- Wissenschaftlicher Name
- Gampsocleis glabra (Herbst, 1786)
- Deutscher Name
- Heideschrecke
- Organismengruppe
- Heuschrecken und Fangschrecken
- Rote-Liste-Kategorie
- Vom Aussterben bedroht
- Verantwortlichkeit Deutschlands
- Allgemeine Verantwortlichkeit
- Aktuelle Bestandssituation
- extrem selten
- Langfristiger Bestandstrend
- sehr starker Rückgang
- Kurzfristiger Bestandstrend
- stabil
- Vorherige Rote-Liste-Kategorie
- Vom Aussterben bedroht
- Kategorieänderung gegenüber der vorherigen Roten Liste
- Kategorie unverändert
- Kommentar zur Gefährdung
- Gampsocleis glabra (Abb. (siehe Publikation für Abbildungsnummer)) war historisch weiter verbreitet als heute (Maas et al. 2002). Von ehemals 18 TK25-Rasterfeldern sind momentan nur noch acht Rasterfelder besetzt. Auch innerhalb der noch besetzten Rasterfelder ist von einem Bestandsrückgang auszugehen, da im Zuge des Landnutzungswandels zahlreiche Habitate wie Sandmagerrasen und Zwergstrauchheiden (Maas et al. 2002, Fischer et al. 2020) – u.a. durch Sukzession und Aufforstung – verloren gegangen sind (Fartmann 2017, Poschlod 2017, Fartmann et al. 2021). Die letzten Vorkommen der Art sind zumeist stark isoliert (Maas et al. 2002). Langfristig müssen die Bestände der Art daher wie bei Maas et al. (2011) als sehr stark rückläufig eingeschätzt werden. Für den kurzfristigen Bestandstrend wurde zwar eine deutliche Zunahme berechnet (Bestandsveränderung: +29%), doch dies ist in erster Linie auf den deutlich verbesserten Kenntnisstand zurückzuführen (siehe unten). G. glabra ist heute nach wie vor extrem selten in Deutschland. Die Vorkommen beschränken sich auf großflächig offene Heidegebiete, die fast alle militärisch genutzt werden (u.a. Wallaschek 2005, Schäfer 2013, Schäfer & Hennigs 2020). Ganz entscheidend für ein Vorkommen sind laut Clausnitzer & Clausnitzer (2005) regelmäßige Brände in Teilbereichen der Heide, die offene Bodenstellen für die Eiablage schaffen. Mehrere Vorkommen wurden erst vor wenigen Jahren entdeckt (Schäfer 2013, Schäfer & Hennigs 2020, K. Fuhrmann, schriftl. Mitteilung 2021). Aufgrund der schweren Zugänglichkeit der Gebiete (Truppenübungsplätze) ist davon auszugehen, dass es sich nicht um neu gegründete Populationen handelt, sondern die Heideschrecke dort schon lange vorkommt. Der berechnete kurzfristige Bestandstrend wurde daher von der Kriterienklasse „deutliche Zunahme“ in „stabil“ korrigiert.
- Einbürgerungsstatus
- Indigene oder Archäobiota
- Quelle
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Poniatowski, D.; Detzel, P.; Drews, A.; Hochkirch, A.; Hundertmark, I.; Husemann, M.; Klatt, R.; Klugkist, H.; Köhler, G.; Kronshage, A.; Maas, S.; Moritz, R.; Pfeifer, M.A.; Stübing, S.; Voith, J.; Winkler, C.; Wranik, W.; Helbing, F. & Fartmann, T. (2024): Rote Liste und Gesamtartenliste der Heuschrecken und Fangschrecken (Orthoptera et Mantodea) Deutschlands. – Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (7): 88 S.