordfriesisches Wattenmeer bekannt. Mit der im Juni 2025 veröffentlichten Roten Liste der Meeresfische ist es nun offiziell: Vom Kurzschnäuzigen Seepferdchen existiert eine kleine Population vor der schleswig-holsteinischen Nordseeküste, es ist dort aber „sehr selten“.
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Datenportal „Mollusken Deutschlands“ enthält 390.000 Datensätze zu 420 Arten und Unterarten
Mit „Mollusken Deutschlands“ wird es künftig leichter, Beobachtungsdaten von Schnecken und Muscheln zu erfassen und für den Naturschutz und die Roten Listen zu verwenden. Seit Oktober 2022 sind erstmalig bundesweite Nachweiskarten zu rund 420 Arten und Unterarten, die an Land, sowie in Flüssen und Seen leben („Binnenmollusken“), online und frei zugänglich verfügbar. Das Datenportal wird vom Rote-Liste-Zentrum technisch und von der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft fachlich betreut.
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Neues Online-Portal „Moose Deutschlands“ mit 450.000 Beobachtungen und mehr als 1 Million Rasterdaten
Moose sind die Überlebenskünstler der Pflanzen. Sie besiedeln Pflasterritzen, Mauern und Dächer ebenso wie Wälder, Sümpfe, Hochmoore oder Felsen. Dennoch ist ein Viertel der Moos-Arten Deutschlands bestandsgefährdet, für 12 % reicht die Datenlage für eine Gefährdungseinstufung bisher nicht aus. Mit dem Datenportal „Moose Deutschlands“ wird es künftig leichter, Beobachtungsdaten zu erfassen und für den Naturschutz und die Roten Listen zu verwenden.
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Verschollener Meeres-Hundertfüßer an der Nordseeküste entdeckt
Dem Bodentier-Experten Dr. Hans Reip gelangen jetzt an mehreren Orten in Schleswig-Holstein Nachweise des Meeres-Hundertfüßers Strigamia maritima, der in Deutschland lange als verschollen galt. Bei seiner Suche erhielt er unerwartet Hilfe von „Nachwuchswissenschaftlern“ – der erste Fund gelang einem kleinen Jungen!
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1.062 Tiere untersucht: Myriapoden-Fachleute finden seltene Hundertfüßer
Im UNESCO-Biossphärenreservat Schorfheide-Chorin wurden 18 dort bisher nicht bekannte Arten von Doppel- und Hundertfüßern gefunden, darunter der Hundertfüßer Geophilus carpophagus. In Brandenburg war bisher nur ein Vorkommen dieses Bodenbewohners bekannt. Mit der Sammelexkursion wurden Wissenslücken geschlossen und der wissenschaftliche Nachwuchs an die Erforschung der Bodentiere herangeführt.
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Läuse adé? Ein Halbschmarotzer mit Biss
Ob das Sumpf-Läusekraut gegen Plagegeister hilft ist unklar. Sicher ist jedoch, dass die stark gefährdete Art auf sumpfige Standorte wie Moore und Feuchtwiesen angewiesen ist. Mit ihren rosafarbenen Blüten erinnert sie uns im Frühsommer daran, solche Feuchtlebensräume und die dort lebende Flora und Fauna zu schützen.
