- Wissenschaftlicher Name
- Glomeris helvetica (Verhoeff, 1894)
- Organismengruppe
- Hundertfüßer und Doppelfüßer
- Rote-Liste-Kategorie
- Stark gefährdet
- Verantwortlichkeit Deutschlands
- In besonderem Maße für hochgradig isolierte Vorposten verantwortlich (diese werden in den Kommentaren benannt, sofern dies nicht auf alle Vorkommen in Deutschland zutrifft)
- Aktuelle Bestandssituation
- sehr selten
- Langfristiger Bestandstrend
- starker Rückgang
- Kurzfristiger Bestandstrend
- starke Abnahme
- Vorherige Rote-Liste-Kategorie
- Vom Aussterben bedroht
- Kategorieänderung gegenüber der vorherigen Roten Liste
- Aktuelle Verbesserung der Einstufung
- Kommentar zur Verantwortlichkeit
- Deutschland ist in besonders hohem Maße für die hochgradig isolierten außeralpinen Vorposten im Hegau und Maintal dieser Art verantwortlich.
- Kommentar zur Gefährdung
- Diese Art hat ihr Hauptverbreitungsgebiet im Schweizer Jura. Untersuchungen in der Schweiz zeigten für G. helvetica eine sehr ausgeprägte Präferenz für trockene und steinige Lebensräume wie offene oder bewaldete Geröllhalden oder Felssteppen (Pedroli-Christen 1993). In Deutschland kommt sie nur in Süddeutschland im Hegau (= stabiler Teilbestand) und in einem isolierten Vorkommen im Maintal (Main-Spessart, Unterfranken) vor. Dort wurde sie zuletzt in Trockenrasen mit offenen Kalksteinfluren (Blaugrasrasen) gefunden. Das Maintal weist innerhalb der felsigen Steilhänge klimatische Besonderheiten mit niedrigen Jahresniederschlägen und einem hohen Temperaturmittel im Sommer auf, was zu einem sehr trockenen Lokalklima führt. Die Art ist sehr kleinräumig auf die gefährdeten Biotoptypen der Trockenrasen/Kalksteinfluren angewiesen. Nachdem es seit Ende des 19. Jahrhunderts einen Rückgang des Weinanbaus in dieser Region gegeben hat, also möglicherweise wieder Freiflächen zur Besiedlung durch die Art zur Verfügung standen, wurde der Weinbau ab 1960/70 wieder stark intensiviert. Durch diesen großen Lebensraumverlust gilt die Art somit erneut als „Stark gefährdet“.
- Arealrand
- Nordöstlich
- Einbürgerungsstatus
- Indigene oder Archäobiota
- Quelle
-
Decker, P.; Burkhardt, U.; Hauser, H.; Lindner, E.N.; Moritz, L.; Reip, H.; Spelda, J. & Voigtländer, K. (2026): Rote Liste und Gesamtartenliste der Hundertfüßer und Doppelfüßer (Myriapoda: Chilopoda et Diplopoda) Deutschlands. – Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (12): 83 S.