Themenwelt

Wissenswertes zu Tieren, Pflanzen und Pilzen entdecken

Von den etwa 72.000 in Deutschland einheimischen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sind in den Roten Listen rund 37.000 auf ihre Gefährdung hin untersucht. Ergänzend zu diesen wissenschaftlichen Fachgutachten geben die Artenportraits des Rote-Liste-Zentrums einen Einblick in die Lebensweise von Tieren und Pflanzen. Themenspecials mit Berichten und Interviews zeigen darüber hinaus, wie Rote-Liste-Arbeit in der Praxis aussieht und stellen Expertinnen und Experten vor. Eigene Themenwelt-Seiten informieren über gesetzliche Schutzmaßnahmen.

  • In unseren Gewässern lebt überwiegend eine stark domestizierte Form des Karpfens. Foto: Rotislav/Adobe Stock

    Warum der beliebte Speisefisch nicht überall gerne gesehen ist

    Der Karpfen – Ein Artenportrait

    Schon im Mittelalter war er ein begehrter Speisefisch, vor allem bei Nonnen und Mönchen. Heute ist der Karpfen aus unserer Unterwasserwelt nicht mehr wegzudenken, auch wenn die Zuchtform den Ur-Karpfen fast verdrängt hat. Für die Fischerei immer noch einer der wesentlichen „Brotfische“ und für viele Menschen Kulturgut, stehen einige dem Karpfen kritisch gegenüber.

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  • Schlammpeitzger tragen sechs längere Barteln an der Oberlippe und vier kürzere an der Unterlippe. Sie dienen dem Ertasten von Nahrung im weichen Boden. Foto: Rostislav/Adobe Stock

    Stumm wie ein Fisch? Nicht ganz…

    Der Schlammpeitzger – Ein Artenportrait

    Mit seinen Bartfäden sieht er zwar aus, als hätte er sich den Mund fusselig geredet, doch der Schlammpeitzger ist vorne stumm wie andere Fische auch. Geräuschvoll geht es nur zu, wenn die aalartig wirkenden Tiere Luft aus dem Enddarm pressen – nicht ohne Grund wurden sie im Norden „Piepaal“ und im Süden „Furzgrundel“ genannt. Schon im Jahr 1549 schrieb Georg Agricola „Sie geben einen durchdringenden Ton von sich“.

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  • Rasterelektronenmikroskopische Abbildung einer präparierten Kieselschale von Gomphonella tegelensis mit Blick in das Innere einer Schachtelhälfte. Der schwarze Balken entspricht 10 µm (0,01 mm).  Foto: Oliver Skibbe, Juliane Bettig, Forschungsgruppe Diatomeen, Botanischer Garten u. Botanisches Museum Berlin, Freie Universität Berlin

    Puzzle am Tegeler See – eine neu entdeckte Kieselalge im Blick der Biodiversitätsforschung

    Die Kieselalge Gomphonella tegelensis – Ein Artenportrait

    Kieselalgen oder Diatomeen sind nur mikroskopisch sichtbar, meist kleiner als 0,2 mm, betreiben Photosynthese wie Pflanzen und leben innerhalb gläserner, schachtelförmiger Zellwände (Kieselschalen aus Siliziumdioxid), die Jahrtausende in Ablagerungen überdauern können. Diese „Schachtellinge“, wie sie im 19. Jahrhundert auch bezeichnet wurden, sind oft ausgesprochen schön anzusehen, weshalb Kieselalgen auch bevorzugte Objekte von Mikroskopikern wurden. Diatomeen sind darüber hinaus wichtige Bioindikatoren im Gewässermonitoring. Die Kieselalge Gomphonella tegelensis wurde erst vor wenigen Jahren wissenschaftlich beschrieben.

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  • Auf Dünen entlang der deutschen Küsten ist der Gewöhnliche Sanddorn (Hippophaë rhamnoides subsp. rhamnoides) verbreitet. Foto: Dr. Günter Matzke-Hajek

    „Uuuh, sind die sauer!“

    Der Gewöhnliche Sanddorn – Ein Artenportrait

    Sanddornfrüchte gelten zwar als Vitamin-C-Bomben, aber zum Naschen taugen sie nicht. Oft zerdrückt man sie schon beim Pflücken zu Brei und dann schmecken sie so sauer, dass man sie doch lieber den Vögeln überlässt. Im Landschaftsbau schätzt man aber eine andere Fähigkeit: Mit seinen tief reichenden und weit verzweigten Wurzeln kann der Sanddorn Rohböden gegen Erosion schützen. Die Konkurrenzkraft selbst auf sterilen Böden hängt damit zusammen, dass seine unterirdischen Organe eine Symbiose mit Luftstickstoff bindenden Bakterien eingehen, die den Standort auf natürliche Art und Weise düngen.

