- Scientific name
- Julus terrestris Linnaeus, 1758
- Group of organisms
- Hundertfüßer und Doppelfüßer
- Red List Category
- Critically endangered
- Responsibility of Germany
- Data deficient, high responsibility can only be assumed
- Current population status
- extremely rare
- Long-term population trend
- strong decline
- Short-term population trend
- unknown
- Previous Red List Category
- Rare
- Change of category compared to previous Red List
- Current downgrading of Red List Category
- Comment on taxonomy
- Historische Nachweise in anderen Teilen Deutschlands beruhen auf Verwechslungen bzw. darauf, dass seinerzeit J. terrestris und die nahe verwandte Art J. scanicus noch als eine Art angesehen wurden.
- Comment on threat
- Die Art J. terrestris kommt im äußersten Osten Deutschlands nur in den Weichholzauen des Nationalparks Unteres Odertal vor – also nur extrem kleinräumig und in einem gefährdeten Biotoptyp. Die Art scheint zwar an die häufig auftretenden mittleren Hochwasser gut angepasst zu sein, jedoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass die durch den Klimawandel bedingten zunehmenden Extremhochwasser oder auch längere Dürreperioden die vorhandenen Habitatstrukturen nachhaltig zerstören und damit zum Zusammenbrechen der einzig bekannten Population in Deutschland führen könnten. Die Nachsuche in 2021 führte zum Nachweis nur weniger Exemplare von J. terrestris im Gegensatz zu den von Zerm (1997) vorgelegten Fangzahlen. Ein Monitoring des Bestandes der Art ist dringend notwendig. Die extrem kleinräumige Verbreitung in Deutschland und die Bindung an einen nach Finck et al. (2017) gefährdeten Biotoptyp führen zur Änderung der Rote-Liste-Kategorie von „Extrem selten“ auf „Vom Aussterben bedroht“.
- Margin of range
- South-Western
- Status
- Indigenes or Archaeobiota
- Source
-
Decker, P.; Burkhardt, U.; Hauser, H.; Lindner, E.N.; Moritz, L.; Reip, H.; Spelda, J. & Voigtländer, K. (2026): Rote Liste und Gesamtartenliste der Hundertfüßer und Doppelfüßer (Myriapoda: Chilopoda et Diplopoda) Deutschlands. – Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (12): 83 S.