- Wissenschaftlicher Name
- Euphydryas maturna (Linnaeus, 1758)
- Deutscher Name
- Eschen-Scheckenfalter
- Organismengruppe
- Tagfalter und Widderchen
- Rote-Liste-Kategorie
- Vom Aussterben bedroht
- Verantwortlichkeit Deutschlands
- Allgemeine Verantwortlichkeit
- Aktuelle Bestandssituation
- sehr selten
- Langfristiger Bestandstrend
- sehr starker Rückgang
- Kurzfristiger Bestandstrend
- mäßige Abnahme
- Vorherige Rote-Liste-Kategorie
- Vom Aussterben bedroht
- Kategorieänderung gegenüber der vorherigen Roten Liste
- Kategorie unverändert
- Kommentar zur Gefährdung
- E. maturna besitzt in Deutschland nur noch wenige Vorkommen, deren aktueller Zustand zuletzt von Fischer et al. (2017) dargelegt wurde. Die Populationen in Bayern und Baden-Württemberg (Mayer 2019) sind relativ klein, isoliert und unterliegen starken Schwankungen. Trotz implementierter Artenschutzprogramme bleibt das Aussterberisiko hoch. Das größte Vorkommen der Art befindet sich in der Elster-Luppe-Aue in den Ländern Sachsen und Sachsen-Anhalt. Seit dem Jahr 2017 ist im sächsischen Teil dieses Vorkommens ein stetiger Anstieg der Populationsgröße zu verzeichnen (Fischer 2023). Als Grund dafür wird die Auflichtung des Auenwaldes angenommen, verursacht einerseits durch das Eschentriebsterben, andererseits durch gezielte Naturschutzmaßnahmen. Im FFH-Berichtszeitraum 2013–2019 wurde der Trend des Teilbestandes in Sachsen-Anhalt bei insgesamt ungünstig-schlechter Gesamtbewertung als stabil eingeschätzt (Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt 2019). Aufgrund der geringen räumlichen Distanz kann davon ausgegangen werden, dass die Teilpopulationen in beiden Ländern miteinander im Austausch stehen. Trotz der zuletzt positiven Entwicklung der Bestände in der Elster-Luppe-Aue in Sachsen und Sachsen-Anhalt lässt sich nur schwer beurteilen, ob die mitteldeutsche Population einen stabilen Teilbestand im Sinne der Rote-Liste-Methodik darstellt. Die Art neigt zu ausgeprägten Bestandsschwankungen. Auch nach anhaltend positiven Entwicklungen über Zeiträume von bis zu zehn Jahren besteht noch immer das Risiko eines nahezu vollständigen Zusammenbruchs von Populationen (John et al. 2021). Zwischen 2006 und 2016 stand die sächsische Teilpopulation kurz vor dem Erlöschen. Ob die positive Bestandsentwicklung der letzten acht Jahre zu einer nachhaltigen Stabilisierung der Population führt, kann gegenwärtig noch nicht beurteilt werden. Das Eschentriebsterben wird derzeit nicht als Risikofaktor für die Existenz des Vorkommens im sächsischen Teil der Elster-Luppe-Aue betrachtet, da eine ausreichende Verjüngung der Esche stattfindet (Fischer 2023). In Sachsen-Anhalt besiedelt E. maturna vor allem gleichaltrige Eschenbestände, die im Rahmen der Braunkohle-Tagebausanierung angelegt wurden. Diese Bestände sind vom Eschentriebsterben augenscheinlich stärker betroffen.
- Einbürgerungsstatus
- Indigene oder Archäobiota
- Quelle
-
Musche, M.; Albrecht, M.; Becker, J.; Bittermann, J.; Blanckenhagen, B. von; Böck, O.; Caspari, A.; Caspari, S.; Dolek, M.; Harpke, A.; Hermann, G.; Joger, H.G.; Kolligs, D.; Lange, A.; Müller, D.; Nunner, A.; Pollrich, S.; Reinelt, T.; Rennwald, E.; Schmitz, O.; Schönborn, C.; Schulze, W.; Schurian, K.; Strätling, R.; Wachlin, V. & Wiemers, M. (2025): Rote Liste und Gesamtartenliste der Tagfalter und Widderchen (Lepidoptera: Papilionoidea et Zygaenidae) Deutschlands. – Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (11): 94 S.