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Wissenschaftlicher Name
Alosa alosa (Linnaeus, 1758)
Deutscher Name
Maifisch
Organismengruppe
Süßwasserfische und -neunaugen
Rote-Liste-Kategorie
Vom Aussterben bedroht
Verantwortlichkeit Deutschlands
Allgemeine Verantwortlichkeit
Aktuelle Bestandssituation
extrem selten
Langfristiger Bestandstrend
sehr starker Rückgang
Kurzfristiger Bestandstrend
gleich bleibend
Vorherige Rote-Liste-Kategorie
Vom Aussterben bedroht
Kategorieänderung gegenüber der vorherigen Roten Liste
Kategorie unverändert
Kommentar zur Gefährdung
Maifische waren vor allem im Rhein bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts sehr zahlreich. Danach brachen die Bestände zusammen. Seit 1978 nahm die Zahl der Maifischnachweise wieder leicht zu (Bartl & Troschel, 1997). Seit den 1990er Jahren hat sich die Zahl der Nachweise aber auf sehr geringem Niveau stabilisiert. Der erhoffte Aufbau einer Maifischpopulation im Rhein hat bislang nicht stattgefunden. Trotz umfangreicher Untersuchungen zum Fischbestand im Rhein (auch Jungfischuntersuchungen und Fischuntersuchungen im Kühlwasser von Kraftwerken) wurden keine Jungfische dieser Art nachgewiesen, so dass es sich bei den Maifischen im Rhein sehr wahrscheinlich um verirrte Exemplare aus den großen französischen Populationen handelt (Freyhof 2002). Dies trifft auch auf die sehr vereinzelt nachgewiesenen Maifische in der Nord- und Ostsee sowie in der Elbe zu (Neudecker & Damm 2005; H.M. Winkler, persönliche Mitteilung). Alle befragten Experten gingen davon aus, dass es aktuell keine sich selbst tragende Population des Maifisches in Deutschland gibt. Aktuell laufen Versuche für eine Wiederansiedlung im Rhein.
Quelle

Freyhof, J. (2009): Rote Liste der im Süßwasser reproduzierenden Neunaugen und Fische (Cyclostomata & Pisces). – In: Haupt, H.; Ludwig, G.; Gruttke, H.; Binot-Hafke, M.; Otto, C. & Pauly, A. (Red.): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands, Band 1: Wirbeltiere. – Münster (Landwirtschaftsverlag). – Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (1): 291-316.