- Scientific name
- Melogona broelemanni (Verhoeff, 1897)
- Group of organisms
- Hundertfüßer und Doppelfüßer
- Red List Category
- Not evaluated
- Current population status
- rare
- Long-term population trend
- unknown
- Short-term population trend
- unknown
- Previous Red List Category
- No evidence, not listed without intentionally excluding the taxa or no confirmed established occurrence (neither under the same nor a different name).
- Change of category compared to previous Red List
- The change of category is not assessable, for example because the previous Red List does not list the taxon or the taxon has not been assessed in the previous Red List.
- Comment on taxonomy
- Gute Beschreibungen von M. broelemanni stammen von Verhoeff (1897) und Kurnik (1987). Die Beschreibung von Kurnik (1987) enthält einen guten Schlüssel zur Identifizierung der weiblichen Individuen von M. broelemanni, M. transsilvanica und M. voigti anhand der Vulven.
- Further comments
- Die Art M. voigti wird seit den 1960er Jahren regelmäßig im Neißetal bei Ostritz (Sachsen) nachgewiesen, aber erst im Jahr 2015 wurde M. broelemanni dort gefunden, obwohl die Lokalität seit den 1960er Jahren in mehreren Probenahmen untersucht wurde. Im August 2010 gab es ein schweres Hochwasser an der Neiße mit einem Wasserstand von bis zu fünf Metern über Mittelwasser. Vermutlich wurde M. broelemanni während dieses Hochwassers aus Gärten an diesen Ort verdriftet. Drei weitere Funde im Jahr 2023 stammen aus der Umgebung von Passau nahe Donau und Inn. M. broelemanni ist somit neu für die deutsche Fauna (Decker et al. 2025). Diese Art ist im Balkan weit verbreitet und dort auf Mischwälder, Gehölze und Auenwälder beschränkt (Kime & Enghoff 2021). In Tschechien, der wahrscheinlichsten Herkunft der sächsischen Exemplare, ist M. broelemanni in Gärten, Gartenanlagen, Parks, auf Halden und in ehemaligen Tagebaugebieten verbreitet, kommt aber auch in naturnahen Habitaten und Kulturlandschaften der Weißen Karpaten vor (Kocourek et al. 2023). In Österreich findet man die Art meist in anthropogen beeinflussten Habitaten, seltener in Wäldern, Gebüschen und Auenwäldern (Kurnik 1987). Molekulare Barcoding-Daten des sächsischen und eines bayerischen Individuums aus Flintsbach am Inn waren identisch, was auf die gleiche Herkunft der beiden Populationen schließen lässt (Decker et al. 2025). Wegen ihrer geringen Mobilität, ist es extrem unwahrscheinlich, dass die Art auf natürlichem Wege ohne Verschleppung in Erde oder Kompost nach Deutschland gekommen ist und zudem aus einer natürlichen Ursprungspopulation stammt. Weitere Daten sind erforderlich, um die Herkunft und Einschleppungswege der deutschen Populationen von M. broelemanni zu klären. Aufgrund der Ökologie der Art und deren Fähigkeit zur Besiedlung neuer Lebensräume entlang von Flüssen, kann aber geschlossen werden, dass die Art sich bereits in Deutschland etabliert hat und vermutlich entlang von Inn, Donau und Neiße weiter verbreitet ist als ursprünglich bekannt.
- Status
- Neobiota
- Source
-
Decker, P.; Burkhardt, U.; Hauser, H.; Lindner, E.N.; Moritz, L.; Reip, H.; Spelda, J. & Voigtländer, K. (2026): Rote Liste und Gesamtartenliste der Hundertfüßer und Doppelfüßer (Myriapoda: Chilopoda et Diplopoda) Deutschlands. – Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (12): 83 S.