- Scientific name
- Schendyla peyerimhoffi Brölemann & Ribaut, 1911
- Group of organisms
- Hundertfüßer und Doppelfüßer
- Red List Category
- Rare
- Responsibility of Germany
- General responsibility
- Current population status
- extremely rare
- Long-term population trend
- unknown
- Short-term population trend
- unknown
- Previous Red List Category
- No evidence, not listed without intentionally excluding the taxa or no confirmed established occurrence (neither under the same nor a different name).
- Change of category compared to previous Red List
- The change of category is not assessable, for example because the previous Red List does not list the taxon or the taxon has not been assessed in the previous Red List.
- Comment on taxonomy
- Die Art kann leicht mit der sehr ähnlichen, in Deutschland häufigen sowie weit verbreiteten Art S. nemorensis verwechselt werden. Eine gute Beschreibung von S. peyerimhoffi findet sich in Barber (2009).
- Comment on threat
- Erst kürzlich wurde diese Art erstmals für Deutschland an der Nordseeküste bei Dagebüll in Schleswig-Holstein nachgewiesen (Decker et al. 2025). Dort wurde sie in einem anthropogenen Ersatzhabitat gefunden: unter losen Steinen, die auf dem schlammigen Boden lagen. Vorkommen an natürlichen Geröllstränden sind rezent auf Helgoland sowie an wenigen Stellen auf den nördlichen Geestinseln Sylt, Amrum und Föhr möglich (Pott 1995). An der Festlandsküste der Nordsee gibt es infolge umfangreicher Küstenschutzmaßnahmen schon lange keine geeigneten natürlichen Habitate mehr. Die durch Steinschüttung und Dämme gesicherte Küste eignet sich auch heute nur begrenzt als Lebensraum für die Art. Fast alle Küsten und deren künstliche Küstenbefestigungen, die dieser Art auch als Ersatzhabitat dienen könnten, sind mehr oder weniger vollständig betoniert, so dass nur wenige lose oder gar keine Steine auf dem Schlick liegen, unter denen die Art sich bevorzugt aufhält. Wegen der weiten Verbreitung im Nordseeraum ist davon auszugehen, dass S. peyerimhoffi zum indigenen Artbestand an der deutschen Nordseeküste gehört, auch wenn bisher keine Nachweise auf den Geestinseln gelangen. Allgemein wurden die Küsten Europas bisher nur sehr selten hinsichtlich des Vorkommens von Hundertfüßern untersucht, so dass S. peyerimhoffi in passenden Lebensräumen vermutlich weiter verbreitet ist als bisher angenommen. Aufgrund ihrer extremen Seltenheit und der unklaren Bestandstrends wird S. peyerimhoffi in der Rote-Liste-Kategorie „Extrem selten“ geführt.
- Further comments
- S. peyerimhoffi ist fast ausschließlich aus litoralen, maritimen Lebensräumen bekannt, wie z.B. küstennahe Brackwassergebiete und Küstengrünland. Sie lebt unter Steinen, auf dem Schlamm bei Hochwasser und in Felsspalten (Barber 1987Barber 2009, Iorio & Labroche 2015). Die Art ist an der Süd- und Westküste Großbritanniens weit verbreitet und wurde auch auf den Kanalinseln (Guernsey) und an den Küsten Irlands, Nordwestfrankreichs, Portugals, Marokkos und Siziliens gefunden. Bisher existieren keine Funde aus Belgien, den Niederlanden und Skandinavien.
- Margin of range
- Eastern
- Status
- Indigenes or Archaeobiota
- Source
-
Decker, P.; Burkhardt, U.; Hauser, H.; Lindner, E.N.; Moritz, L.; Reip, H.; Spelda, J. & Voigtländer, K. (2026): Rote Liste und Gesamtartenliste der Hundertfüßer und Doppelfüßer (Myriapoda: Chilopoda et Diplopoda) Deutschlands. – Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (12): 83 S.