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Scientific name
Parnassius apollo melliculus Stichel, 1906
German name
Mittelgebirgs-Apollofalter
Group of organisms
Tagfalter und Widderchen
Red List Category
Endangered
Responsibility of Germany
Extremely high level of responsibility
Current population status
very rare
Long-term population trend
very strong decline
Short-term population trend
moderate decrease
Previous Red List Category
Red List Category not transferable; e. g. for a taxon that has been listed in the previous Red List but not in identical taxonomic coverage.
Change of category compared to previous Red List
The change of category is not assessable, for example because the previous Red List does not list the taxon or the taxon has not been assessed in the previous Red List.
Comment on responsibility
Der Arealanteil ist unklar, da die Abgrenzung zu anderen Unterarten in den westlich und östlich angrenzenden Arealteilen unsicher ist. Eine starke Gefährdung besteht zweifelsfrei arealweit. Als Beispiel für die Situation außerhalb Deutschlands seien die Ausführungen von Konvička & Fric (2002) aus Tschechien und der Slowakei genannt. Hinweise zur Gefährdungssituation in Frankreich finden sich beispielsweise bei Deschamps-Cottin et al. (1999), Descimon et al. (2005) und Boitier et al. (2008).
Comment on threat
P. apollo melliculus kommt auf der Schwäbischen Alb (Baden-Württemberg) und der Fränkischen Alb (Bayern) vor. In Baden-Württemberg gilt die Unterart als „Vom Aussterben bedroht“. Der wesentliche Gefährdungsfaktor ist die Sukzession in den Larvalhabitaten. In der Nördlichen Frankenalb hat sich die Situation durch die Umsetzung eines Artenhilfsprogramms verbessert (Geyer 2019). Im Rahmen eines Umweltpaktes mit der Steinindustrie konnten auch die Populationen in den Steinbrüchen des Altmühltals stabilisiert werden (Geyer 2019). Allerdings sind auch die dortigen Habitate, die sich auf alten Abraumhalden befinden, durch Grasaufwuchs gefährdet. Das Taxon zeigt große Populationsschwankungen. Insbesondere in den trockenen Jahren seit 2018 sind die Bestände zurückgegangen, da die Raupennahrungspflanze Sedum album (Weiße Fetthenne) vielerorts vertrocknet war. Eine Gefährdung besteht zudem durch Eutrophierung und Sukzession der Magerrasen. Die Erhaltung der Felsstandorte erfordert eine Beweidung mit Ziegen. In den Steinbrüchen ist zudem die regelmäßige Neuschaffung von Haldenhabitaten nötig.
Status
Indigenes or Archaeobiota
Source

Musche, M.; Albrecht, M.; Becker, J.; Bittermann, J.; Blanckenhagen, B. von; Böck, O.; Caspari, A.; Caspari, S.; Dolek, M.; Harpke, A.; Hermann, G.; Joger, H.G.; Kolligs, D.; Lange, A.; Müller, D.; Nunner, A.; Pollrich, S.; Reinelt, T.; Rennwald, E.; Schmitz, O.; Schönborn, C.; Schulze, W.; Schurian, K.; Strätling, R.; Wachlin, V. & Wiemers, M. (2025): Rote Liste und Gesamtartenliste der Tagfalter und Widderchen (Lepidoptera: Papilionoidea et Zygaenidae) Deutschlands. – Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (11): 94 S.