- Wissenschaftlicher Name
- Acanthotarsius edentulus (C. L. Koch, 1847)
- Synonyme bzw. Name in der vorherigen Roten Liste
- Polydesmus edentulus C. L. Koch, 1847
- Organismengruppe
- Hundertfüßer und Doppelfüßer
- Rote-Liste-Kategorie
- Extrem selten
- Verantwortlichkeit Deutschlands
- Allgemeine Verantwortlichkeit
- Aktuelle Bestandssituation
- extrem selten
- Langfristiger Bestandstrend
- stabil
- Kurzfristiger Bestandstrend
- stabil
- Vorherige Rote-Liste-Kategorie
- Kein Nachweis, nicht gelistet ohne es ausdrücklich auszuschließen oder kein etabliertes Vorkommen nachgewiesen (auch nicht unter einem anderen Namen).
- Kategorieänderung gegenüber der vorherigen Roten Liste
- Die Kategorieänderung ist nicht bewertbar, beispielsweise weil das Taxon in der alten Gesamtliste nicht enthalten oder nicht bewertet war (inkl. ⬧ → ⬧)
- Kommentar zur Taxonomie
- Die Bestimmung ist nach Schubart (1934) erfolgt. Nachdem die Großgattung Polydesmus erstmals von Djursvoll et al. (2000) in die Gattungen Polydesmus, Propolydesmus, Soleurus und Pseudomastuchus zerlegt wurde und Enghoff & Golovatch (2003) die Untergattung Hormobrachium zu Propolydesmus gestellt haben, bestehen bei etlichen weiteren Untergattungen Zweifel bezüglich der Zugehörigkeit zu einer dieser Gattungen. Dies betrifft insbesondere die für Polydesmus edentulus aufgestellte Untergattung Acanthotarsius Attems, 1940. Im Bau der männlichen Begattungsbeine (Gonopoden) weicht das Taxon edentulus sowohl von Polydesmus, wie auch von Propolydesmus stark ab. Bezüglich der äußeren Morphologie, insbesondere der Form des Kopfschildes (Collum) besteht mehr Übereinstimmung mit der Gattung Propolydesmus. Wie jedoch schon Enghoff & Golovatch (2003) betont haben, stimmt die Untergattung Acanthotarsius in den Gonopoden in hohem Maße mit der Gattung Serradium Verhoeff, 1941 überein. Als Konsequenz wurde die Untergattung Acanthotarsius in den Status einer eigenen Gattung erhoben und Polydesmus edentulus nun in A. edentulus umbenannt (Decker et al. 2025).
- Weitere Kommentare
- Nach einem von Verhoeff (1929) selbst angezweifelten Museumsbeleg aus der Partnachklamm konnte die Art 2021 aus dem Nationalpark Berchtesgaden in der Nähe der Schärtenspitze nachgewiesen werden (Decker et al. 2025). Dieses Vorkommen schließt an das bekannte Areal im Salzkammergut an.
- Arealrand
- Nordwestlich
- Einbürgerungsstatus
- Indigene oder Archäobiota
- Quelle
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Decker, P.; Burkhardt, U.; Hauser, H.; Lindner, E.N.; Moritz, L.; Reip, H.; Spelda, J. & Voigtländer, K. (2026): Rote Liste und Gesamtartenliste der Hundertfüßer und Doppelfüßer (Myriapoda: Chilopoda et Diplopoda) Deutschlands. – Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (12): 83 S.