- Wissenschaftlicher Name
- Chlaenius sulcicollis (Paykull, 1798)
- Organismengruppe
- Laufkäfer
- Rote-Liste-Kategorie
- Vom Aussterben bedroht
- Verantwortlichkeit Deutschlands
- In besonderem Maße für hochgradig isolierte Vorposten verantwortlich (diese werden in den Kommentaren benannt, sofern dies nicht auf alle Vorkommen in Deutschland zutrifft)
- Aktuelle Bestandssituation
- extrem selten
- Langfristiger Bestandstrend
- starker Rückgang
- Kurzfristiger Bestandstrend
- gleich bleibend
- Sonderfälle
- Negativ wirksame(r) Risikofaktor(en) sind bekannt
- Risikofaktoren
- Fragmentierung/Isolation der verbliebenen TeilpopulationenWiederbesiedlung nach Habitatverlusten sehr erschwert
- Kategorieänderung gegenüber der vorherigen Roten Liste
- Aktuelle Verbesserung der Einstufung
- Weitere Kommentare
- Art mit diskontinuierlicher euro-sibirisch-kontinentaler Verbreitung, die an große Verlandungsmoore und von Oberflächenwasser geprägte Sümpfe gebunden ist. In ihrem westeuropäischen Arealanteil ist sie aufgrund flächendeckender Lebensraumzerstörung bereits weitesgehend ausgestorben, in ihrem zentraleuropäischen Arealanteil ist sie vom Aussterben bedroht. Heute gibt es in Mitteleuropa nur noch einzelne, weiträumig separierte Vorkommen, inklusive zweier aktueller Vorkommen in Bayern (Trautner & Rietze 2000), die Relikte des ehemals ausgedehnten Westareals darstellen. Diese beiden kleinflächigen Restvorkommen in Deutschland sind inzwischen aufgrund der besonderen Habitatbindung dieser Art (Kaltzeitrelikt) in Zusammenhang mit der aktuellen Klimaerwärmung zusätzlich gefährdet.
- Einbürgerungsstatus
- Indigene oder Archäobiota
- Quelle
-
Schmidt, J.; Trautner, J. & Müller-Motzfeld, G. (2016): Rote Liste und Gesamtartenliste der Laufkäfer (Coleoptera: Carabidae) Deutschlands. – In: Gruttke, H.; Balzer, S.; Binot-Hafke, M.; Haupt, H.; Hofbauer, N.; Ludwig, G.; Matzke-Hajek, G. & Ries, M. (Red.): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands, Band 4: Wirbellose Tiere (Teil 2). – Münster (Landwirtschaftsverlag). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (4): 139-204.