Spinnen (Arachnida: Araneae)

Die deutsche Gesamtartenliste der Spinnen, auch Webspinnen genannt, umfasst 971 einheimische Arten und Unterarten. Zusätzlich gibt es 21 etablierte gebietsfremde Arten, die durch den Menschen eingeschleppt wurden.

Filmreife Eigenschaften

Neben den für alle Spinnentiere typischen acht Beinen besitzt der Großteil der einheimischen Arten auch acht Augen, die den Spinnen ein weites Gesichtsfeld ermöglichen. Die charakteristischen Spinnfäden entstehen durch Absonderungen der in den Spinnwarzen enthaltenen Spinndrüsen, die an der Luft aushärten. Allerdings bauen nur etwa 10–15 % der Spinnenarten daraus die bekannten Radnetze. Die übrigen Arten nutzen die Spinnfäden für dreidimensionale Netze oder zur Herstellung von Wohnkokons, Sicherheitsfäden oder zum Einspinnen der Beute.

Keine Angst vor Spinnen

Die Spinnenphobie, also die Angst vor Spinnen, ist in Deutschland weit verbreitet. Die Ursachen dieser Angststörung können vielfältig sein. Eine Angst vor dem Gift der Spinnen ist in Deutschland aber unbegründet. Zwar haben die meisten einheimischen Arten Giftdrüsen, die in den Kieferklauen enden, jedoch schaffen sie es meist nicht, die menschliche Haut mit diesen zu durchdringen. Sollte es doch einmal zu einem Biss kommen, schmerzt dieser weniger als Bisse oder Stiche von Insekten.

Wie geht es den Spinnen?

Etwa 32 % der bewerteten Spinnenarten und -unterarten sind bestandsgefährdet oder schon ausgestorben. Ungefähr die Hälfte, also 52 %, gelten als ungefährdet. Der Rest ist entweder extrem selten (8 %), steht auf der Vorwarnliste (5 %) oder konnte mangels ausreichender Daten nicht eingestuft werden (3 %).

Die Hauptgefährdungsursache für die Spinnenarten Deutschlands ist der Lebensraumverlust, verursacht durch menschliche Einflüsse wie landwirtschaftliche oder bauliche Maßnahmen. So sind viele bestandsgefährdete Arten von den stetig zurückgehenden unbewaldeten Feucht- und Trockenlebensräumen wie Mooren oder Trockenrasen abhängig. Der Schutz und Erhalt dieser Lebensräume sichert auch das Fortbestehen der in diesen Lebensräumen vorkommenden Arten.

Aktuelle Rote Liste

(Stand April 2008, einzelne Änderungen und Nachträge bis August 2015)

Blick, T.; Finch, O.-D.; Harms, K.H.; Kiechle, J.; Kielhorn, K.-H.; Kreuels, M.; Malten, A.; Martin, D.; Muster, C.; Nährig, D.; Platen, R.; Rödel, I.; Scheidler, M.; Staudt, A.; Stumpf, H. & Tolke, D. (2016): Rote Liste und Gesamtartenliste der Spinnen (Arachnida: Araneae) Deutschlands. – In: Gruttke, H.; Balzer, S.; Binot-Hafke, M.; Haupt, H.; Hofbauer, N.; Ludwig, G.; Matzke-Hajek, G. & Ries, M. (Red.): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands, Band 4: Wirbellose Tiere (Teil 2). – Münster (Landwirtschaftsverlag). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (4): 383–510.

Die aktuellen Rote-Liste-Daten sind auch als Download verfügbar.

Artportrait