Die Ergebnisse im Einzelnen
In Rheinland-Pfalz gibt es 1.964 einheimische Arten der Farn- und Blütenpflanzen. Davon gelten 651 als bestandsgefährdet oder als ausgestorben/verschollen. Die Aufteilung auf die Gefährdungskategorien ist wie folgt:
- Ausgestorben/verschollen: 88 Sippen*, z. B. Kornrade (Agrostemma githago)
- Vom Aussterben bedroht: 138 Sippen, z. B. Sand-Lotwurz (Onosma arenaria), Kriechender Sumpfschirm (Helosciadium repens), Wassernuss (Trapa natans)
- Stark gefährdet: 217 Sippen, z. B. Arnika (Arnica montana), Braunrote Ständelwurz (Epipactis atrorubens), Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica), Trollblume (Trollius europaeus), Gewöhnlicher Schwimmfarn (Salvinia natans)
- Gefährdet: 175 Sippen, z. B. Felsen-Gelbstern (Gagea bohemica), Sumpf-Wolfsmilch (Euphorbia palustris), Mückenhändelwurz (Gymnadenia conopsea)
- Gefährdung unbekannten Ausmaßes: 34 Sippen, z. B. Wolliger Hahnenfuß (Ranunculus lanuginosus)
Außerdem befinden sich 164 Farn- und Blütenpflanzen in Rheinland-Pfalz auf der Vorwarnliste, wie z. B. die Sumpf-Dotterblume oder die Bienen-Ragwurz. Als extrem selten gelten 78 Sippen, z. B. das Affen-Knabenkraut oder der Diptam. Für 181 Sippen war keine Einstufung möglich, sie werden der Kategorie D zugeordnet. Als ungefährdet gelten 906 Sippen.

© Foto: Miriam Lindenmeier
Damit gelten rund 33 % aller einheimischen Farn- und Blütenpflanzen des Bundeslandes in unterschiedlichem Maße als gefährdet oder bereits ausgestorben/verschollen. Besonders schwer haben es beispielsweise Ackerwildkräuter und deutlich verschlechtert hat sich auch die Bestandssituation vieler Magerkeitszeiger des extensiven Grünlandes.
*Zur Erläuterung: Der Begriff Sippe/Sippen ist ebenso wie Taxon/Taxa eine Zähleinheit, die verschiedene taxonomischen Rangstufen umfassen kann; welche davon in der neuen Roten Liste betrachtet wurden und welche weiteren methodische Grundlagen verwendet wurden, erklären die Autoren in der Publikation.
Gefährdungsursachen
Als wichtigste Gefährdungs- und Verlustursachen gelten die Intensivierung der Landwirtschaft, Standortveränderungen durch Nährstoff- und Schadstoffeinträge, aber auch Nutzungsänderungen, Nutzungsaufgabe oder Aufforstungen und nicht zuletzt auch die weiter steigende Flächeninanspruchnahme durch Bebauung und Verkehrstrassen sowie Auswirkungen des Klimawandels.
Die Rote Liste und ihre Autoren

© Landesamt für Umwelt
Die „Rote Liste und Florenliste der Farn- und Blütenpflanzen (Pteridophyta et Spermatophyta) in Rheinland-Pfalz“ wurde im Auftrag des Landesamtes für Umwelt (LfU) erarbeitet. Hauptautor ist Dennis Hanselmann. Zum Autorenteam gehören außerdem Robert Fritsch, Ralf Hand, Thomas Schneider sowie der stellvertretende Vorsitzende des Rote-Liste-Beirates Carsten Renker und Steffen Caspari, der heutige Leiter des Rote-Liste-Zentrums. Die Arbeit der Rote-Liste-Autoren erfolgte zu einem großen Teil ehrenamtlich.
Die neue Rote Liste aus Rheinland-Pfalz steht beim LfU zum kostenlosen Download zur Verfügung. Die bundesweiten Rote-Liste-Daten sind beim Rote-Liste-Zentrum im Bereich Farn- und Blütenpflanzen abrufbar.