- Wissenschaftlicher Name
- Myrmecophilus acervorum (Panzer, [1799])
- Deutscher Name
- Ameisengrille
- Organismengruppe
- Heuschrecken und Fangschrecken
- Rote-Liste-Kategorie
- Ungefährdet
- Verantwortlichkeit Deutschlands
- Allgemeine Verantwortlichkeit
- Aktuelle Bestandssituation
- selten
- Langfristiger Bestandstrend
- Daten ungenügend
- Kurzfristiger Bestandstrend
- stabil
- Vorherige Rote-Liste-Kategorie
- Daten unzureichend
- Kategorieänderung gegenüber der vorherigen Roten Liste
- Die Kategorieänderung ist nicht bewertbar, beispielsweise weil das Taxon in der alten Gesamtliste nicht enthalten oder nicht bewertet war (inkl. ⬧ → ⬧)
- Kommentar zur Taxonomie
- Das Jahr der Erstbeschreibung ist in der Originalpublikation nicht eindeutig feststellbar und kann nur über Sekundärquellen ermittelt werden. Gemäß Coray & Lehmann (1998) wird das Jahr daher in eckige Klammern gesetzt.
- Kommentar zur Gefährdung
- Der langfristige Bestandstrend konnte nicht eingeschätzt werden, da die Datenlage für die Zeit vor 1990 unzureichend ist. Der Blick auf die absoluten Zahlen lässt zunächst vermuten, dass sich die Art ausgebreitet hat: statt 62 historisch besetzter TK25-Rasterfeldern sind aktuell 125 Rasterfelder besetzt (Bestandsveränderung: +73%). Allerdigs lassen neue Erkenntnisse eine deutlich weitere Verbreitung im historischen Zeitraum vermuten. Myrmecophilus acervorum lebt sehr versteckt in den Nestern von Ameisen (Junker 2003). Vermutlich wurde die Art deshalb lange übersehen. Besiedelt wird ein sehr breites Habitattypenspektrum von Trockenrasen und lichten Wäldern über Kiesgruben und Steinbrüche bis hin zu urbanen Lebensräumen wie Parks, Gärten, Industriebrachen und Gleisanlagen (u.a. Bellmann 1998, Junker 2003). In den letzten Jahren wurde die Art gezielt gesucht und an vielen Stellen – auch westlich des bislang bekannten Verbreitungsgebietes – gefunden (u.a. Tillmanns 2007, Bönsel & Möller 2008, Schmidt & Schmitt 2011, Olthoff et al. 2017, Hörren et al. 2019, Kettermann et al. 2019, Brauner & Ristow 2022). Der berechnete kurzfristige Bestandstrend (Bestandsveränderung: −3,5%) entspricht der Kriterienklasse „stabil“ und wird vom Autorenteam als realistisch eingeschätzt.
- Einbürgerungsstatus
- Indigene oder Archäobiota
- Quelle
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Poniatowski, D.; Detzel, P.; Drews, A.; Hochkirch, A.; Hundertmark, I.; Husemann, M.; Klatt, R.; Klugkist, H.; Köhler, G.; Kronshage, A.; Maas, S.; Moritz, R.; Pfeifer, M.A.; Stübing, S.; Voith, J.; Winkler, C.; Wranik, W.; Helbing, F. & Fartmann, T. (2024): Rote Liste und Gesamtartenliste der Heuschrecken und Fangschrecken (Orthoptera et Mantodea) Deutschlands. – Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (7): 88 S.