- Wissenschaftlicher Name
- Decticus verrucivorus (Linnaeus, 1758)
- Deutscher Name
- Warzenbeißer
- Organismengruppe
- Heuschrecken und Fangschrecken
- Rote-Liste-Kategorie
- Gefährdet
- Verantwortlichkeit Deutschlands
- Allgemeine Verantwortlichkeit
- Aktuelle Bestandssituation
- mäßig häufig
- Langfristiger Bestandstrend
- starker Rückgang
- Kurzfristiger Bestandstrend
- mäßige Abnahme
- Vorherige Rote-Liste-Kategorie
- Gefährdet
- Kategorieänderung gegenüber der vorherigen Roten Liste
- Kategorie unverändert
- Kommentar zur Gefährdung
- Im Zuge des Landnutzungswandels wurden viele Habitate des Warzenbeißers – u.a. Magerrasen und mageres Grünland (Maas et al. 2002, Wranik et al. 2008, Fischer et al. 2020) – insbesondere seit Mitte des 20. Jahrhunderts vernichtet (Fartmann 2017, Poschlod 2017, Fartmann et al. 2021). Die Art musste in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts daher starke Bestandseinbußen hinnehmen (Maas et al. 2002, Reinhardt et al. 2005, Poniatowski et al. 2020). Der langfristige Bestandstrend wird folglich wie bei Maas et al. (2011) als stark rückläufig eingeschätzt. Auf Basis der TK25-Rasterfelder müssen die Bestände aktuell als stabil gewertet werden (Bestandsveränderung: −3,4%). Allerdings sind viele Populationen stark isoliert. Dies gilt insbesondere für die Vorkommen in Nordwestdeutschland. Einige dieser Populationen sind durch die voranschreitende Sukzession bedroht. In anderen Fällen wurde der Lebensraum zerstört. Möglicherweise bereitet auch der Klimawandel der Art Probleme – zumindest regional (Poniatowski et al. 2018). Fakt ist, dass innerhalb der letzten zwei bis drei Jahrzehnte einige Populationen in Baden-Württemberg (Döler 2015), Brandenburg (T. Fartmann, mündl. Mitteilung 2023), Nordrhein-Westfalen (Distel et al. 2010, Löffler et al. 2019, Fartmann et al. 2021) und Rheinland-Pfalz (Ogan et al. 2022) ausgestorben sind. In allen neuen Roten Listen der Länder wird derzeit von einer Abnahme ausgegangen (Voith et al. 2016, Pfeifer et al. 2019, Winkler & Haacks 2019, Köhler 2020, Maas & Staudt 2020, Detzel et al. 2022). Der kurzfristige Bestandstrend wurde daher von stabil in mäßige Abnahme korrigiert.
- Einbürgerungsstatus
- Indigene oder Archäobiota
- Quelle
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Poniatowski, D.; Detzel, P.; Drews, A.; Hochkirch, A.; Hundertmark, I.; Husemann, M.; Klatt, R.; Klugkist, H.; Köhler, G.; Kronshage, A.; Maas, S.; Moritz, R.; Pfeifer, M.A.; Stübing, S.; Voith, J.; Winkler, C.; Wranik, W.; Helbing, F. & Fartmann, T. (2024): Rote Liste und Gesamtartenliste der Heuschrecken und Fangschrecken (Orthoptera et Mantodea) Deutschlands. – Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (7): 88 S.