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Wissenschaftlicher Name
Peronospora trifoliorum-Gruppe
Organismengruppe
Phytoparasitische Kleinpilze
Rote-Liste-Kategorie
Ungefährdet
Verantwortlichkeit Deutschlands
Nicht bewertet
Aktuelle Bestandssituation
häufig
Langfristiger Bestandstrend
stabil
Kurzfristiger Bestandstrend
Daten ungenügend
Kategorieänderung gegenüber der vorherigen Roten Liste
Die Kategorieänderung ist nicht bewertbar, beispielsweise weil das Taxon in der alten Gesamtliste nicht enthalten oder nicht bewertet war (inkl. ⬧ → ⬧)
Kommentar zur Taxonomie
Peronospora-Arten an Trifolium bilden phylogenetisch eine klar abgegrenzte Gruppe (García-Blázquez et al. 2008). Innerhalb der Gruppe unterscheiden Kochman & Majewski (1970) sowie in der Folge Klenke & Scholler (2015) drei Peronospora-Arten mit jeweils mehreren Trifolium-Arten als Wirten. Nach García-Blázquez et al. (2008) widersprechen die auf diese Weise als Arten zusammengefassten Befälle den Verwandtschaftsverhältnissen innerhalb der Gruppe und es ergibt sich außerdem eine stärkere Differenzierung in eine größere Zahl von enger gefassten Sippen. Zur informellen Benennung dieser Sippen im phylogenetischen Baum reaktivieren die Autorinnen und Autoren die Artnamen und das Artkonzept von Gustavsson (1959). Dieses Konzept wird hier provisorisch als das plausibelste derzeit verfügbare übernommen. Viele Fragen zur Phylogenie, Taxonomie und Nomenklatur sind jedoch bisher nicht geklärt. So sind die von Gäumann und Sydow in Gäumann (1923) beschriebenen Arten z.T. durch mehrere Belege an unterschiedlichen Wirten typisiert. Die Peronospora trifoliorum-Gruppe besteht demnach aus Peronospora trifolii-alpestris, P. trifolii-arvensis, P. trifolii-hybridi, P. trifolii-minoris, P. trifolii-pratensis, P. trifolii-repentis und P. trifoliorum. Hinzu kommen Peronospora-Befälle auf fünf weiteren Trifolium-Arten, deren Parasit-Wirt-Beziehung noch nicht endgültig geklärt ist oder die noch nicht mit modernen Methoden untersucht wurden. Ein von García-Blázquez et al. (2008) analysierter Beleg an Trifolium resupinatum gehört möglicherweise zu einer eigenen Peronospora-Sippe, ein Befall an Trifolium striatum ist Befällen an T. alpestre genetisch ähnlich und wird im phylogenetischen Baum der Arbeit in P. trifolii-alpestris integriert. Bei früheren Autoren war er Bestandteil von Peronospora trifolii-hybridi (Gäumann 1923, Gustavsson 1959, Kochman & Majewski 1970, Klenke & Scholler 2015).
Einbürgerungsstatus
Indigene oder Archäobiota
Quelle

Thiel, H.; Klenke, F.; Kruse, J.; Kummer, V. & Schmidt, M. (2023): Rote Liste und Gesamtartenliste der phytoparasitischen Kleinpilze Deutschlands [Brandpilzverwandte (Exobasidiomycetes p.p., Ustilaginomycetes p.p.), Rostpilzverwandte (Kriegeriaceae p.p., Microbotryales, Pucciniales), Wurzelknöllchenpilze (Entorrhizaceae), Echte Mehltaupilze (Erysiphaceae), Falsche Mehltaue (Peronosporaceae p.p.) und Weißroste (Albuginaceae)]. – Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (5): 347 S.