- Wissenschaftlicher Name
- Isophya kraussii Brunner von Wattenwyl, 1878
- Deutscher Name
- Gemeine Plumpschrecke
- Organismengruppe
- Heuschrecken und Fangschrecken
- Rote-Liste-Kategorie
- Gefährdet
- Verantwortlichkeit Deutschlands
- In besonders hohem Maße verantwortlich
- Aktuelle Bestandssituation
- selten
- Langfristiger Bestandstrend
- mäßiger Rückgang
- Kurzfristiger Bestandstrend
- mäßige Abnahme
- Vorherige Rote-Liste-Kategorie
- Vorwarnliste
- Kategorieänderung gegenüber der vorherigen Roten Liste
- Aktuelle Verschlechterung der Einstufung
- Kommentar zur Verantwortlichkeit
- Die deutschen Vorkommen machen schätzungsweise etwas mehr als 1/3 des Weltbestandes aus (vgl. GBIF.org 2021). Dies entspricht der Kriterienklasse A3. Das Arealzentrum ist polyzentrisch. Deutlich mehr als 10% davon decken die deutschen Vorkommen ab (Kriterienklasse: Lz). Eine weltweite/europäische Gefährdung besteht nicht (Kriterienklasse: G*) (vgl. Hochkirch et al. 2016). Die Kombination der drei Kriterien „A3“, „Lz“ und „G*“ ergibt die Kategorie „!!“ (= in besonders hohem Maße verantwortlich). Das Ergebnis bestätigt die bisherige Einstufung (Detzel & Maas 2004, Maas et al. 2011).
- Kommentar zur Gefährdung
- Langfristig ist wie bei Maas et al. (2011) von einem mäßigen Rückgang auszugehen (siehe auch Poniatowski et al. 2020), da viele Habitate wie versaumte Magerrasen, Grünlandbrachen und mesophile Staudenfluren (Maas et al. 2002, Fischer et al. 2020) infolge des Landnutzungswandels verloren gegangen sind (u.a. Fartmann 2017, Poschlod 2017, Fartmann et al. 2021). Für den kurzfristigen Bestandstrend wurde eine mäßige Abnahme berechnet (Bestandsveränderung: −20%). Derzeit ist allerdings unklar, ob es sich um eine reale Abnahme handelt oder ob die Art unterkartiert ist. Laut Pfeifer et al. (2019) gehört Isophya kraussii (Abb.: siehe Publikation für Abbildungsnummer) zu den Arten, die im Gelände schwer nachweisbar sind (siehe auch Köhler et al. 2019). Der Kenntnisstand zur Bestandsentwicklung ist regional sehr heterogen: In Rheinland-Pfalz und Thüringen wird aktuell eine Abnahme unbekannten Ausmaßes angenommen (Pfeifer et al. 2019, Köhler 2020). Detzel et al. (2022) schätzen den kurzfristigen Bestandstrend für Baden-Württemberg hingegen als stabil ein. In Bayern wiederum lässt die unzureichende Datenlage keine Einstufung zu (Voith et al. 2016). Erst kürzlich wurde allerdings eine Wiederholungsstudie publiziert, die eine signifikante Abnahme der Bestände in Unterfranken dokumentiert (Thorn et al. 2022). Die Berechnung des kurzfristigen Bestandstrends wird vom Autorenteam daher als plausibel angesehen. In den nächsten Jahren sollte aber verstärkt auf I. kraussii geachtet werden, um ein klareres Bild von der Bestandsentwicklung auf Bundesebene zu erlangen.
- Einbürgerungsstatus
- Indigene oder Archäobiota
- Quelle
-
Poniatowski, D.; Detzel, P.; Drews, A.; Hochkirch, A.; Hundertmark, I.; Husemann, M.; Klatt, R.; Klugkist, H.; Köhler, G.; Kronshage, A.; Maas, S.; Moritz, R.; Pfeifer, M.A.; Stübing, S.; Voith, J.; Winkler, C.; Wranik, W.; Helbing, F. & Fartmann, T. (2024): Rote Liste und Gesamtartenliste der Heuschrecken und Fangschrecken (Orthoptera et Mantodea) Deutschlands. – Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (7): 88 S.