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  • Auf der Blattunterseite seiner Wirtspflanze, der Emberger-Felsenbirne, bildet der Rostpilz Gymnosporangium amelanchieris kleine Erhebungen mit dünnen Pseudoperidien. Foto: Julia Kruse

    „Bäumchen wechsel dich“ als Lebensmotto

    Gymnosporangium amelanchieris – Ein Artenportrait

    Phytoparasitische Kleinpilze gehören nicht gerade zu den auffälligen Pilzen, selbst Personen mit sonst guten Artenkenntnissen nehmen normalerweise kaum Notiz von ihnen. Eine gut kenntliche, wenn auch wegen ihrer beschränkten Verbreitung seltene Art ist Gymnosporangium amelanchieris, ein Rostpilz, der in Deutschland nur im Allgäu und in Thüringen gefunden wurde und bis vor kurzem als „verschollen“ galt.

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  • Die Schlingnatter benötigt strukturreiche Flächen mit ausreichenden Verstecken und Plätzen zum Sonnenbaden. Foto: Dr. Ulrich Schulte

    Eine heimlich lebende Sonnenanbeterin

    Die Schlingnatter – Ein Artenportrait

    Schlingnattern sind lebendgebärend und bilden damit eine Ausnahme unter den europäischen Nattern. Die harmlose Schlange gibt es fast nur dort, wo auch Eidechsen leben, denn sie ist auf den Fang dieser flinken Tiere spezialisiert. Außerdem benötigt sie strukturreiche Flächen mit ausreichenden Verstecken und Plätzen zum Sonnenbaden. Durch den Verlust geeigneter Lebensräume nehmen die Bestände der Art allerdings stetig ab – sie gilt in Deutschland deshalb als gefährdet.

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  • Sandwatt mit Rippelmarken sowie mit Fraßtrichtern und Kothaufen des Pierwurms, Arenicola marina. Foto: BioConsult

    Spuren im Sand: Ein Ökosystemingenieur am Werk

    Der Pierwurm – Ein Artenportrait

    Wer schon einmal im Watt zu Fuß unterwegs war, kennt die weiten Rippelfelder des Sandwatts, übersät mit unzähligen kleinen Hügeln aus Sandschnüren und trichterförmigen Löchern. Hier lebt und gräbt der Pierwurm, auch Köderwurm genannt. Sein Name ist Programm: Der Wurm wird gerne zum Angeln verwendet. Zusammen mit der Gemeinen Wattschnecke, der Herzmuschel, der Gemeinen Strandkrabbe und der Nordseegarnele gehört der Pierwurm zu den „Small five“, den fünf wichtigsten kleinen wirbellosen Arten des Wattenmeeres.

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  • Das Rötliche Torfmoos ist noch in südlichen Regionen Bayerns im (Vor-)Alpenland sowie in Teilen des Norddeutschen Tieflandes zu finden.  Foto: Marie Hild

    Torfmoose sind Baumeister der Moore

    Das Rötliche Torfmoos – Ein Artenportrait

    Das Rötliche Torfmoos ist nicht nur ein Bewohner der europäischen Hochmoore, es ist auch maßgeblich an deren Entstehung beteiligt: Aus abgestorbenen Teilen der Pflanze entsteht unter moortypischen Bedingungen Torf. Dieser wurde früher in großem Stil als Brennmaterial abgebaut und wird heute noch für Gartenbau-Substrate verwendet. 95 % der deutschen Moore gelten als geschädigt und das Rötliche Torfmoos wird in der Roten Liste der Moose als „gefährdet“ aufgeführt.

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  • Charakteristisch für Rebhühner ist der hufeisenförmige Fleck am Bauch. Foto: Yakubovich Dmitry/Adobe Stock

    Rebhuhn und Feldhase – ein Traumpaar?

    Das Rebhuhn – Ein Artenportrait

    Das wäre doch ein märchenhafter Deal: Die Rebhenne legt fleißig Eier, und der Hase versteckt sie pünktlich zum Osterfest für die Menschenkinder. Tatsächlich legen weibliche Rebhühner im Frühjahr regelmäßig 10 bis 20 Eier. Die Sache hat aber doch einen Haken: Nicht nur Feldhasen sind gefährdet, auch Rebhühner werden immer seltener. Noch vor 40 Jahren war ihr schnarrendes, zweisilbiges „Kirrreck“ im Frühjahr ein vertrautes Geräusch in der Feldflur. Heute sind sie bei uns die Vogelart mit den größten Bestandsverlusten. Seit 1980 ist die Zahl der Brutpaare in Deutschland auf etwa 5 % der damaligen Zahl zurückgegangen.

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  • Weibchen der Frühlings-Seidenbiene (Colletes cunicularius) im Blütenstand einer Weide. Foto: Ulrich Maier

    Einzelzimmer mit Seide

    Die Frühlings-Seidenbiene – Ein Artenportrait

    Anders als die Honigbiene baut die Frühlings-Seidenbiene ihre Nester nicht mit Wachs, sondern kleidet die Kinderstube mit einer durchsichtigen „Seidentapete“ aus. Die Frühlings-Seidenbiene wurde kürzlich von einem Kuratorium zur Wildbiene des Jahres 2023 gewählt.

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