- Wissenschaftlicher Name
- Geoglomeris subterranea Verhoeff, 1908
- Synonyme bzw. Name in der vorherigen Roten Liste
- Geoglomeris jurassica Verhoeff, 1915
- Organismengruppe
- Hundertfüßer und Doppelfüßer
- Rote-Liste-Kategorie
- Gefährdung unbekannten Ausmaßes
- Verantwortlichkeit Deutschlands
- Allgemeine Verantwortlichkeit
- Aktuelle Bestandssituation
- sehr selten
- Langfristiger Bestandstrend
- Rückgang, Ausmaß unbekannt
- Kurzfristiger Bestandstrend
- Abnahme im Ausmaß unbekannt
- Vorherige Rote-Liste-Kategorie
- Ungefährdet
- Kategorieänderung gegenüber der vorherigen Roten Liste
- Aktuelle Verschlechterung der Einstufung
- Kommentar zur Gefährdung
- Neben Vorkommen in Waldbiotopen, die nach bisheriger Kenntnis als ungefährdet betrachtet werden, wurde die Art auch auf Äckern gefunden (z.B. Klinger 1992). Solche Vorkommen sind durch die Intensivierung der Landwirtschaft, durch Bodenverdichtung und Eintrag von Chemikalien (Herbizide, Insektizide) bedroht. Daher kann vermutet werden, dass die Art einen großen Anteil ihrer Vorkommen verloren hat. Die von G. subterranea besiedelten Biotoptypen konnten noch nicht spezifisch ermittelt werden. Aufgrund der schweren Nachweisbarkeit ist einerseits unklar, wie stetig die Art in den von ihr besiedelten Biotop- bzw. Bodentypen vorkommt, und andererseits ist dadurch auch ihre Gesamtverbreitung in Deutschland nicht bekannt. Daher muss sowohl von einem langfristigen Rückgang als auch einer kurzfristigen Abnahme unbekannten Ausmaßes ausgegangen werden.
- Weitere Kommentare
- G. subterranea lebt in der Streu und in tieferen Bodenschichten (daher der Artname). Dabei sind die Vorkommen dieser Art weniger an die Vegetation, als vielmehr an eine lockere Bodenstruktur gebunden. Die Art wird zumeist über Kalkgestein, vor allem in Rendzinaböden, gefunden. Bei Beprobungen mehrerer klassischer Fundorte in Wäldern Bayerns und Baden-Württembergs konnten die Vorkommen wieder bestätigt werden. Die sehr kleine G. subterranea (2–3mm) kann kaum durch Handfänge oder Bodenfallen nachgewiesen werden; erst Bodenproben mit anschließender Austreibung in Extraktionsapparaturen erbringen positive Resultate.
- Arealrand
- Nördlich
- Einbürgerungsstatus
- Indigene oder Archäobiota
- Quelle
-
Decker, P.; Burkhardt, U.; Hauser, H.; Lindner, E.N.; Moritz, L.; Reip, H.; Spelda, J. & Voigtländer, K. (2026): Rote Liste und Gesamtartenliste der Hundertfüßer und Doppelfüßer (Myriapoda: Chilopoda et Diplopoda) Deutschlands. – Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (12): 83 S.