Phytoparasitische Pilze (Basidiomycota p.p., Ascomycota p.p. & Peronosporales)

Das Reich der Pilze ist vielfältig – nicht nur im Sinne der Biodiversität, sondern auch in den Lebensweisen und ökologischen Funktionen. Phytoparasitische Pilze sind Organismen, die an lebenden Farn- und Blütenpflanzen wachsen und sich von diesen ernähren. Aus den in Deutschland vorkommenden vier wichtigsten Gruppen, den Brand-, Rost-, echten und falschen Mehltaupilzen, sind etwa 1.400 Arten bekannt.

An der Grenze zur Unsichtbarkeit

Die meisten phytoparasitischen Pilze sind unauffällig. Anstelle der in Stiel und Hut gegliederten Fruchtkörper der Großpilze bilden sie an Blättern und Sprossen ihrer Wirtspflanzen oft nur unscheinbare Beläge, Pusteln und Gallen. Für die genaue Bestimmung der Arten ist es oft notwendig, Sporenmerkmale und andere Strukturen zu mikroskopieren. Sehr wichtig ist außerdem das Identifizieren der Wirtspflanze, denn viele phytoparasitische Pilze wachsen nur auf einer oder wenigen Pflanzenarten.

Rost und Brand

Mit dem Ausdruck „Parasit“ wird schnell etwas Negatives verbunden. Auch das gelegentliche Auftreten von Rostpilzen, Brandpilzen und Mehltauen an Nutz- und Zierpflanzen hat zu einem schlechten Ruf der phytoparasitischen Pilze beigetragen. Es handelt sich aber um heimische Organismen, die in den Ökosystemen eine ebenso wichtige Rolle spielen wie andere Pilze, Tiere und Pflanzen auch.

Gefährdung durch Abhängigkeit

Der Naturschutz hat den phytoparasitischen Pilzen bisher nur wenig Beachtung geschenkt. Wegen der engen Wirtsbindung sind viele Arten besonders dann gefährdet, wenn auch ihre Wirtspflanzen zurückgehen. Eine Gesamtartenliste und detaillierte Informationen zur möglichen Gefährdung in Deutschland werden derzeit von einer Gruppe von Fachleuten erarbeitet.